Sanierungsarbeiten schränken den Betrieb weiterhin stark ein. Die Jubiläumsfeier fällt aus.
Die Fahrgäste mussten sich eine Weile gedulden, aber nun fährt die Muttenthalbahn wieder. Nach dem Muttentalfest nun regelmäßig jeden ersten Sonntag im Monat in der Zeit zwischen 11 und 17 Uhr. Allerdings kann in dieser Saison noch kein Halt an der Zeche Theresia gemacht werden. Grund dafür sind die nach wie vor aufwendigen Sanierungsarbeiten nach dem Starkregenereignis 2021, weshalb keine Museumsgäste empfangen werden können.
Die Grubenbahn fährt dort trotzdem in langsamem Tempo über die Gleise, damit die Fahrgäste einen Einblick in die historische Anlage erhalten. Gleichzeitig bekommen sie mit, welch massive Schäden es durch den Hangrutsch vor fünf Jahren gab. Gebäude sind noch zum Teil zerstört, auch der Lokschuppen ist betroffen. Daher bleiben die Räume im denkmalgeschützten Gebäude in dieser Saison zu, genauso wie das Café – wodurch es hohe Einnahmeeinbußen gibt. Doch ein Öffnen würde die Arbeiten, die durch den ehrenamtlich aufgestellte Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn e.V. vorgenommen und koordiniert werden, stören.
Einige harte Arbeiten sind abgeschlossen
Die Arbeitsgemeinschaft hat in der vergangenen Zeit einiges wieder in Schuss gebracht. „Die Arbeiten an der Stützmauer am Hang sind abgeschlossen. Die Rückwand des Gebäudes, die nicht mehr vorhanden war, ist unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wieder aufgebaut worden“, erzählt der Vorsitzende des Vereins, Hannsjörg Frank. Als nächstes steht die Installation einer neuen elektrischen Anlage an. Zudem müssen Fenster und Türen wieder hergerichtet werden. „Sie sind durch den Schlamm erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden“, sagt Frank.
Im Umfeld des Zechengebäudes müssen übrigens insgesamt rund 120 Meter Gleise und drei Weichen instand gesetzt werden. Weitere Gleise lagern bei einer Stahlbaufirma in Heven, da sie im Muttental lange feucht lagen. Für die Verlegung sind demnächst Tiefbauarbeiten erforderlich. Abgetragen werden muss auch noch eine dicke Schlammschicht. „Das Schotterbett ist etwa 20 Zentimeter hoch verschlammt“, so Frank. Die Arbeiten können teilweise noch nicht ausgeführt werden, weil über die Stadt Witten noch keine Aufträge an die entsprechenden Gewerke erteilt worden sind. Sicher ist dagegen: Die mittlere sechsstellige Summe, die die Aufbereitung kostet, ist über einen Sonderfonds gedeckt.
Zu jeder vollen Stunde kann die Bahn dennoch an der Haltestelle am Parkplatz Nachtigallstraße abfahren, eine halbe Stunde später geht es jeweils von der Haltestelle direkt an der Zeche Nachtigall zurück. Bedauerlich für den Verein: Im Herbst besteht er seit 40 Jahren. „Eine Jubiläumsfeier ist für uns unter den Umständen aber leider nicht realisierbar“, sagt Frank.
Von Hendrik Steimann