AVU unterstützt: Die Ortsgruppe Hattingen-Sprockhövel des ADFC.
Den Dach- und Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs gibt es schon lange. Er ist mittlerweile in mehr als 450 Städten vertreten. So auch in Hattingen und Sprockhövel, wo es seit 2021 eine eigene Ortsgruppe gibt, die dem Kreisverband Ennepe-Ruhr angehört. Sie befasst sich neben sportlichen Aktivitäten vor allem auch mit verkehrspolitischen Anliegen, nimmt Rikscha-Fahrten vor und bietet Hilfe bei der Reparatur von Fahrrädern an. In diesen Bereichen hilft ihm die Unterstützung der AVU.
Diejenigen, die sich in Hattingen federführend engagieren sind nicht nur begeisterte Radfahrer sondern auch schon länger über den Kreisverband in den beiden Kommunen aktiv. Das Engagement wurde in den vergangenen Jahren ausgeweitet und vor allem vor Ort sind immer neue Angebote entstanden. Dadurch, dass die Radfahrenden selbst viel unterwegs sind, stellen sie fest, an welchen Stellen es Optimierungsbedarf gibt. Die Infrastruktur soll sich etwa durch das Einrichten von Fahrradstraßen verbessern, Radwege zu Schulen und Stadtteilen sicherer werden und vorhandene Radwege sollen instand gehalten werden. Auch Ideen werden eingebracht oder an Projekten mitgewirkt. Zum Beispiel bei Gedanken zu Radstationen am Hattinger S-Bahnhof oder an der Glückauftrasse in Niedersprockhövel.
Hinweise an Kommunen und StraßenNRW
Es waren vor ein paar Jahren mal rund 40 Teilnehmer, die in Sprockhövel auf einer „Entdeckertour“ unterwegs waren und dabei 23 Mängel auflisteten. Etwa an der Stelle, an der die Glückauftrasse die viel befahrene Wuppertaler Straße kreuzt. Es entstanden Vorschläge zu roten Markierungen auf der Fahrbahn und Hinweisschildern zur Verkehrssicherheit. „Mit solchen Hinweisen gehen wir auf die Kommunen oder StraßenNRW zu. In Hattingen besteht dafür eine eigene Arbeitsgruppe“, erzählt der Vorsitzende der Ortsgruppe, Alfons Eilers. In Hattingen war der Fuß- und Radweg am Viadukt über die Nierenhofer Straße ein Thema. Die Zu- und Abfahrten sollen im Zuge des geplanten Abrisses verbessert werden, da sie an der Stelle sehr steil sind.
In Hattingen ist auch immer das Radfahren in der Fußgängerzone ein Thema. Der ADFC möchte die verschiedenen Ansichten zusammentragen und steht im sehr guten Austausch mit der Lokalpolitik – in beiden Städten. „Auf die 23 Punkte unserer Mängelliste in Sprockhövel hat Bürgermeisterin Sabine Noll sogar einen Arbeitskreis einberufen“, freut sich Eilers. Auch bei geplanten Fahrradstraßen bringt sich der Verein mit ein. Etwa in Haßlinghausen auf der Mittelstraße, wo auf dem Stück vor dem Netto-Markt ein Fuß- und Radweg vorhanden ist.
Sonst sei die Mittelstraße im Zentrum des Stadtteils schwierig, weil sie als Umleitungsstraße im Falle von Umleitungen der Autobahn dient. „Fahrspuren können nicht schmaler werden, also keine Fahrradstreifen eingerichtet werden. Auch die Einzelhändler benötigen auf dem Bürgersteig Platz. So müssen wir alle Interessen zusammenbekommen“, erklärt Eilers. Bei Überlegungen zur Neugestaltung der Hauptstraße in Niedersprockhövel möchte der ADFC seine Erfahrungen aus dem Alltag einbringen. „Es entwickelt sich – langsam, aber stetig“, so Eilers.
Fünf Rikschas sind unterwegs
Die Ortsgruppe verfügt mittlerweile über fünf Rikschas. Die erste gab es 2023 durch Preisgelder und Spenden. Drei Rikschas sind in Hattingen im Einsatz, zwei in Sprockhövel. Vor kurzem hat der Verein einen Transportanhänger angeschafft, auf dem zwei Rikschas bei Bedarf transportiert werden können. Der ADFC führt zwischen Mai und September wöchentlich kostenlose Fahrten in Senioren-Einrichtungen durch. Circa 260 Einsätze gibt es im Jahr, etwa 50 Pilotinnen und Piloten sind ehrenamtlich im Einsatz. Dazu Begleitpersonen für Notfälle. Es gibt auch Aktionen mit der Lebenshilfe.
„Immer mehr Institutionen kommen auf uns zu“, sagt Eilers. Das ist auch durch Werbung über die AVU der Fall. Alles, was an Preisen oder Zuwendungen über den Energieanbieter kommt, wird in die Rikschas investiert. „Es gibt laufende Kosten durch Pflege und Inspektion. Die AVU ist für uns ein Unterstützer und Multiplikator“, lobt Eilers. Die Rikscha-Fahrten sollen in jedem Fall privat bleiben und nicht kommerziell: „Uns ist wichtig, dass die Bewohnerinnen und Bewohner raus kommen und möglicherweise sogar mal an ihrem alten Zuhause vorbeifahren können.“
Viele Aktionen und Tagestouren
Auch für und mit Kindern gibt es Aktionen seitens des ADFC. Um Grundschüler auf ihre Fahrradprüfung vorzubereiten, wurden zuletzt die Räder überprüft und gegebenenfalls mit zuvor eingekauftem Material ausgestattet. Material und Expertise gibt es zudem im Reparaturcafé am Südring 23 in Hattingen. Der ADFC beschreibt: „Erfahrene Radfreaks geben am ersten Samstag in den Monaten April bis September Hilfe zur Selbsthilfe.“ Die Anlaufstelle gibt es seit 2023. „Wir wollen in Zukunft auch mal einen Workshop anbieten“, sagt Eilers. In Konkurrenz mit Fahrradhändlern tritt der ADFC nicht. Eine gemeinsame Aktion mit der Polizei zur Fahrradsicherheit gab es auch mal, ein E-Bike-Training. Mit Interessierten ist der ADFC auf Touren unterwegs. Dreimal wöchentlich: dienstags um 10.30 Uhr, jeweils eine kurze Tour (30 bis 40 Kilometer) und eine lange (bis 80 Kilometer), und freitags um 14 Uhr (15 Uhr zur Sommerzeit) eine kurze Tour.
Von Hendrik Steimann