Die Immatrikulationszahl bleibt stabil. An den großen Unis gibt es hingegen einen Rückgang.
Es hat sich einiges getan an und in dem neuen Uni-Holzgebäude auf dem Campus der Privatuniversität Witten/Herdecke.
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Dadurch, dass in diesem Sommer in NRW an den gymnasialen Oberstufen wieder von G8 zurück auf G9 umgestellt worden ist, gibt es weniger Abiturienten. Statt sonst rund 70.000 sind es nur rund 30.000 Schulabgänger mit Hochschulreife. Die Annahme, dass es an den Universitäten weniger Einschreibungen gibt, bestätigt sich allerdings nicht. An der Universität Witten/Herdecke (UWH) gibt es keine Auswirkungen. An der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sowie der Technischen Universität Dortmund (TU) wurde ein Rückgang der Immatrikulationszahlen festgestellt.
An der UWH haben sich wie in den Vorjahren weit mehr als 200 neue Studierende eingeschrieben. Die finale Zahl für das Wintersemester vor einem Jahr war 280, die diesmal durch Nachzügler auch wieder erreicht werden kann. Insgesamt gibt’s am Campus knapp 3600 Studierende. Es gebe laut Uni die üblichen Schwankungen der Zahlen in den verschiedenen Studienbereichen. Manche liegen über dem Vorjahresniveau, manchmal gibt es einen leichten Rückgang. „In unseren Gesundheitsstudiengängen übersteigt die Zahl der Bewerbungen weiterhin deutlich die Zahl der verfügbaren Studienplätze“, teilt die Uni auf Anfrage mit. Sie ist ohnehin auf eine kleinere, begrenzte Zahl an Plätzen und eine persönliche Lern- und Lehratmosphäre ausgerichtet.
Mehr Bewerbungen aus der ganzen Welt
Es zeichnete sich im Sommer schon ab, dass alle acht Studiengänge für Erstsemester angeboten werden können: Die Bachelorstudiengänge Management (Science) Management im Gesundheitswesen (Science), Management & Psychologie (Science), Philosophie, Politik und Ökonomik (Arts), Wirtschaft, Politik und Recht (Arts), Psychologie (Science) sowie die beiden Staatsexamen „Modellstudiengang Medizin“ und Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Die Uni stellt sich zudem immer weiter international auf: „Gerade in der Fakultät Wirtschaft und Gesellschaft haben wir schon einige Internationals und die Bewerbungen aus der ganzen Welt werden immer mehr.“
Sowohl an der RUB als auch an der TU sind die Zahlen der Ersteinschreibungen um rund ein Viertel gesunken. Das entspricht laut Auskunft der RUB dem Landesdurchschnitt. Die RUB ordnet ein: „Einschließlich Studierender, die an die Ruhr-Universität gewechselt sind und zuvor an anderen Hochschulen studiert haben, liegt der Rückgang nur bei 18 Prozent.“ Sie hatte sich vorsorglich sogar auf einen Rückgang von bis zu 39 Prozent eingestellt, der nun deutlich geringer ausfällt. Der Rückgang der Gesamtzahl der Studierenden an der gesamten Uni liege aber nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich (zwei Prozent an der RUB, drei Prozent an der TU).
Die bereits feststehenden „Erstis“ sind an den Universitäten begrüßt worden. Da in Bochum und Dortmund wie generell an staatlichen Universitäten noch bis Mitte Oktober Los- und Nachrückverfahren liefen, können die Zahlen nur kalkuliert werden. Stichtag für die Statistik sei erst der 1. Dezember. In Bochum haben sich rund 4600 Studierende (davon 3300 erstmalige Einschreibungen) an einer Hochschule eingeschrieben, insgesamt studieren rund 36.900 Personen an der RUB. In Dortmund wurden rund 4200 Einschreibungen registiert (Rückgang: 15 Prozent). Insgesamt liegt die Anzahl der Studierenden bei 28.000.
An der RUB kommen zwei Studiengänge hinzu
Alle vorgesehenen Bachelor-Studiengänge konnten an den beiden großen Unis weiterhin angeboten werden. An der TU war das bereits im Sommer klar und auch die RUB erkannte schon nach dem ersten Bewerbungsverfahren, dass vor allem zulassungspflichte Fächer wie etwa Medizin, Jura und Psychologie weiterhin stark nachgefragt sind. Die RUB teilt mit: „Das Studienangebot ist nicht verkleinert worden – neu hinzugekommen sind stattdessen die Studiengänge ‚Nachhaltige Chemie‘ und ‚Classics‘.“
Von Hendrik Steimann