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Gesundheit

Gesunde Füße: Passende Schuhe für ein tragendes Fundament

Wenn es den Füßen nicht gutgeht, können wir nicht gut gehen. Es geht uns nicht gut – im Wortsinn.

Christian Geller

Christian Geller zeigt zwei Wanderschuhe. „Outdoor-Schuhe sind sehr vielfältig – vom Spaziergang bis zum Bergsteigen gibt es das passende Schuhwerk.“

„Gehen und Wandern sind gut für Körper und Geist. Wenn wir unsere Füße bewegen, setzen wir auch unsere Gedanken in Bewegung. Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Voraussetzung ist ein guter Schuh für den Fuß“, sagt Christian Geller vom gleichnamigen Schuhhaus.

Ist der Schuh montiert oder gestrobelt?
Wer zu Fuß unterwegs sein möchte, muss seinen Füßen die richtigen Schuhe anziehen. „Der Begriff ,Outdoor‘ ist sehr weit gefasst. Vom ländlichen Spaziergang über Städtetouren bis hin zum Bergsteigen – alles ist Outdoor. Wichtig ist deshalb zunächst eine Bedarfsermittlung. Welcher Schuh soll es für welchen Anlass sein? Dabei hat neben der Optik der Komfort einen hohen Stellenwert. Viele Menschen wünschen sich einen leichten, weichen und wasserdichten Schuh, wenn sie unterwegs sind. Auf felsigem Untergrund braucht es aber beispielsweise eine andere Sohle als in der Stadt. Deshalb ist gute Beratung sehr wichtig. Wir haben heute eine große Vielfalt an Materialien und Farben. Während früher Wanderschuhe in der Regel braun oder schwarz waren, gibt es heute eine große Farbpalette“, erzählt Geller. 
Der Schuhexperte weiß: „Gute Schuhe bieten dem Fuß genügend Platz. Sind Schuhe zu fest oder zu eng, verkümmern die Fußmuskeln. Es entstehen Druckstellen oder Probleme wie Hallux valgus (Fehlstellung des Großzehengrundgelenks; umgangssprachlich „Ballenzeh“). In guten Schuhen können sich die Zehen frei bewegen und sogar spreizen. Ein Schuh darf aber auch nicht zu groß sein, weil der Fuß dann im Schuh rutscht und keinen Halt findet. Wichtig ist zweitens die Sohle. Sie muss stoßabsorbierend sein, damit sie Knie, Hüfte und Wirbelsäule beim Gehen entlasten kann. Drittens ist das Fußklima wichtig. Hochwertige Materialien verhindern Feuchtigkeit und beugen Hauterkrankungen vor.“
Neben der Länge kommt es bei einem Schuh auf die Weite an. „In der Regel lassen wir den erwachsenen Fuß auf der herausnehmbaren Innensohle stehen. So können wir optimal feststellen, ob Länge und Weite passen. Der Vorteil bei herausnehmbaren Sohlen ist übrigens auch, dass man sie durch orthopädische Einlegesohlen gut ersetzen kann.“ 
Nachhaltigkeit ist ein weiteres Thema. „Wenn ein Schuh montiert und nicht gestrobelt ist, kann man die Sohle austauschen. Bei Wanderschuhen schicken wir sie zum Hersteller, der eine neue Sohle montiert. Gestrobelt und montiert sind zwei verschiedene Verfahren, wie das Oberteil eines Schuhs mit der Sohle verbunden wird. Montierte Schuhe bieten mehr Stabilität und Formbeständigkeit, gerade bei Wanderschuhen für die Sicherheit wichtig. Wanderschuhe sind quasi ein Sportgerät. Im Winter führen wir übrigens auch Wanderschuhe mit Warmfutter.“
Füße sind oft leicht unterschiedlich groß. „Es gibt nicht DIE eine Passform, noch nicht einmal von ein- und derselben Marke. Deshalb sollten Schuhe immer anprobiert werden und zwar beide. Bei leicht unterschiedlichen Füßen haben wir Möglichkeit zum Ausgleich. Der größere oder weitere Fuß gibt dabei den Ton an. Gerade Outdoor-Schuhe sollten gut eingelaufen werden. Zunächst in der Wohnung, dann draußen. Denn wie sagt man im Fußball: Wichtig ist auf‘m Platz.“ 
Wenn die Füße regelmäßig in Bewegung kommen, sei es durch Fußgymnastik, Spazierengehen, Walken oder Joggen werden Fußmuskeln und Bänder gestärkt. Sie müssen immerhin unseren ganzen Körper tragen. Ein starkes Fundament ist wichtig. Gute Pflege mit warmen Bädern, Hornhautentfernung und Peelings gehören dazu, denn eine gepflegte, gesunde Haut kann sich beispielsweise gegen Pilzsporen besser wehren als zu trockene Haut. 
Wenn gepflegte Füße dann in guten Schuhen stecken, steht dem starken Auftritt nichts meht im Wege.
Von Dr. Anja Pielorz