Machen Sie Ihr Auto fit für die dunkle Jahreszeit.
Bildquelle: Stock-Image
Dunkelheit, Nässe, Nebel und Frost gehören zum Winter wie vereiste Scheiben am frühen Morgen. Für Autofahrer bedeutet die kalte Jahreszeit vor allem eines: Die Anforderungen an Fahrzeug und Technik steigen. Wer jetzt rechtzeitig Reifen, Bremsen, Beleuchtung und Flüssigkeiten überprüfen lässt, kann vielen Problemen vorbeugen und sicherer durch die kommenden Monate fahren.
Gerade im Winter müssen die technischen Komponenten eines Autos zuverlässig funktionieren. Ein leicht verschlissenes Bauteil, das im Sommer kaum auffällt, kann bei winterlichen Bedingungen schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Deshalb empfiehlt sich ein gründlicher Fahrzeugcheck bereits im Herbst – also bevor Frost und Schnee den Alltag bestimmen. Gerade dann lassen sich mögliche Schwachstellen noch rechtzeitig erkennen und beheben.
Reifen und Bremsen im Blick
Den Anfang machen die Reifen. Winterreifen oder geeignete Ganzjahresreifen sollten rechtzeitig aufgezogen und auf ihren Zustand kontrolliert werden. Neben dem Reifendruck spielen vor allem Profil, Verschleiß und Alter eine Rolle. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe, Experten empfehlen für Winterreifen jedoch vier Millimeter. Auch das Reifenalter sollte berücksichtigt werden. Reifen, die älter als sechs Jahre sind, sollten nicht mehr verwendet werden.
Der Reifenwechsel ist auch eine gute Gelegenheit, die Bremsanlage unter die Lupe zu nehmen. Gerade wenn die Fahrbahn rutschig ist, kann eine einwandfrei arbeitende Bremsanlage entscheidend sein. Bremsgeräusche oder andere Auffälligkeiten sollten deshalb nicht bis zum Frühjahr warten.
Auch Fahrwerk und Achsen gehören zu einem gründlichen Wintercheck. Eine korrekt ausgerichtete Achse trägt zu einer stabilen Straßenlage bei. Eine fehlerhafte Achsstellung kann außerdem zu stärkerem Reifenverschleiß und höherem Rollwiderstand führen.
Gute Sicht ist Sicherheit
Mit den kürzeren Tagen rückt auch die Beleuchtung stärker in den Mittelpunkt. Scheinwerfer, Bremslichter, Blinker, Nebelscheinwerfer, Abblend- und Fernlicht sollten einwandfrei funktionieren und richtig eingestellt sein. Gerade bei Nebel oder schlechter Sicht ist es wichtig, selbst gut zu sehen und von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig wahrgenommen zu werden. Ein professioneller Lichttest schafft hier Sicherheit.
Doch nicht nur die Beleuchtung entscheidet über den Durchblick. Auch Scheiben und Scheibenwischer müssen für die kalte Jahreszeit gerüstet sein. Steinschläge sollten möglichst frühzeitig behoben werden. Die starken Temperaturunterschiede zwischen kaltem Außenbereich und beheiztem Innenraum können eine beschädigte Scheibe zusätzlich belasten.
Auch die Wischerblätter verdienen Aufmerksamkeit: Hinterlassen sie Schlieren oder schmieren sie, ist ein Austausch sinnvoll. Schließlich nützt die beste Beleuchtung wenig, wenn Regen, Schmutz und Streusalz die Sicht beeinträchtigen. Gerade im Winter ist eine funktionierende Scheibenwischanlage ein wichtiger Teil der aktiven Sicherheit.
Vor der Fahrt sollte zudem das Fahrzeug vollständig von Schnee und Eis befreit werden. Neben den Scheiben betrifft das auch Scheinwerfer und andere Leuchten. Nur wenn die Lichtflächen frei sind, kann das Fahrzeug ausreichend leuchten und von anderen Verkehrsteilnehmern gut wahrgenommen werden.
