Logo
Witten

Gutes Vorlesen bestätigt Trend der vergangenen Jahre

Vorlesewettbewerb in der Stadtbibliothek.

Gruppenbild

Die Teilnehmenden des Vorlesewettbewerbs mit Vertretern der Ausrichter.

Bereits zum 20. Mal hat die Bibliothek Witten in Kooperation mit dem Wittener Lions und Rotary Club den Vorlesewettbewerb der Wittener Grund-, Waldorf- und Förderschulen (4. Klassen) ausgerichtet. Die Schulen hatten ihre jeweils besten Vorlesenden vor den Osterferien zum Vorentscheid geschickt – insgesamt traten zwölf Kinder im Finale an.

Die Jury bestand in diesem Jahr aus Andrea Pfeiffer (Stabsstelle für Integration und Städtepartnerschaft), Ulrike Gilsebach (LitWIT/ Mentor e.V.) sowie Christina Theling (Kinderbibliothek). Sie freuten sich über die gute Resonanz, von manchen Schulen haben sich sogar mehrere Kinder beteiligt – nach mehreren Runden waren bereits 37 Kinder im Vorentscheid. Generell spürt die Bücherei, dass Grundschüler wieder mehr Spaß am Lesen haben als noch vor ein paar Jahren, die Anmeldezahlen sind im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie gestiegen. „Die Kinder wollen hierhin kommen. Das Lesen soll belohnt werden“, sagt Theling, die gemeinsam mit allen Beteiligten das Lesen fördern und darüber das Vorlesen erreichen möchte.

Wieder mehr Spaß am Lesen
Während die Kinder im Vorentscheid einen eigenen Text vorlesen durften, bekamen sie im Finale neben eigenen Werken zusätzlich eine kurze Passage eines ihnen unbekannten Buches als Aufgabe – aus „Rocky Winterfeld – ziemlich neben der Spur“ von Autorin Marie Hüttner. Und das vor Publikum. Die Kinder müssen sich also gleichzeitig etwas trauen. „Es geht um Lesetechnik, aber auch um Textgestaltung und wie Kinder die Texte präsentieren“, erklärt Theling. Zum Lesen motivieren übrigens meistens Comics. Manche Schüler haben sogar mit verteilten Rollenstimmen vorgelesen. „Sie tendieren in die schauspielerische Richtung. Dabei denke ich: Hoffentlich gibt es an der Schule, die sie später besuchen, eine Theater AG“, wirft Theling ein. Bei der Buchauswahl für das Finale sollen nicht zu schwere Wörter oder Fremdbegriffe im Text vorkommen. „Es soll außerdem eine Geschichte sein, die dem gesamten Publikum gefällt. Sie wird von mehreren Kindern nach und nach vorgelesen“, erzählt die Mitarbeiterin der Kinderbibliothek.
Die Bücherei ruft bewusst dazu auf, dass auch Kinder mit Migrationshintergrund, die die Sprache noch lernen, teilnehmen sollen. Diesmal war ein Mädchen im Finale, das erst seit zwei Jahren in Deutschland lebt. „Wir hätten es kaum gemerkt, wenn wir das nicht gewusst hätten. Das sind Leistungen, die wir honorieren möchten, wenn sich ein Kind so sehr um den Spracherwerb bemüht“, sagt Theling. Dafür gibt es einen Preis für besondere Leistungen. Insgesamt werden Platz eins bis vier mit Buchgutscheinen im Wert von 15 Euro als Preise bedacht – um die Kinder weiterhin an das Lesen zu binden.
Gewonnen hat am Ende Yassin El Masri (Pferdebachschule) vor Lennie Bramkamp (Harkortschule), Clara Bachstein (Grundschule Rüdinghausen) und Aryna Kostiuk (Bruchschule). Jedes Kind durfte zudem das Buch mit nach Hause nehmen, aus dem alle vorlesen mussten. Alle Schulvereine der beteiligten Schulen erhielten eine Spende von jeweils 100 Euro.

Von Hendrik Steimann