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Hattingen

Erster CSD sprengt Erwartungen und zieht Massen an

Eine hohe dreistellige Personenzahl bei Demonstration und Marsch durch Hattinger Innenstadt.

Es war ein erster Auftakt: Mitte Juli gab es erstmals einen Christopher Street Day (CSD) in Hattingen. Der war ein voller Erfolg, die Resonanz war riesig. Viele kamen mit Regenbogenfahnen und -deko sowie Schildern mit Botschaften zusammen und marschierten als Demonstrierende über einige zeitweise extra für die Veranstaltung gesperrte Straßen in der Hattinger Innenstadt. Das Organisationsteam um Initiator Ugur Ince ging mit Bannern voran.
Der Zug startete auf dem Parkplatz vor dem Reschop-Bunker. Von dort aus ging es über die August-Bebel-Straße zum Rathausplatz, wo es unter anderem eine Ansprache von Hattingens Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing gab. „Hier geht‘s nicht um Ausgrenzung. Hier geht es um Respekt, um Freiheit und um die ganz einfache Botschaft: Du bist hier willkommen, genau so, wie du bist. Lasst uns dafür sorgen, dass der erste CSD nicht deshalb in Erinnerung bleibt, weil er der erste war. Sondern, weil er der Anfang von etwas ganz Besonderem war. Von einer Stadt, die Haltung zeigt. Von einer Stadtgemeinschaft, die niemanden zurücklässt. Von einer Gemeinschaft, in der Vielfalt kein Sonderfall ist, sondern Bereicherung“, sagte sie.
Vor Ort war auch Verena Schäffer, Ministerin für Gleichstellung in NRW (bis Januar 2026 noch Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen). „Das Gute ist, dass das Ministerium dahinterstand“, freut sich Ugur Ince, der im Vorfeld rund 1000 Teilnehmende vorsorglich bei der Polizei anmeldete. Eine hohe dreistellige Personenzahl war vor Ort. „Wir wollten gerne größer als andere Demos in Hattingen sein, bei denen bis zu 250 Personen zusammenkamen“, sagt er. Vom Rathaus aus ging es weiter durch die Heggerstraße und Blankensteiner Straße über die Schulstraße bis zum Hillschen Garten am Holschentor, wo es eine anschließende Party mit Bühnenprogramm gab.
Um den CSD langfristig zu etablieren wurde am 26. April sogar der Verein „CSD Hattingen n.e.V.“ gegründet. Im Verlaufe dieses Jahres wird die offizielle Eintragung ins Vereinsregister erfolgen. Die Veranstaltung war die erste ihrer Art im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis. „Wir sind bereit, unsere Erfahrungswerte weiterzugeben, wenn andere Städte nachziehen wollen. Das wäre schön“, so Ince, der erstmals 2020 die Idee hatte, dann durch die Corona-Pandemie aber noch nichts organisiert werden konnte. Im Oktober 2025 fiel die Entscheidung, den Tag 2026 auszurichten. Die Planung startete im Januar.
Ince geht davon aus, dass es beim nächsten Mal in Hattingen noch mehr Teilnehmende geben wird. Es soll in Hattingen nämlich fortan jährlich einen Termin im Juli geben – abgestimmt mit anderen CSD-Veranstaltungen in NRW. Dafür hat sich der Initiator bereits entsprechend vernetzt.

Von Hendrik Steimann

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