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Witten

Goldemar prägt die Herbeder Fußgängerzone

Die Skulptur des Zwergenkönigs aus der Sage wurde mehrmals bearbeitet.

Goldemar

Sie begrüßt seit 25 Jahren die Menschen am Eingang der Fußgängerzone in der Meesmannstraße in Witten-Herbede: Die Skulptur der Sagenfigur Goldemar. Sie hängt an einer fünf Meter hohen Eisenstange. Aufgestellt worden ist sie damals von der heimischen Künstlerin Almut Rybarsch-Tarry anlässlich des 1150. Jubiläums von Herbede. Sie gab dem Zwergenkönig, der unsichtbar auf der Burg Hardenstein gelebt haben soll, einen besonderen Platz.
Im Jahr 2001 wurde die Gesamtkonstruktion auf der freien Fläche an der vorhandenen Mauer errichtet. Zuerst war die Platzierung auf einem der Kreisverkehre angedacht, um das Werk noch prominenter zu platzieren – doch sie waren noch nicht fertiggestellt. Deshalb wurde es die Meesmannstraße. Zuvor holte sich die Künstlerin die Genehmigung der Stadt Witten ein und erstellte das Kunstwerk in aufwendiger Eigenarbeit aus eigenen finanziellen Mitteln. Ein Fundament wurde gegossen, die Treppenstange – die von einem Schlosser geschweißt worden ist – wurde angesetzt. Die circa 1,50 Meter große Figur wurde geformt und mittels Zementfaserspachtel hergestellt.
Besonders auffallend waren 20 Jahre lang die borstigen Haare, die aus Nägeln bestehen und mit einbetoniert wurden. An der Stange wurden sieben Treppenstufen angesetzt, auf denen Goldemar damals nachts auf Erbsen ausgerutscht und heruntergestürzt sein soll, als ein Küchenjunge ihn enttarnen wollte. Der Junge sitzt als Zementsandgemisch unten auf der Mauer, wurde zwischenzeitlich mal poliert. Der Zwerg verlor seinen Hut, wurde somit sichtbar und fraß den Jungen auf. Der durch die Luft geflogene Hut ist an der obersten Stufe angebracht. Er blieb wie Stange und Treppen über die Jahre hinweg immer gleich. Da der Beton der Figur im Verlaufe der Zeit vielen Witterungen ausgesetzt war, wurde sie zwischendurch repariert und Oberteil (rot), Hose (grün) und Schuhe (orange) erhielten einen Farbanstrich.
„Es war klar, dass das Material nicht für immer halten wird“, sagt Paul Rybarsch, Vater der Künstlerin. Das Kunstwerk wurde bewusst hoch an der Stange angebracht, um vor kletternden Kindern und Vandalismus geschützt zu sein. 2021 wurde die Skulptur abgenommen, Rybarsch-Tarry formte sie neu und veränderte dabei die Körperhaltung und das Körpervolumen von Goldemar etwas. Die Körperteile wurden einzeln in einer Gießerei in Drensteinfurt aus Aluminium gegossen und anschließend zusammengesetzt. Leicht verändert sind seitdem etwa das Gesicht, der Bart und die Kleidung. „Da der Guss nicht einfach ist, brauchte es ein paar Anpassungen. Bei dem ersten Entwurf war meine Tochter in der Gestaltung frei, beim zweiten wurde alles kleinteilig und unheimlich sauber gemacht“, erzählt ihr Vater.
Das Werk soll so nun für immer halten und nicht mehr verändert werden. Goldemar ist seit fünf Jahren etwas aufgerichteter auf der dritten Stufe aufgesetzt, sein Gesicht nicht mehr nur dem Himmel zugewendet, sondern den Menschen auf der Straße.

Von Hendrik Steimann