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Witten

„Schmaus&Braus“ kommt an - mit Entwicklungspotenzial

Neues Format zur Innenstadt-Belebung startet gut. Der Wochenmarkt ist noch zu abgetrennt.

Gesellige Runden

An den aufgestellten Tischen und Bänken hatten einige Leute Platz genommen, gönnten sich ein kühles Getränk und plauderten entspannt miteinander. Einige andere lehnten sich in tiefen Strandstühlen zurück und ließen es noch chilliger angehen, mit Musik von DJ Steve im Hintergrund. So sah es bei der ersten Auflage des Event-Markts „Schmaus&Braus“ aus, der neu ins Leben gerufen worden ist. Zum Auftakt Ende Mai gab es den ersten Versuch, bei dem die Organisatoren feststellten, dass ihr Konzept einerseits aufgeht – andererseits aber noch modifiziert werden muss. Von Letzterem sprachen auch die Besucher.
Die Stadt Witten hatte sich schon länger auf die Fahne geschrieben, die Innenstadt neu zu beleben und wieder attraktiver zu machen. Das möchte die Verwaltung gemeinsam mit dem Stadtmarketing, bei dem seit diesem Jahr mit Jasmin Vogel eine neue Geschäftsführerin die Fäden zieht. Sie hatte nach ihrem Amtsantritt einige Ideen. Der Event-Markt war eine der größeren, für dessen Anlauf es Zeit benötigt. Nur knapp zwei Monate Zeit gab es für die Organisation der Veranstaltung, die von Mai bis Oktober immer am letzten Samstag des Monats stattfindet (von 11 bis 15 Uhr). Parallel zum Wochenmarkt (8 bis 14 Uhr), dessen wenige Händler von der Erweiterung profitieren sollen.

Wochenmarkt soll noch mehr gestärkt werden
Zur ersten Auflage fiel Besucherinnen und Besuchern jedoch direkt auf: Die Stände des Wochenmarktes und die des Event-Marktes waren abgetrennt voneinander aufgestellt. So, als ob es zwei nebeneinanderliegende Veranstaltungen sind. Ein Aspekt, der Vogel bewusst ist und den sie selbst vor Ort bemerkte. Sie erklärt: „Wir haben keine Nutzungsrechte für den Wochenmarkt, da er von der Deutschen Marktgilde bespielt wird.“ Es soll aber eine Annäherung geben, sodass beide Märkte wirklich ineinanderfließen. Vor allem soll der Wochenmarkt nicht verschwinden, sondern aufgewertet und gestärkt werden. „Das Ganze muss noch wachsen“, so Vogel.
Erste Effekte gab es schon und zum Konzept äußerten sich die Wittener durchaus positiv. „Es ist ein toller Einstieg ins Wochenende. Gäbe es nur den Wochenmarkt, wäre man nach ein paar Minuten wieder weg“, sagt etwa Nancy Bodden, die mit Sohn Benjamin (11) auf dem Rathausplatz war. Auch dort, wo es für die kleinen Gäste einen Parcours gab, der mit Bobby Cars oder Go-Cards durchfahren werden konnte. Was sie sich noch wünscht? „Ein Coffee-Bike wäre eine Idee.“ Allein, dass die Kinder einen Bereich zum Spielen haben, kam auch bei Christopher Gatzsch gut an. Auch ein Kinderkarussell war aufgebaut.

Stadtgesellschaft soll zusammenkommen
„Hier findet sich die Wittener Stadtgesellschaft wieder. Durch unsere Kooperationspartner erreichen wir die verschiedenen Zielgruppen“, schätzt Vogel mit Blick auf die Gäste, die sich gemütlich niedergelassen haben oder an den Ständen kleine Speisen und Getränke fanden. „Es muss etwas mit Essen zu tun haben, das wollen die Leute“, weiß Vogel, die hinsichtlich der Stände mit gastronomischem Angebot mit der Standortgemeinschaft Witten kooperiert. Zum Auftakt gab es unter anderem Flammkuchen von den Best Buddies, Gegrilltes vom Büffel Imbiss oder eine kostenlosen Natursauerteig-Verkostung der Pott Bakery.
Manche schauten auch kurz auf dem Wochenmarkt vorbei. „Es wäre gut, wenn es sich noch mehr integrieren würde“, findet Marina Sorgenicht, die an einem passend zur Jahreszeit organisiertem Wettkampf zum Start des Event-Markts teilnahm: Zehn Stangen Spargel schälen, auf Zeit. „Es war witzig“, sagt sie und freute sich am Ende mit einer Zeit von 1:30,92 Minute sogar über Platz zwei und einen kleinen Genusskorb – die Spargelstangen durften die Teilnehmenden ohnehin behalten. Auch Roswitha Girsig-Brauer war dabei. „Ich wurde von meiner Tochter ermuntert und fand es reizvoll, gegen Bürgermeister Dirk Leistner anzutreten.“ Sie kennt Spargelschälen aus früherer Zeit. „Wenn wir mit Freunden auf dem Campingplatz waren, haben wir einige Beutel mitgenommen und selbst zubereitet“, erzählt sie.
Mitgenommen vom Event-Markt hat sich Erich Reinhold ein Brot vom Stand der Pott Bakery. Mit einem Stück Kuchen setzten er und seine Frau sich dann an die Tische auf dem Rathausplatz. Dass sich viele treffen, gefällt ihm: „Die Idee des Markts ist gut. So ergibt sich auch Kommunikation zwischen Jung und Alt, was sonst eher vernachlässigt wird.“ So genoss er, dass etwas Leben in die Innenstadt kommt.
Von Hendrik Steimann