Über 30 Kunstschaffende beteiligen sich und wollen die Szene nachhaltig sichtbar machen.
Olaf Bolte und Vivien Knoth freuen sich auf die Tage des offenen Ateliers.
Es gab sie fünf Jahre lang nicht, nun werden sie in Annen neu ins Leben gerufen: die Tage des offenen Ateliers. Sie finden dieses Jahr am zweiten Septemberwochenende statt. Am Samstag, 12., und am Sonntag, 13. September. Initiiert werden sie durch die beiden Vorsitzenden des sich nun auflösenden Vereins Kreativquartier Annen, durch Vivien Knoth und Birgit Wewers. Es soll nicht nur der erneute Startschuss für die sich beteiligenden Künstlerinnen und Künstler sein, sondern auch der Start für eine neue Organisationsform und Aktionen in der heimischen Kunstszene.
Erstmal öffnen in Annen die Ateliers. In Wittens Osten beteiligten sich insgesamt 34 Kunstschaffende an zehn Ausstellungsstätten: Atelier „eigenartlich“ (Friedrich-Ebert-Straße 2), Das Schaufenster (Bebelstraße 8), Kunstraum Annen (Bebelstraße 17), Ensemble Piratesse (Bebelstraße 14, Hinterhof im Sparkassendurchgang), Günnemann-Kotten (Brunebecker Straße 98), Erlöserkirche (Westfeldstraße 81), Atelier Reinhold Spratte (Ardeystraße 120), ARTATELIER (Annenstraße 20a), Atelier Tonklumpen (Pferdebachstraße 80) und bottle cap team (In der Mark 214c).
Samstag sind Einblicke, Inspirationen und Gespräche in der Zeit von 14 bis 18 Uhr möglich und am Sonntag zwischen 11 und 16 Uhr. Am Samstag steigt im Atelier „eigenartlich“ ab 19 Uhr eine Abschiedsparty des Vereins, mit Deutschlands ältestem DJ, Ruud van Laar. Die Ateliers und Teilnehmenden fanden sich sehr schnell, viele Rückmeldungen kamen unmittelbar. Es geht auch ums Vernetzen – demnächst bestenfalls über die Stadtteilgrenze hinaus. Das Projekt soll wachsen, wieder mindestens alle zwei Jahre stattfinden und Kunst sichtbar machen. „Teilweise befinden sich Ateliers auf Hinterhöfen, wo man sie gar nicht vermuten würde“, sagt Mit-Organisator ist Olaf Bolte. Der Dortmunder sagt in Bezug auf Annen: „Die Arbeit ist grandios, ich bin beeindruckt von dem Potenzial. Kunst wird nicht mehr wirklich gefördert, dabei kann man viel Werbung für Witten machen“, findet er. Vor allem für die freischaffende Kunstszene sei es laut Knoth schwierig: „Wir haben uns niederdrücken lassen und wollen nun raus aus der Erstarrung.“
Der Verein hatte sich seit 2023 etwas zurückgezogen, nachdem er fünf Jahre lang viel vorangetrieben hatte. Dabei ging es längst nicht nur um Kunst – die geriet im Laufe der Jahre sogar eher in den Hintergrund. „Wir haben viel Quartiersarbeit geleistet. Die Menschen um uns herum sind uns wichtig. Daher war uns wichtig, was im Viertel passiert“, erzählt Knoth. So gab es einige Müllsammel-Aktionen und den Einsatz für ein Café in Annen – dem „Nebenannen“ (ehemals Velcome) in der Bebelstraße. 2022 und 2023 wurde es wieder etwas künstlerischer und der Verein betreute Projekte am Rheinischen Esel, wo geförderte Eselskulpturen aufgestellt wurden. Sichtbar werden soll nun wieder die Basisarbeit: das Werken in Ateliers, auf die Großprojekte angewiesen sind.
Von Hendrik Steimann