Am Projekt für Nachhaltigkeit in der Region hat Kornkammer Hof Holte großen Anteil.
Bundesumweltminister Alois Reiner und Bürgermeister Dirk Leistner.
Sie wächst zwar nicht auf dem Wittener Stadtgebiet, wird aber über einen heimischen Betrieb angebaut und am Ende als Lebensmittel in den Verkauf gebracht: Die „DOtoffel“. Die Rede ist dabei von Kartoffeln, die von Äckern aus Dortmund stammen und als Produkte auf den Tellern der Menschen landen. Nachhaltigkeit ist dabei das große Thema des Projektes. Sowohl bei den Gerichten auf den Tellern und der Bio-Ernährung als auch bei der Unterstützung der Landwirtschaft vor Ort.
„Wir wünschen uns sehr, dass es überall Kooperationen gibt und dass Flächen in Städten zum Anbau geschaffen werden und so die Möglichkeit geboten wird, gesund zu kochen“, sagt Projektleiterin Alexandra Jaik. Der Hof in Witten kooperiert schon länger mit dem Ernährungsrat der Stadt Dortmund, über den das Projekt mit koordiniert wird. Seit 33 Jahren – das Projekt startete vor drei Jahren und läuft bald aus. Um die positiven Wirkungen zu halten und Möglichkeiten auszubauen, gab es im Juli einen Termin vor Ort in Witten, zu dem auch Bundesumweltminister Alois Rainer vorbeischaute, um sich ein Bild zu machen.
Kartoffeln früher im Betrieb produziert
Dirk Liedmann ist einer der Betriebsleiter im Wittener Hof, der seit 1987 im Bio-Landesverband ist und den Markt in diesem Bereich durch Lieferungen an große Firmen mit aufgebaut hat. In Witten wurden selbst mal auf einer Fläche von 30 Hektar Kartoffeln angebaut, die in der gesamten Region geliefert wurden. „Doch das alles funktioniert nicht mehr gut“, erzählt Liedmann. Viele abgepackte Kartoffeln seien nun in Discountern zu finden, dort ist auch die „DOtoffel“ erhältlich. Kleine fachlich geführte Läden, mit denen die Zusammenarbeit angenehmer sei, gibt es kaum noch. Daher fielen Kunden weg. „Man muss schauen, dass man mit seinen Produkten in die Außer-Haus-Versorgung hineinkommt. Denn es wird in den Haushalten selbst immer weniger gekocht“, sagt Liedmann.
Der Betrieb, der aktuell im Stadtgebiet 280 Hektar Flächen bewirtet, hat neben Dortmund bereits mit der Stadt Köln kooperiert. „Dort wird versucht, mit den Produkten in Kantinen von großen Versicherungen hineinzukommen“, erzählt Liedmann, der die Landwirtschaft als seine Leidenschaft bezeichnet. Und zum Projekt sagt er: „Ich sehe es als Chance für uns, dass unser Betrieb Bestand hat.“ Der beliefert auch kleinere Bäckereien und produziert selbst Rapsöl oder Haferflocken, die freitags im geöffneten Hofladen gekauft werden können.
Die „DOtoffel“ kommt auch in Kindergärten an, teilweise geschält, teilweise ungeschält. „Das finde ich gut, weil man sie dann frisch in Salzwasser kochen kann. Besser geht es nicht“, so Liedmann. Zum Projekt sagt er: „Ich freue mich, dass wir dabei sein können und ich hoffe, dass es für uns und andere Höfe eine Möglichkeit ist, Wertschöpfung in den eigenen Städten zu lassen.“ Der Hof beackert Flächen in Bochum, Essen und Dortmund. „Wir müssen nicht in Stadtgrenzen denken, sondern lernen, dass Städte mehr zusammenarbeiten“, fügt er an.
Es gelte, hohe Ernährungsqualität zu gewährleisten und damit die Bioquote in der Versorgung zu erhöhen. Kartoffeln, die optisch nicht genießbar aussehen – aber keinen Schaden haben – werden noch zu oft weggeworfen. Genügend Ernte gibt es also – womöglich gibt es demnächst eine „WITtoffel“.
Von Hendrik Steimann