Schwerkrank, Schaf-Champion und jetzt Papa...
Iris Behrens und Burkhardt Pfläging mit Matti, dem Erstgeborenen von Champion Haldor. Moorschnucken leisten einen großen Beitrag für Natur- und Klimaschutz.
Erinnern Sie sich noch an Haldor? IMAGE hat 2025 über die Moorschnucke berichtet. Haldor war an der Blauzungenkrankheit erkrankt. Doch seine Besitzer Burkhardt Pfläging und Iris Behrens wollten ihn nicht aufgeben. Pfläging versuchte es erfolgreich mit Herzmassage und Päppelbrei – und es klappte. Sogar so gut, dass sich Iris Behrens und Burkhardt Pfläging entschlossen, ihn mit seinen zwei Halbbrüdern bei den Schaftagen NRW 2025 vorzustellen. Haldor ließ alle Tiere hinter sich und wurde Landessieger! Und es kommt noch besser: Mit seinen Halbbrüdern Svavar und Halvar schnitt Haldor mit der Bewertung 8/8/8 (Wolle, Bemuskelung, Äußere Erscheinung) so gut ab, dass die drei in der Sonderwertung „Drei Söhne vom selben Vater“ auch noch mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurden. Jetzt wurde Haldor zum ersten Mal Vater. Söhnchen Matti besucht in Sprockhövel einen Kindergarten. Kurze Zeit später wurden ihm von zwei weiteren Schafdamen noch drei Töchter, darunter Zwillinge, geboren. Für die Schaftage NRW 2026 vom 14. bis 16. August ist Haldor schon zu alt – diesmal tritt Jährlingsbock Knuth an.
Der gebürtige Hattinger Burkhardt Pfläging, seit vielen Jahren Sprockhöveler, und seine Frau Iris Behrens halten seit 2013 Schafe. Iris Behrens ist Herdbuchzüchterin und eine beim Schafzuchtverband eingetragene Moorschnucken-Züchterin, eine seltene vom Aussterben bedrohte Rasse. Burkhardt Pfläging ist Orchestergeschäftsführer vom Sinfonieorchester Wuppertal. „2012 haben meine Geschwister und ich von meinen Eltern eine Weide geerbt und wir haben mit fünf Schafen angefangen – wir dachten, dann hätten wir keine Arbeit mit der Weide. Finde den Fehler“, lacht er. Mittlerweile hat er eine Zertifizierung für Schafschur und eine zum Betäuben und Töten von Kleinwiederkäuern erworben – um im äußersten Notfall Tiere erlösen zu können. Die Moorschnucken sind Iris Behrens und Burkhardt Pfläging sehr ans Herz gewachsen und sie investieren viel Zeit in die Liebe zu den Tieren. IMAGE berichtete 2025 schon über die besondere Geschichte des Schafes mit Namen Haldor.
Jetzt gibt es Neuigkeiten von dem Moorschnucken-Bock. Er wurde zum ersten Mal Papa! „Wir haben im Herbst 2025 für Haldor drei Mädels nördlich von Bremen abgeholt – quasi buchstäblich aus dem Moor“, berichtet Burkhardt Pfläging die Vorgeschichte und ergänzt: „Wussten Sie übrigens, dass Moorschnucken sich durch ihre enorme Agilität und Leichtigkeit selbstständig aus Moorlöchern befreien können? Zwei weitere weibliche Tiere für Haldor kamen dann zusätzlich aus einer anderen Herde und Tippi aus unserer eigenen Herde kam noch dazu. Bei ihr war der Inzest-Koefizient so niedrig, dass sie bedenkenlos in den sogenannten Anpaarungsplan aufgenommen werden konnte. Wir waren alle gespannt, was passieren würde.“
Stammhalter Matti wurde geboren
Jetzt war es soweit. Nach 150 Tagen Tragezeit wurde Tippi Mama von Matti. Ein kleines Böckchen, mit 3800 Gramm für ein Moorschnucken-Lamm ein beachtliches Gewicht, erblickte das Licht der Welt und tollt fröhlich durch den Lämmchen-Kindergarten. Papa Haldor lebt derzeit mit vier weiteren Böcken in einer Männer-WG in Hattingen. Drei Monate wird Matti mit Mama Tippi in der Mutter-Kind-Gruppe leben. Dann kommt er in die Bockgruppe zum Vater und wird irgendwann in einer anderen Herde hoffentlich für weiteren Nachwuchs bei den Moorschnucken sorgen. Mittlerweile ist Haldor auch Vater von Töchtern geworden: Skrollan und Swantje werden bestimmt glückliche Moorschnucken-Mamas und dafür sorgen, dass die seltene Schafrasse nicht ausstirbt.
Von Dr. Anja Pielorz