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Hattingen

Neue Ruhrbrücke soll das Ruhrtal weiter aufwerten

Bessere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer – ein Pluspunkt für den Heimat-Tourismus.

Die Ansicht zeigt die neue Brücke, die die Hattinger Hüttenseite mit Winz-Baak verbinden soll.

2019 haben die Städte Herdecke, Wetter, Witten und Hattingen die „Entwicklungsstudie Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ vorgestellt. Vor dem Hintergrund der Internationalen Gartenausstellung 2027 vom 23. April bis 17. Oktober (IGA 2027) entwickelt die Stadt Hattingen neben der Sanierung des Gethmannschen Gartens in Blankenstein die Ruhrpromenade zwischen dem Campingplatz Stolle an der Ruhr und der Straße Ruhrblick. Das Ziel: Innenstadt, Ruhrtalradweg und Henrichshütten-Gelände besser zu verbinden und ein weiteres Highlight für den steigenden Heimat-Tourismus zu schaffen. Und das geht über eine Brücke für Fahrradfahrer und Fußgänger sowie eine Promenade zum Flanieren, Radfahren und Verweilen.
Auch die Bürger wurden 2021 in die Planungen einbezogen. Kritik gab und gibt es nicht nur von den Anwohnern im Hinblick auf Lärm und unerwünschtes Freizeitverhalten. Auch ökologische Bedenken und vor allem die Kosten werden negativ gesehen. Andere sehen die Brückenpläne jedoch positiv. Vor allem für den Tourismus wird Entwicklungspotenzial gesehen – und damit auch Mehreinnahmen für die Stadtentwicklung. Mehr Touristen, davon könnten Innenstadt, Hotellerie, Handel und Gastronomie profitieren. Insgesamt wurde durch den Tourismus im Ennepe-Ruhr-Kreis im Jahr 2019 ein Bruttoumsatz von 404,1 Mio. Euro erwirtschaftet. Davon entfallen rund 129 Mio. Euro auf den Übernachtungstourismus und 275,0 Mio. auf den Tagestourismus - so steht es im Tourismusbericht 2023 für den EN-Kreis. 
Kalkuliert wird das Hattinger Brückenprojekt allerdings insgesamt mit 9,4 Millionen Euro. Da braucht es Fördergelder und weil es mit dem Zeitplan für die IGA nicht klappt – hier hatte man auf Fördergelder gehofft -, sollen die Fördermittel jetzt vom Bund kommen. Das NRW-Verkehrsministerium geht davon aus, dass 7,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm des Bundes zur Nahmobiliät kommen werden. Der Spatenstich soll im IGA-Jahr 2027 erfolgen. 
Der Entwurf sieht eine Kombination zwischen Schrägkabel- und Hängebrücke vor. Zwischen Minigolfplatz und Skateranlage an der Ruhr nahe dem Hüttengelände soll es in einem geschwungenen Bogen auf die Winz-Baaker-Seite gehen. Dort soll die Brücke in einem Auwald enden. Auwälder sind dynamische, durch regelmäßige Hochwasser beeinflusste Waldgesellschaften an Flussufern. Eine umfassende ökologische Aufwertung und Extensivierung von Freiflächen ist in Zusammenarbeit mit dem RVR als Flächeneigentümer aber auf beiden Seiten der Ruhr vorgesehen. Neben Baumpflanzungen und Aufforstungen soll es eine naturnahe Promenade mit Wasserzugängen und Aufenthaltsbereichen geben. Die Bauzeit wird nach dem Spatenstich im IGA-Jahr anschließend auf etwa ein bis 1 1/2 Jahren geschätzt – je nach Wetterlage.

Von Dr. Anja Pielorz