Bernd Czerwinski und Ali Amor sind in den Ortsteilen präsent und erste Ansprechpersonen.
Die Stadtteilkümmerer Bernd Czerwinski (l.) und Ali Amor.
Es war eine der Ideen, die Hattingens Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing bereits in ihrem Wahlkampf hatte und zügig umsetzen wollte: Stadtteilkümmerer. Das sind Ansprechpersonen für Bürger, die in den Ortsteilen präsent sind. Mit Bernd Czerwinski und Ali Amor, die bereits seit 34 Jahren bei der Stadt Hattingen arbeiten, haben sich zwei Mitarbeiter bereit erklärt und sind seit dem Frühjahr unterwegs.
Ziel ist es, städtische Grünflächen sichtbarer und verlässlicher zu pflegen. Durch die feste Zuordnung zu Stadtteilen können Auffälligkeiten schneller erkannt und kurzfristig erledigt sowie Anliegen der Bürger aufgenommen werden. „Wir werden wahrgenommen“, freut sich Witte-Lonsing. Die Welperanerin erzählt, dass sie diese Rückmeldung schon häufig bekam. Angesprochen auf Orte, die nun sauberer sind, nennt sie in Welper den Diepenbeckpark. Daneben den Marktplatz in Welper – wo Ali Amor nach kurzer Info zeitnah Laub entfernte, das durch den trockenen Sommer von den Bäumen gefallen war.
Neues Personal musste nicht eingestellt werden, es gab innerhalb des zuständigen Fachbereiches Stadtbetriebe nur eine Umstrukturierung. Kolonnen sind weiterhin unterwegs. Amor ist neben Welper in Blankenstein und Holthausen eingesetzt. Kollege Czerwinski kümmert sich um Niederwenigern, Niederbonsfeld, Winz-Baak, Rauendahl, Bredenscheid und bei Bedarf um Elfringhausen und Oberstüter. Klingt nach einem riesigen Gebiet für eine Person. Antje Senger, Koordinatorin für Grünflächen der Stadt, sagt mit Blick auf Elfringhausen und Oberstüter: „Dort gibt es keine städtischen Grünflächen.“ Trotzdem entfernen städtische Kolonnen an Wanderparkplätzen im Hügelland Müll.
Besonders wichtig ist es Witte-Lonsing, dass Stadtteile mit festen Ortskernen betreut werden. Dort, wo Siedlungen und Infrastruktur sauber gehalten werden müssen. Im Groben lassen sich zwei Aufgabengebiete für die Stadtteilkümmerer nennen: Grünschnitt und Spielplätze. Für Czerwinski und Amor ist das nichts Neues – außer, dass sie nun als direkte Schnittstelle zwischen Bürgern und Verwaltung fungieren. Senger fährt teilweise mit den beiden mit zwei neu angeschafften Fahrzeugen und teilweise neuem Werkzeug zu Orten, zu denen es Hinweise gibt. Kürzlich etwa zum Spielplatz Müsendrei in Welper, wo viele Mirabellen auf die Sandfläche gefallen sind und Wespen anlockten. „Wir können flexibler reagieren“, sagt Senger.
Künftig wird noch eine dritte Person im Einsatz sein, ebenfalls an vier Tagen pro Woche mit einer Art Checkliste. Der Umgang mit verärgerten Leuten kann anspruchsvoll sein. Czerwinski sagt dazu: „Wenn man zuhört und ihnen zeigt, dass wir uns des Problems annehmen, werden sie ruhiger.“ Er bekam mal ein Eis geschenkt, Amor sogar mal eine Umarmung – als Dank fürs Kümmern.
Von Hendrik Steimann