Logo
Hattingen

Erfolgreiche Sanierung nach modernem Konzept

Rathenaustraße: Über ein Jahr lang wurde gearbeitet. Das Ergebnis ist schick – mit leichter Kritik.

Gruppenbild

Sind zufrieden mit dem Ergebnis (v.l.): Jesco Hoffmann (Stadt Hattingen), Björn Knopf (Baufirma) und Dirk Krambrock (Planungsbüro).

Es macht optisch etwas her, wenn man nun durch die Rathenaustraße in Hattingen schlendert. Sie hat sich im Vergleich zum vergangenen Sommer komplett verändert. Nachdem dort Glasfaserrohre verlegt wurden, verschwanden etwas später die provisorisch verschlossenen Flächen sowie Bürgersteig und Straßenasphalt. Entstanden ist nach 13 Monaten Baustelle nun eine moderne Mischverkehrsfläche, die es so in einer kompletten Straße in der Stadt noch nicht gibt.
Es war ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Regionalverband Ruhr und der Stadt Hattingen. Denn der RVR führte notwendige Kanalarbeiten durch, die Stück für Stück in der insgesamt 450 Meter langen Straße voranschritten. Direkt danach wurden nach peniblen Abmessungen Betonsteine verlegt, die den neuen und hellen Untergrund bilden. Da es sich nun um einen verkehrsberuhigten Bereich handelt, sind gesondert Parkflächen markiert – sonst dürfte in diesem Bereich gar nicht geparkt werden. Als optische Kennzeichnung ist vor den Häusern eine gestrichelte Linie erkennbar, die darauf verweist, dass es sich um einen kombinierten Geh- und Fahrweg handelt.
Ein Punkt, der vor Beginn der Baumaßnahme zu einem Streitthema wurde, hatte sich nach ein wenig hin und her erledigt: Die Anwohner wurden nicht wie erst vorgesehen an der letztlich rund 2,2 Millionen Euro teuren Sanierung beteiligt. Nach Gegenwind konnten die Kosten durch Fördergelder anderweitig gedeckt werden. Die Mitarbeiter der Baufirma haben zu ihren Einsatzzeiten hingegen sehr freundliche Anwohner kennengelernt, die nicht nur mal einen Kaffee angeboten haben, sondern sogar Essen. „Das haben wir so noch nie erlebt“, erzählt Björn Knopf von der Solinger Baufirma Carl Lorenz.
Nicht erfreut sind die Anwohner hingegen über die gesunkene Anzahl an Parkmöglichkeiten. Es sind nur 43 ausgewiesene Flächen vorhanden. Daneben gibt es Privateinfahrten oder Garagen. Während der Bauarbeiten mussten Anwohner in umliegende Straßen ausweichen – was zu Unmut führte. Am Müsendrei wurde zudem eine Ausweichfläche geschaffen. Zu der nun großzügig gestalteten Fläche in der Rathenaustraße sagt Dirk Krambrock aus dem zuständigen Sprockhöveler Planungsbüro Brechtefeld & Nafe: „Vorher war es sehr schwierig, dass im Notfall Löschfahrzeige durch die Straße fahren konnten.“
In der stießen die Bauarbeiter zwischenzeitlich auf wabbeligen Boden, Kohle und sogar ein Stück Felsen. „Wir mussten zudem darauf achten, umliegende Leitungen nicht zu beschädigen“, merkt Knopf an. Große Probleme gab es jedoch nicht. „Es war zu jeder Zeit eine offene Kommunikation und Zusammenarbeit aller Beteiligten, wodurch die Bauarbeiten schnell durchgeführt werden konnten“, freut sich Jesco Hoffmann, städtischer Bauleiter aus dem Fachbereich Tiefbau der Stadt Hattingen. Etwas ärgerlich sei, dass nun teilweise noch Glasfaserarbeiten durchgeführt werden und der Boden dafür übergangsweise wieder herausgenommen werden muss. Optisch noch schöner wird es in den nächsten Monaten, wenn in ein paar vorgesehenen Flächen Blühpflanzen und Bäume gesät werden.

Von Hendrik Steimann