Ev. Kirchengemeinde Hattingen-Sprockhövel kann nicht alle zwölf Gebäudekomplexe unterhalten.
Bildquelle: Pielorz
Die Ev. Kirchengemeinde Hattingen-Sprockhövel vereint seit dem 1. Januar 2026 unter diesem Namen sechs Einzelgemeinden: St. Georg, Johannes, Niederwenigern, Bredenscheid-Sprockhövel, Winz-Baak und Welper-Blankenstein. Hintergrund dieser Fusion ist die angespannte Finanzlage und die Chance, gemeinsam darauf besser reagieren zu können.
Diakonin Stefanie Schmidt, Gemeindeleitung, und Pfarrer Hansjörg Federmann, Vorsitzender der Gemeindeleitung, machen jetzt auf einer gut besuchten Infoveranstaltung deutlich: „Kirchengebäude sind mehr als Gebäude, sie sind uns eine Heimat. Doch Glaube und Gemeinschaft sind nicht an Gebäude gebunden.“ Mit diesen Worten schwören sie die Gemeindemitglieder auf den Rotstift ein, der da kommen wird. Die Zahl der Gemeindemitglieder sinkt seit Jahren und liegt derzeit bei rund 20.000. Den Einnahmen von 3,13 Millionen Euro stehen im laufenden Jahr Ausgaben von 4,28 Millionen gegenüber. Ein großer Anteil der Ausgaben entfällt auf den Unterhalt der zwölf Gebäudekomplexe. Um das Defizit von 1,15 Millionen Euro perspektivisch in den Griff zu bekommen, muss man sich von der Hälfte der Gebäude trennen. Ein Arbeitskreis hat mit externer Unterstützung alle Betriebs- und Erhaltungskosten geprüft. Fazit: Nicht bezahlbar. Die Landeskirche hat außerdem festgelegt, dass alle Gebäude bis 2035 klimaneutral werden müssen – bisher ist es kein einziges. Ausnahmen bestehen nur für die denkmalgeschützten Gebäude. Deutlich wird: der Verkauf des einen Gebäudes soll den Erhalt des anderen finanzieren. Für Welper steht beispielsweise die Entwicklung eines ökumenischen Zentrums mit der katholischen Gemeinde an – das Paul-Gerhardt-Haus soll abgegeben werden. Große Veränderungen gibt es vor allem in Blankenstein mit der Aufgabe von Kirche und Küsterladen. Auch in Holthausen, Bredenscheid, Sprockhövel sowie in der Hattinger Innenstadt durch die Aufgabe des Gemeindezentrums Augusta wird man sich vom Bestand trennen. Was bleiben soll: Man will nah bei den Menschen sein und in den Stadtteilen Räume für Angebote vorhalten.
Von Dr. Anja Pielorz
Planung in den einzelnen Ortsteilen
Winz-Baak:
Das ökumenische Zentrum Schützstraße bleibt.
Niederwenigern:
Die multifunktional genutzte Kirche bleibt.
Welper:
Paul-Gerhardt-Haus fällt weg.
Neuausrichtung mit St. Josef als Ökum. Zentrum.
Blankenstein:
Kirche und Küsterhaus fällt weg.
Die Gebäude bekommen einen neuen Eigentümer
Holthausen:
Gemeindezentrum und Pfarrhaus fällt weg.
Anmietung von Saal, Kaminraum und Sakralraum
Innenstadt:
Gemeindehaus Augustastraße fällt weg.
St. Georgs Kirche bleibt.
Südstadt:
Johannes Gemeindezentrum mit Sitz von Gemeinde- und Friedhofsbüro bleibt.
Bredenscheid-Stüter:
Gem.-Zentr. Wichernkirche/Wichernhaus fällt weg.
Martin-Luther-Kapelle bleibt.
Sprockhövel:
Gemeindehaus Perthesring fällt weg.
Kleinere neue Räumlichkeiten; Ev. Kirche bleibt.