Mika Labes und Lotta Englich erzielen unterschiedliche Ergebnisse in Skopje.
Mika Labes und Lotta Englich waren bei der U20-EM.
Der KSV Witten 07 war im Juli mit zwei Starts bei der U20-Europameisterschaft im nordmazedonischen Skopje vertreten. Im „Boris Trajkovski Sports Center“ haben sich die besten Nachwuchsringerinnen- und ringer des Kontinents auf der Matte gemessen. Darunter traten Mika Labes in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm und Lotta Englich in der Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm für Deutschland an.
Ärgerlich für Mika Labes: Er ist im ersten Kampf ausgeschieden, worin er 3:1 führte. Gegner Dimitri Duduk aus Weißrussland punktete am Ende aber entscheidend. „Mika hat leider einen taktischen Fehler gemacht, so dass er im Zugzwang war und punkten musste. Er hatte in Bodenoberlage gepunktet, aber die Schiedsrichter haben die Wertung nicht gegeben, weil sie nicht einstimmig waren“, schildert Trainer Mirko Englich. Der Kämpfer war sich nicht ganz sicher, ob er gepunktet hat oder nicht. Er agierte danach auf Risiko, wurde jedoch ausgekontert. So stand es am Ende 3:3. Da die letzte Wertung – in dem Falle der Punkt des Weißrussen zum Ausgleich – entscheidend ist, verlor Labes, der bereits in der U17 dreimal in Folge an einer Europameisterschaft teilgenommen hatte.
„Das war extrem unglücklich“, kommentierte sein Trainer. Denn: Der nächste Gegner in Runde zwei wäre ein favorisierter Sportler aus Armenien gewesen, der sogar am Ende das Finale erreichte. Für diejenigen, die gegen die späteren Finalteilnehmer verlieren, steht die sogenannte Hoffnungsrunde an, in der am Ende um Bronze gerungen wird. So verpasste der Wittener Sportler eine gute Möglichkeit und landete letztlich auf Rang 14 – eine Medaille war im Vorfeld eigentlich sein Ziel, nachdem er im Vorjahr knapp eine verpasste. Vor der EM hatte er sich beim international besetzten Brandenburg-Cup noch Silber gesichert und nahm an einem Trainingslehrgang teil.
Vereinskameradin Lotta Englich erreichte in Skopje Platz fünf. Aufgrund einer langen Verletzungspause hatte sie über ein Jahr lang keine Wettkämpfe bestreiten können. „Es ist ein ziemlich zäher Prozess. Teilweise ist ihr Rückstand noch erkennbar, auch wenn sie gute Fortschritte macht“, sagt der KSV-Vorsitzende Detlef Englich. In der U17 wurde seine Enkelin schon einmal Europameisterin. Und ein Lehrgang mit der Nationalmannschaft in Kirgisistan hat sie ein Stück nach vorne gebracht. Eine vordere Platzierung ordnete ihr Großvater im Vorfeld bereits als Erfolg ein.
Gegen die Türkin Elmira Yasin – U23-Europameisterin des Vorjahres – landete sie einen Schultersieg und kam ins Halbfinale, wo sie nach gutem Kampfverlauf gegen die Russin Diana Titova – der Vize-U20-Europameisterin des Vorjahres – unterlag. Für die KSV-Kämpferin ging es im Medaillenkampf um Bronze in der Hoffnungsrunde. Doch gegen die Serbin Evelin Ujhelji unterlag die Wittenerin, die damit am Ende nur Fünfte wurde.
Von Hendrik Steimann