AVU unterstützt: Den Katzenschutz Hattingen e.V.
Karin Bürger
Das Katzenhaus ist in Hattingen vielen bekannt, vor allem Tierliebhabern. Dort leben zeitweise abgegebene oder auch gefundene Katzen. Seit über 46 Jahren besteht der Katzenschutz, der in diesem Zeitraum tausende Tiere aufgenommen, versorgt und weitervermittelt hat.
Bereits vor der Vereinsgründung gab es den Cat-Sitter Club, der sich 1979 bildete und 1988 in den Verein überging (damals auch noch als Cat-Sitter Club Hattingen). Ursprünglich gründete sich die Gruppe, um Katzenbetreuung im Falle von Urlaub, Krankheit oder ähnlichen Anlässen zu ermöglichen. Ein Ziel, das sich in den ersten Jahren bereits ergab, war die Rettung von den „Samtpfoten“ in Not und eine Vermittlung an ein neues Zuhause. Seit Oktober 2011 befindet sich das Katzenhaus an einem neuen Standort in Hattingen-Welper, wo es zuvor schon war, aufgrund eines Eigentümerwechsels auf einem Privatgrundstück jedoch nicht bleiben konnte.
Der Verein hat einen neuen Unterschlupf in einer Gewerbeimmobilie gefunden. Im Katzenhaus gibt es vier Räume, in denen die Haustiere leben. Erst kürzlich wurden sie renoviert, da es einige Abnutzungserscheinungen gab oder zum Beispiel baulich für die helfenden Hände Erleichterungen wie ein Handlauf oder eine abgesenkte Stufe erfolgten. Neben neuen Kratzbäumen wurden kleine Regale zum Klettern und Ruhen gebaut, es gibt sogar ein Laufrad und vor allem hellere und gut verschließbare Räume. Im Haus werden die Vierbeiner nun schon über mehrere Jahrzehnte an 365 Tagen im Jahr versorgt.
Aufnahme nach Pflege- oder Todesfällen
In einem Raum leben zwei bis vier Katzen. Im März wurde eine Familie mit Mutter, Vater und zwei Kitten aufgenommen. Alle waren sehr aufgelöst, da sie aus ihrer vertrauten Umgebung herauskamen. Sie mussten abgegeben werden, da ihre Halterin schwer pflegebedürftig wurde. Das sind häufige Gründe, warum Katzen zum Verein gelangen. Auch durch Todesfälle ihrer Besitzer. 2025 gab es zudem eine Beschlagnahmung von Katzen aus einem Messihaus. Zuletzt gab es eine Katze, die eine ganze Weile alleine in einem Raum lebte. „Das war nötig, weil sie erst einmal runterkommen musste“, beschreibt die erste Vorsitzende des Vereins, Karin Bürger, die Lage. Ihr Besitzer war erst Mitte 30, hatte aber eine schwere fortschreitende Krankheit.
Außerdem gibt es einen „Quarantäne-Raum“, in dem etwa gefundene Katzen zeitweise leben, deren Geschichte nicht bekannt sind – bevor sie bereit für einen Tierarztbesuch sind. Kürzlich waren darin zwei Brüder. Für Meldungen ist der Verein immer dankbar. Die Katzen sollen trotz Schicksalsschlägen ihr Leben weiterführen können und wieder glücklich werden. Aber nicht jeder, der sich für eine Katze interessiert, erhält am Ende auch eine. Denn das neue Zuhause soll sicher sein. Der Verein bezieht zum Schutz der Tiere eine Gebühr. Damit soll sichergestellt werden, dass die künftigen Besitzer finanziell in der Lage sind, die Katze zu versorgen. Auch Vorkontrollen behält der Verein sich vor. Und: Kein Tier verlässt das Katzenhaus ohne Chip.
Knapp 100.000 Euro Tierarztkosten
„Wir stehen in der Verantwortung, dass es den Katzen gut geht“, betont die Vorsitzende. Daher spielen neben dem Chip bei ärztlichen Kontrollen auch Kastration, Impfungen, Zahnzustand und Blutbild eine Rolle. Der Verein hat im Laufe der Zeit knapp 100.000 Euro für Tierarztkosten aufgebracht. Das ist der größte Anteil, der investiert werden muss. Daneben gibt es hohe Kosten für das Futter. Im Katzenhaus müssen zudem Gas, Strom und Wasser finanziert werden. Über die AVU erhielt der Verein eine Förderung in Höhe von 500 Euro. „So eine einmalig hohe Spende macht schon viel aus, das bekommen wir nicht mal eben“, freut sich Bürger. Viele der Spenden, auf die der Verein angewiesen ist, kommen von den eigenen Mitgliedern. Neben ihrem Beitrag zahlen sie zusätzlich, um den Tieren helfen zu können. Es bestehen – unabhängig von dem jeweiligen Budget – zudem Kooperationen mit „Notfelle im Revier“ und der Streunerhilfe.
Was der Katzenschutz jederzeit gut gebrauchen kann, das sind Helfer. Ohne sie wäre die Betreuung der Tiere im Katzenhaus nicht möglich. Es gibt derzeit zwar einen Pool mit rund 30 ehrenamtlich engagierten Personen. Zuletzt waren einige Schichten unterbesetzt. Einspringen konnte aber immer noch jemand. Die Erstellung des Wochenplanes mit zwei Schichten pro Tag sei mitunter schwierig. Manche helfen rege mit. Der Altersdurchschnitt ist etwas gehoben, die meisten Personen aus dem Pool sind weiblich. Jüngere Personen haben oft aufgrund von Familie und Beruf weniger Zeit.
Neue Helfer erhalten eine Einweisung, ihnen wird ein paar Mal über die Schulter geschaut. „Sie müssen vor allem vertraut mit den Katzen werden, die sich plötzlich an eine neue Stimme gewöhnen müssen. Das ist für sie nicht einfach“, macht Bürger deutlich und schiebt hinterher: „Es bringt uns nichts, wenn jemand nur ein paar Mal aushilft und dann keine Zeit mehr hat.“ Vorerfahrungen mit Katzen seien gar nicht notwendig. Die Helfer versorgen die Tiere mit Futter und Wasser, säubern die Räumlichkeiten und Katzenklos, spielen aber auch mit den Gästen des Hauses. Am wichtigsten für die Tiere sowie den Fortbestand des Vereins sind laut Bürger: „Zuverlässigkeit und ein großes Herz für Tiere.“
Von Hendrik Steimann