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Sport

In sieben Monaten 17 Kilogramm abgenommen

Nicht nur durch intensives Training hat Tessa Kaminski ihren Weg eingeschlagen.

Laufen

Tessa Kaminski freut sich über ihre Erfolge.

Sie läuft in den vergangenen Wochen Bestzeit um Bestzeit, wenn sie bei Läufen für den TV Hasslinghausen an den Start geht oder einfach nur eine flotte Trainingseinheit einlegt: Tessa Kaminski aus Haßlinghausen steigert sich zuletzt. Sie hat in den vergangenen sieben Monaten 17 Kilogramm abgenommen und möchte ihren Lauf nun im wahrsten Sinne des Wortes fortsetzen. Wir haben mit der 32-Jährigen aus Sprockhövel-Haßlinghausen gesprochen.

IMAGE: Was war der ausschlaggebende Punkt dafür, dass du mit dem Abnehmen begonnen hast?
Im Prinzip ist es durch das Laufen selbst entstanden. Ich war zwar nie richtig langsam, aber immer ein Stück hinter den anderen. Also habe ich überlegt, was ich machen kann. Es gibt die Faustregel, dass Läufer pro Kilogramm weniger zwei Sekunden schneller über einen Kilometer laufen.
IMAGE: Ist es dir schwergefallen, dich in den ersten Tagen aufzuraffen und dich an deinen Plan zu halten?
Tatsächlich nicht. Ich hatte es in der Vergangenheit immer mal versucht, aber dann nicht weiter verfolgt. Diesmal hat es klick gemacht, es war wie einen Schalter umlegen. Ich habe auf Süßigkeiten verzichtet. Ich habe mir dabei kein direktes Verbot gesetzt, sonst entsteht erst recht Heißhunger. Aber ich habe nach einer Weile auch keinen Hunger mehr auf Süßigkeiten gehabt.
IMAGE: Wie lange hat es gedauert, bis du erste Erfolge auf der Waage gesehen hast?
Es ging relativ schnell immer Stück für Stück. Ich freue mich auch über kleine Fortschritte. Auf der Waage habe ich es nach vier Monaten dann deutlich gesehen: Da waren acht Kilogramm runter. So richtig auf der Laufstrecke gemerkt habe ich es, als ich in Hannover zehn Kilometer zum ersten Mal unter 60 Minuten gelaufen bin. Das wollte ich schon lange schaffen, war auch mal nah dran. Aber dann wieder weiter weg. Mit wenig Training hat es geklappt und das war ein Meilenstein für mich. Nach meinem Urlaub im Mai wurde ich von vielen angesprochen, dass ich mich optisch verändert habe. Es fiel auf.
IMAGE: Hattest du dir ein konkretes Ziel gesetzt?
Nein. Ich habe einfach geschaut, wie es klappt. Ich habe kleine Schritte gemacht, die ich gut erreichen kann, um motiviert zu bleiben. Ich hätte anfangs gar nicht gedacht, dass ich es schaffe, bis zu 20 Kilogramm abzunehmen. Nun halte ich es für absolut realistisch.
IMAGE: Was genau hast du unternommen, um Gewicht zu verlieren?
Ich habe Kalorien gezählt, aber nicht extrem penibel. Morgens zum Frühstück trinke ich einen Proteinshake, damit die Muskeln gut erhalten bleiben. Mittags esse ich ein Brot oder ein Brötchen. Abends esse ich eine normale Mahlzeit, mit viel Gemüse, um satt zu werden. Ich zähle dabei nicht exakt die Kalorien. Aber ich schaue, dass ich nur 1500 bis 2000 zu mir nehme. Ich habe mir auch mal erlaubt, eine Pizza zu essen. Dann aber nicht noch etwas anderes, was viele Kalorien hat.
IMAGE: Was ist dir im Verlaufe der Monate begegnet, womit du nicht gerechnet hast? Gab es mal kleine Hürden?
Generell hätte ich anfangs nicht gedacht, dass es so gut funktioniert. Ich habe kaum Personen davon erzählt, dass ich es vorhabe. Ich wollte mich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen. Das Einzige, was ich gesehen habe: Das Gewicht stockt zwischendurch auch mal, obwohl ich mich gleich ernährt habe. Aber das gehört dazu und sollte einen nicht davon abhalten weiterzumachen.
IMAGE: Wann hast du nach Start deines Plans erstmals eine 
Bestzeit verbessert?
Mitte April, bei den zehn Kilometern in Hannover. Ich bin 58:59 Minuten gelaufen. Am 14. Juni habe ich mich dann noch einmal verbessert, sogar auf 55:07 Minuten. Das war schon krass und ein echtes Erlebnis für mich. 
Über fünf Kilometer habe ich mich am 30. Mai beim Park Run um den Kemnader See verbessert, auf 26:12 Minuten. Vorher brauchte ich für die Strecke immer um die 28 Minuten. Bei einem 7-Stunden-Lauf habe ich 47 Kilometer geschafft und wurde sogar zweitbeste Frau, was mich sehr überrascht hat.
IMAGE: Wie hast du dich gefühlt, als du gesehen hast, dass es „läuft“?
Die kleinen Schritte haben mich gefreut. Beim Lauftreff des TV Hasslinghausen war es schön zu hören, was andere gesagt haben: Du zeigst uns, was möglich ist. Ich habe dadurch gesehen, dass ich auch andere inspirieren kann. Es hat sich gelohnt, es fühlte sich an wie eine Eigenbestätigung.
IMAGE: Was ist dein nächstes Ziel?
Eine Bestzeit im Halbmarathon. Im Oktober ist einer geplant. Außerdem möchte ich meine Zeiten über fünf und zehn Kilometer weiter verbessern. Über fünf Kilometer auf 25 Minuten und über zehn Kilometer möchte ich unter 55 Minuten laufen. Außerdem möchte ich die Zahl von 20 
Kilogramm erreichen.
IMAGE: Was kannst du anderen mit auf den Weg geben, die 
Ähnliches vorhaben?
Wirklich kleine Ziele setzen und daran festhalten. 
Es ist wie in vielen Bereichen im Leben: Man muss trotzdem dranbleiben, seine Routinen beibehalten und dann geht es weiter. Man darf nicht zu schnell aufgeben. Man muss auch nicht immer das gleiche essen, aber ähnliches. Und sich auch mal etwas gönnen und nicht zu ernst nehmen – aber dabei nicht nachlassen.
Von Hendrik Steimann