Es ging schnell an der Dresdener Straße. Eine Baustelle, die sich anders als viele nicht in die Länge zog, ist abgeschlossen.
Alles schön hergerichtet...
Das Ergebnis lässt sich sehen: Der Erweiterungsbau der Offenen Ganztagsbetreuung der Grundschule (OGGS) Börgersbruch ist im Juli, kurz vor den Sommerferien, eröffnet und bezogen worden. Nach 13 Monaten ist das Gebäude mit zwei Etagen mittels Modulbau entstanden und bietet moderne (digitale) Möglichkeiten für die wachsende Schülerzahl.
Dass ein Neubau direkt bezogen werden kann, sei laut Sprockhövels Bürgermeisterin Sabine Noll nicht selbstverständlich. Sie bezeichnet ihn und die Ausstattung als „zukunftsfähig und -trächtig“, was für das Lernen gebraucht werde. Der Komplex mit zum Standort passend rot-weißer Fassade und 1650 Quadratmeter Nutzfläche kostete die Stadt satte 6,535 Millionen Euro, hinzu kommen Ausstattung sowie laufende Betriebskosten. Über das Land NRW werden lediglich 320.000 Euro an Fördergeldern hinzugegeben. „Das Land verpflichtet die Kommunen, so ein Konzept umzusetzen. Wie es finanziert wird, überlässt es den Kommunen aber ebenfalls“, so Noll.
Schule durfte sich bei Farben und Möbeln einbringen
Stichwort Umsetzung: Die Schule durfte sich bei der Farbgestaltung, der Ausstattung oder den Möbeln mit einbringen. „Wir waren von Tag eins an in die Prozesse integriert und freuen uns nun, mehr Raum zu haben. Hier wurde Multifunktionalität geschaffen“, sagte Schulleiterin Jennifer Rogoza. Besonders interessant: Der Tag der Eröffnung am 9. Juli ist genau der Tag, an dem die Schule vor 50 Jahren eröffnet worden ist – ein doppelter Geburtstag also. Zu diesem durfte die „Kinderversammlung“ – gewählte Vertreter der einzelnen Klassen – mit auf Besichtigungstour gehen. Durch die Flure, die jeweils in unterschiedlicher Farbe gehalten sind: Im Erdgeschoss grau-gelb, in der ersten Etage blau und in der zweiten Etage grün. In den Etagen stehen Spinde und Sitzecken bereit.
Im Erdgeschoss ist neben Unterrichtsräumen eine Bibliothek untergebracht. Es gibt auf den Etagen kleine und große Spielräume, die auch für den Unterricht genutzt werden können und nicht allein für die Betreuung reserviert sind. Dort gibt es entsprechend Sitzgelegenheiten und Geräte. In jedem Zimmer befindet sich zudem eine eigene Lüftungsanlage, die Flure und WCs werden zentralisiert gesteuert. „Das Gebäude übertrifft energetische Vorgaben. Es werden nur 40 Prozent vom dem benötigt, was der Standard sagt“, erklärt Architekt Markus Muckenhaupt vom gleichnamigen Planungsbüro.
Insgesamt sind zehn Unterrichtsräume vorhanden, für Betreuung in der OGS sind 75 Plätze vorgesehen. An den Schildern aller Räume im Gebäude sowie an den Geländern und Aufzügen ist sogar Blindenschrift angebracht. Die Module, die den gesamten Komplex bilden, werden übrigens in einem Werk in Leipzig vorgefertigt. Die Tragstruktur bildet ein Hybridbau aus Holz und Stahl und kaum Beton. Innen liegen Estrich, darunter eine Fußbodenheizung und Kabeltrockenbau. Eine Wärmepumpe sowie Photovoltaik-Anlagen dienen der Energieeffizienz. Von der Baufirma Kleusberg werden 50 Jahre Nutzungsdauer versprochen. „Dann besteht Wiederverwendbarkeit der Rohstoffe an Baustellen“, erzählt Projektleiter Erik Sabranski. 50 Jahre alt war übrigens der Trafo auf dem Schulhof, der nun erneuert wurde.
Von Hendrik Steimann