Stadt Witten hat Grundstück an Mediacampus GmbH verkauft. Bauvorhaben kostet 20 Millionen.
Die Beteiligten des Projektes freuen sich über den Vertragsabschluss.
Die Brachflächen an der Ecke Alfred-Herrhausen-Straße/Pferdebachstraße in Witten sollen endlich verschwinden und der Stadt nicht nur ein schöneres Bild verliehen werden. Ein erster wichtiger Schritt ist nun vollzogen worden. Die Stadt hat das Grundstück neben dem Parkhaus an der Universität Witten/Herdecke an die Mediacampus GmbH veräußert. Der Investor plant an der Stelle ein großes Gesundheits- und Forschungszentrum für rund 20 Millionen Euro.
Bis die ersten Bagger rollen, wird es noch dauern. Der Bauantrag ist zuletzt gestellt worden, zum Ende des Jahres rechnet der Investor mit der Genehmigung, damit erste Vorarbeiten beginnen können. Der eigentliche Baustart wird erst im Frühjahr 2027 erfolgen, schätzt Patrick Reichel, Geschäftsführer der Mediacampus GmbH. Dann werden mindestens 18 Monate Bauzeit eingeplant. Auf der Fläche, die aktuell zugewuchert ist, werden ein paar Bäume gefällt. Teilweise können sie erhalten bleiben. Wegfallende Grünflächen sind laut Stadt bereits im Vorfeld an anderer Stelle in der Stadt eingeplant worden.
Auf der rund 7000 Quadratmeter großen Fläche entsteht ein großes Gebäude mit mehreren Eingängen, in dem ein gesunder Mix aus fachmedizinischen Bereichen untergebracht werden soll. Es sollen niedergelassene Ärzte, neue Praxen, einziehen. Dies sei mit der Ärzteschaft aus Witten und der Uni abgestimmt. „Es soll eine Ergänzung statt einer Konkurrenz sein“, betont Wittens Bürgermeister Dirk Leistner. Der Blick richtet sich deshalb auch auf das Umfeld. Reichelt gibt auf dem Areal rund 7500 Quadratmeter Mietfläche im Gebäude an. Die obere Gebäudeetage ist für den Bereich Demenz (Forschung, Wohngemeinschaft, Pflege) vorgesehen. Die Dachfassaden werden laut Architekt Stefan Schausten begrünt und mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet – ganz nach Niedrigenergiestandard, der über den Betrieb durch regenerative Energien erfüllt wird.
„Was anspruchsvoll wird, ist die Umlegung einer Entwässerungsanlage. Jemanden zu finden, der das mit uns umsetzt und eine kreative Lösung findet, war nicht leicht“, sagt Anja Reinken, Leiterin der Wittener Wirtschaftsförderung. Auch beim Thema Parken ist noch eine Frage ungeklärt: Es besteht die Option, eine Tiefgarage zu bauen oder mit dem Betreiber des nebenanliegenden Parkhauses zu kooperieren. Da es zuletzt vermehrt zu Parkproblemen rund um das Unigelände kam, ist geplant, die Alfred-Herrhausen-Straße nach Abschluss des Projekts mit zusätzlichen Parkflächen und Gehwegen auszubauen und aufzuwerten.
Stichwort Uni: Sie spielt bei dem gesamten Projekt eine wichtige Rolle. Leistner sagt: „Es tut der Uni gut. Es wird ein erkennbares Entree von der Stadt aus geben, das ist wichtig.“ Architektonisch soll das neue Gebäude daher entsprechend gestaltet sein, zumindest der Eingangsbereich. Auch auf der gegenüberliegenden Brachfläche ist dies geplant, wenn ein Investor gefunden ist. So solle der Stil des Unicampus widergespiegelt werden. „Das Projekt wird einen Impuls geben“, sind sich die Verantwortlichen der Stadtverwaltung sicher. Reinken sagt: „Es ist eines der großen Investments im Bereich Gewerbe. Für Witten ist es ein herausragendes Projekt.“
Von Hendrik Steimann