Frostschutz beachten
Wenn die Temperaturen sinken, kommt es auch auf die richtigen Flüssigkeiten an. Kühlmittel und Frostschutz sollten ausreichend vorhanden sein. Fehlt der Frostschutz, kann die Kühlflüssigkeit gefrieren und im schlimmsten Fall einen Motorschaden verursachen. Auch der Kühlmittelstand selbst sollte stimmen, denn zu wenig Kühlflüssigkeit kann zu einer Überhitzung des Motors führen. Ebenso wichtig ist frostgeschütztes Scheibenwischwasser, damit die Wischanlage auch bei Minusgraden einsatzbereit bleibt. Gerade bei winterlichem Schmutz und Streusalz auf der Straße ist eine funktionierende Waschanlage unverzichtbar. Ölstand und weitere Flüssigkeiten sollten ebenfalls kontrolliert werden.
Wer im Herbst die Motorhaube öffnet, kann außerdem einen Blick in den Motorraum werfen. Laub und andere Verschmutzungen sollten entfernt werden, damit die Ablaufkanäle nicht verstopfen und sich Wasser staut. Auch solche kleinen Vorbereitungen können dazu beitragen, dass das Fahrzeug gut durch die kalte Jahreszeit kommt.
Eine Schwachstelle zeigt sich häufig erst bei Kälte: die Autobatterie. Niedrige Temperaturen verlangen ihr deutlich mehr Leistung ab. Besonders ältere oder bereits geschwächte Batterien können dann beim Starten Probleme bereiten. Gleichzeitig werden im Winter zahlreiche elektrische Verbraucher wie Beleuchtung und Heizung häufiger genutzt. Ein Batteriecheck vor dem Winter kann deshalb unangenehme Überraschungen am frühen Morgen verhindern.
Kleine Helfer für kalte Tage
Neben der Technik lohnt auch ein Blick auf die Ausstattung im Fahrzeug. Eiskratzer, Schneebesen und Scheibenenteiser gehören im Winter ebenso ins Auto wie eine Frostschutzdecke. Wer häufiger bei starkem Schneefall unterwegs ist, sollte zudem über Schneeketten nachdenken. Auch eine warme Decke kann hilfreich sein, falls eine Fahrt bei eisigen Temperaturen einmal unfreiwillig länger dauert.
Ein Türschlossenteiser kann ebenfalls hilfreich sein – allerdings nur, wenn er nicht im Fahrzeug liegt. Wer schon einmal vor einer zugefrorenen Autotür gestanden hat, weiß, warum dieser kleine Helfer seinen Platz besser in der Jackentasche als im Handschuhfach hat. Auch die Türdichtungen können vor dem Winter mit einem geeigneten Pflegemittel behandelt werden. So bleiben die Gummis geschmeidig und frieren weniger leicht fest.
Den Fachmann draufschauen lassen
Vieles lässt sich mit einem kurzen Blick selbst kontrollieren. Bei Bremsen, Batterie, Fahrwerk, Achsen und anderen sicherheitsrelevanten Komponenten ist der Fachmann jedoch die bessere Adresse. Ein professioneller Wintercheck kann Schwachstellen frühzeitig sichtbar machen und notwendige Arbeiten erledigen, bevor aus einem kleinen Problem eine gefährliche Situation wird.
Das gilt besonders für Punkte, die sich ohne entsprechende Fachkenntnisse nur schwer beurteilen lassen. Bei der Beleuchtung können beispielsweise nicht nur defekte Leuchtmittel, sondern auch falsch eingestellte Scheinwerfer eine Rolle spielen. Bei Fahrwerk und Achsen wiederum können Fehler die Straßenlage und das Bremsverhalten beeinflussen. Ein professioneller Check gibt hier zusätzliche Sicherheit.
Der Winter muss also nicht zur Belastungsprobe für Mensch und Maschine werden. Wer sein Auto rechtzeitig auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, schafft eine wichtige Voraussetzung für sichere Fahrten – auch dann, wenn Nässe, Nebel, Frost oder Glätte die Straßenverhältnisse schwieriger machen. Ein Termin bei der Fachwerkstatt lohnt sich deshalb nicht erst dann, wenn das Auto bereits Probleme macht.