Langjähriger Jugendleiter der TSG Sprockhövel ist verstorben. Ein Nachruf.
Jürgen Homberg
Es war ein Schock für die TSG Sprockhövel, als der langjährige Jugendleiter, Jürgen Homberg, am Rande eines Bezirksliga-Spiels Ende Mai in der heimischen wattgeht-Arena plötzlich zusammenbrach und es nach einer Stunde mit mehreren Reanimationsversuchen und dem Transport ins Krankenhaus keine guten Nachrichten gab: Der 68-Jährige verstarb und hinterlässt eine riesige Lücke im Verein.
André Meister aus dem TSG-Vorstand kannte Homberg sein gesamtes Leben lang. Er wurde in der B- und A-Jugend von ihm trainiert. „Dadurch, dass er immer mannschaftsdienlich gearbeitet und darauf geachtet hat, dass sich keine Grüppchen bilden, war eine sehr große Harmonie vorhanden. Ich erinnere mich an eine Mannschaftsfahrt nach Holland, er hat als Trainer darauf geachtet, dass auch die Eltern eingebunden waren“, erzählt Meister.
Homberg trainierte eine Zeit lang zudem die damalige dritte Herrenmannschaft der TSG, konzentrierte sich dann voll auf die Jungendarbeit und war über 20 Jahre lang in seiner Funktion aktiv. In der Zeit gelang es dem TSG-Nachwuchs, überkreislich auf sich aufmerksam zu machen. Der größte Erfolg, an dem Homberg großen Anteil hatte, war der Aufstieg der A-Jugend in die Bundesliga im Jahr 2015. „Er hat sich dann um alles gekümmert, um Genehmigungen, die Spielstätte oder um Sponsoren“, erinnert sich Meister.
Überhaupt baute Homberg mit seinem Einsatz die Jugendarbeit stark aus, schaffte funktionierende Strukturen. „Das hat er richtig vorangetrieben. Teilweise sogar als Einzelkämpfer, weil der Vorstand nicht immer stark besetzt war“, lobt Meister, der hinsichtlich des Fingerspitzengefühls von Homberg sagt: „Jürgen hat immer versucht, zu vermitteln und alle unter einen Hut zu bringen.“ Er hatte einen riesigen Bekanntheitsgrad innerhalb der TSG, aber auch über den Verein hinaus in der Sprockhöveler Fußballszene. Bei seiner Beisetzung Mitte Juni gab es eine große Anteilnahme - ein Zeichen voller Wertschätzung.
Zwischenzeitlich war Homberg beim SC Obersprockhövel in der Jugendarbeit aktiv. Im vergangenen Jahr fragte Meister bei ihm an, ob er die Möglichkeit hat, die TSG im Seniorenbereich zu unterstützen. Das tat Homberg, organisierte federführend Veranstaltungen wie den WAZ-Pokal oder den Tanz in den Mai. Dabei half ihm sein über Jahre aufgebautes großes Netzwerk. „Wir waren froh, jemanden gefunden zu haben, der uns tatkräftig zur Seite steht und das ist ihm sofort gelungen. Jetzt fallen wir in dem Bereich wieder in ein Loch. Jürgen ist nicht ersetzbar“, sagt Meister.
Unsere Redaktion bekundet an dieser Stelle herzliches Beileid!
Von Hendrik Steimann