In der Mark lernen Kinder und Senioren gemeinsam die faszinierende Welt der Bienen kennen.
Was passiert eigentlich in einem Bienenstock? Wie entsteht Honig? Und was machen die Bienen im Winter? Auf diese und viele weitere Fragen gibt es in der Mark jetzt ganz praktische Antworten. Denn im Kindertreff „Abenteuerinsel“ und in der Nachbarschaft rund um das Café Schelle dreht sich neuerdings vieles um die fleißigen kleinen Insekten. Ein eigener Bienenstock ist das Herzstück eines Projektes, das Kinder und Senioren zusammenbringt.
Gemeinsam entdecken und erleben
„Jung trifft jung geblieben“ heißt das generationsübergreifende Projekt, das im Café Schelle entstanden ist. Kinder aus dem Kindertreff „Abenteuerinsel“ und Senioren aus der Nachbarschaft kommen dabei zusammen, um sich mit Umwelt und Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Doch mindestens genauso wichtig ist das Miteinander. Es wird gespielt, erzählt, gelacht und gemeinsam ausprobiert.
„Gerade diese Begegnungen machen das Projekt besonders. Die Kinder hören gerne zu, wenn die Älteren von früher erzählen“, erzählt Marion Scholten vom Café Schelle. Die Senioren wiederum erleben, wie neugierig und unbefangen die Kinder an neue Themen herangehen. So kommt man miteinander ins Gespräch, Berührungsängste werden kleiner und aus einem gemeinsamen Nachmittag kann Neues entstehen.
Ein Imker zeigt, was im Bienenstock passiert
Dass die Bienen nun eine so wichtige Rolle spielen, ist auch Wolfram Köhler-Waimann zu verdanken. Der ebenfalls in der Nachbarschaft wohnende Imker konnte für das Projekt gewonnen werden und bringt jede Menge Fachwissen mit.
Vor allem aber kann er zeigen, was im Bienenstock tatsächlich passiert. Im Jahresverlauf gibt es für die Gruppe deshalb einiges zu entdecken. Die Bienen werden für den Winter gefüttert und die Kinder und Senioren erfahren, wie die Tiere ihren Honig herstellen. Wenn es soweit ist, wird der Honig gemeinsam geschleudert. Und damit jeder später auch weiß, woher das süße Ergebnis kommt, dürfen die Teilnehmer sogar die Etiketten für „ihren“ Honig selbst gestalten.
Von der Biene zur Kerze
Doch der Bienenstock ist erst der Anfang. Auch gemeinsames Kerzenziehen und weitere Aktionen rund um Natur und Nachhaltigkeit sind geplant. Dabei geht es nicht nur darum, etwas Neues zu lernen. Vieles entsteht ganz nebenbei im gemeinsamen Tun: eine Frage, eine Geschichte, eine Idee – und schon kommen Jung und Alt miteinander ins Gespräch. Für Marion Scholten ist genau das die Stärke des Projektes.
Unterstützt wird das Projekt vom Deutschen Roten Kreuz Witten, der Siedlungsgesellschaft Witten (SGW) und der Wohnungsgenossenschaft Witten Ost (WWO). Auch Christian Linder von der WWO freut sich, dass sie die Fläche für so ein schönes Projekt zur Verfügung stellen konnten. „Uns liegt besonders die Nachbarschaft, die Nachhaltigkeit des Projekts und die Förderung der Kinder am Herzen.“
Viele Hände machen es möglich
Möglich wird „jung trifft jung geblieben“ vor allem durch das Engagement vieler Menschen. Die Finanzierung wurde zuletzt durch Fördergelder der Glücksspirale unterstützt. Für die Weiterführung ist inzwischen durch „dein Zuhause hilft“ gesorgt. Auch die Wittener Sparkassen- und Bürgerstiftung hat einen Teil zur Finanzierung beigetragen.
Und so ist der Bienenstock in der Mark mehr als ein Zuhause für ein fleißiges Bienenvolk. Er ist ein Treffpunkt für Generationen – und ein schönes Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Kinder und „Junggebliebene“ gemeinsam neugierig bleiben.
Von Jessica Niemerg