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Hattingen

Gartendenkmal in Blankenstein soll Besucher anlocken

Gethmannscher Garten: Lustwandeln nicht nur während der Gartenausstellung 2027.

Der Schneckengang des Gethmannschen Gartens in Blankenstein.

Die Blankensteiner Kaufmannsfamilie Gethmann prägte den Ort viele Jahrhunderte. Sie war nicht nur wohlhabend, sie engagierte sich im Blankensteiner Leben wie Thysssen Kupp in Essen. Aber: Sie ging nicht den Weg eines Industriebarons, sondern sie blieb nahbar am Ort und die Schöpfung ihres eigenen Gartens teilte sie öffentlich mit allen, die Freude am Landschaftsgarten hatten. 
Der Gethmannsche Garten wurde ab 1806 vom Kaufmann und Tuchfabrikant Carl Friedrich Gethmann(1777–1865) „zur Freude und Erholung seiner Mitbürger und aller Besucher des Städtchens Blankenstein“ angelegt. Ziel war ein Landschaftsgarten mit einer natürlichen, aber gebändigten Landschaft. Er gehörte zu den ersten öffentlichen Gärten in Deutschland, die jedem Bürger frei zugänglich waren. Und er ist Teil der IGA Internationalen Gartenausstellung 2027. Diese findet im Ruhrgebiet statt. Hauptattraktion sind die sogenannten „Zukunftsgärten“ in Duisburg, Gelsenkirchen, Dortmund, Lünen und im Emscherland. Hattingen nimmt mit dem Gethmannschen Garten und der Ruhrpromenade auf der Rauendahler Seite teil. Bereits seit 2021 erfolgt eine ökologische Aufwertung des Gartens verbunden mit der Herausarbeitung der historischen Gestaltungsprinzipien und künstlerischen Elemente, etwa des Schneckengangs und des Friedrichsberges. Die Erweiterung des Spielplatzes und die Aufwertung der Eingänge zum Gethmannschen Garten sind Thema für 2026. Außerdem folgen Wege- und Platzarbeiten im Garten.

Das passiert im Gethmannschen Garten
Insbesondere im Bereich des Haupteingangs sind Veränderungen vorgesehen. Der Eingangbereich an dem Stadtmuseum Blankenstein wird durch eine stauden- und insektenfreundliche Heckenbepflanzung optisch und ökologisch aufgewertet. Der kleine gepflasterte Weg an der Skulptur „Woz“, ursprünglich für Dienstfahrzeuge angelegt, wird durch eine hell abgestreute Asphalt-Wegeschleife, die deutlich barriereärmer ist, ersetzt. Dadurch soll der Haupteingangsbereich entlang der oberen Spielplatzmauer künftig klarer erkennbar sein.
Prägende Elemente des Gartens werden instand gesetzt. So werden unter anderem die „Himmelstreppe“ sowie eine Treppenanlage am Belvedere neu gebaut und die historischeTreppe zum Friedhof aufwendig saniert. Am Belvedere-Aussichtspunkt ist eine Fugensanierung vorgesehen und später auch die Sanierung des historischen Geländers.
Ein Schwerpunkt der kommenden Monate liegt auf dem Spielplatz. Geplant ist ein großes Spielgerüst, das über eine Luftbrücke mit dem oberen Spielplatzbereich verbunden wird. Der neue untere Bereich soll insbesondere für jüngere Kinder gestaltet werden, während der obere Teil künftig auch ältere Kinder und Jugendliche anspricht. Vorgesehen ist dort eine Calisthenics-Anlage mit Outdoor-Sportgeräten. Ergänzt wird das Angebot durch eine große Schaukel, einen Drehkreisel sowie zusätzliche Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellanlagen. Es werden nicht nur neue Bäume im Spielbereich gepflanzt, sondern auch im angrenzenden Parkplatzbereich. Die neue Belvedere-Route – eine Entdeckerschleife zum geplanten Ruhrtalsteig – soll zudem eine Verbindung zu den Stadtteilen Blankenstein und Welper, zur Ruhr sowie in die Hattinger Altstadt und nicht zuletzt zum LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen schaffen.
„Die Förderung von Nachhaltigkeit, Biodiversität, Klimaresilienz und Grüner Infrastruktur bildet die Kernaufgabe des Projektes Gethmannscher Garten. Insgesamt lässt die Stärkung der „grünen“ wie der Kultur und Bildungsinfrastruktur erwarten, dass die damit verbundene Attraktivitätssteigerung die soziale Inklusion und Integration befördert“, heißt es seitens der Stadt Hattingen im Hinblick auf die denkmalgerechte Sanierung des Gartens. 
Ob bis zur Gartenausstellung tatsächlich alles umgesetzt werden kann, ist noch nicht klar. Der Zeitplan ist sportlich. Insgesamt sind für alle Erneuerungen 4,4 Millionen Euro eingeplant, die zum größten Teil aus Fördermitteln kommen.

Von Dr. Anja Pielorz