Logo
Witten

Das macht Wittens Ex-Bürgermeister Lars König nun

Nach seinem Amt bekleidet der Vorgänger von Dirk Leistner noch einige Funktionen.

Ex-Bürgermeister Lars König mit seiner Hündin Doro.

Ex-Bürgermeister Lars König mit seiner Hündin Doro.

Seit dem 1. November 2025 ist die Amtszeit von Wittens Ex-Bürgermeister Lars König vorbei. Der 55-Jährige ist beruflich wieder in der freien Wirtschaft unterwegs, hat daneben aber auch noch einige Funktionen in seiner Heimatstadt. Hier ist ein Überblick, was der CDU-Politiker nun macht:

Beruf:
Bei der Productive Services PS GmbH aus Dortmund ist er wie zuvor wieder in Vollzeit beschäftigt und im Bereich Vertrags- und Projektmanagement für Projekte in ganz Deutschland und im europäischen Ausland zuständig. Das Unternehmen ist im Projektmanagement und der Erbringung industrieller Dienstleistungen für die maritime Wirtschaft, Offshore- und Windkraftunternehmen sowie für sonstige Industriebetriebe aktiv. Während der Amtszeit als Bürgermeister hatte König das Unternehmen nebenamtlich bei Projekten weiterhin beraten.
Er gilt daher nur als „politischer Privatier“, die fünf Jahre Amtszeit im Rathaus werden nach Ausscheiden nachversichert. „Ich habe nach fünf Jahren als Bürgermeister weder einen Anspruch auf Ruhegeld noch auf eine Pension, da ich aus der freien Wirtschaft komme und nicht zuvor im öffentlichen Dienst gearbeitet habe. Das würde für mich erst nach acht Jahren gelten“, erklärt König. Er weiß: „Für viele aus der freien Wirtschaft ist dies ein Hindernis, für ein Bürgermeisteramt zu kandidieren. Wird man nicht wiedergewählt, ist man fünf Jahre aus dem Job gewesen. Ein hohes Risiko. Da ich nebenberuflich tätig war, hat mir das meinen Wiedereinstieg in die Wirtschaft erleichtert.“
Er ist zudem – auch während seiner Amtszeit als Bürgermeister – geschäftsführender Gesellschafter eines kleinen Montagebetriebs in Wetter geblieben. Dies ist er nun seit knapp siebeneinhalb Jahren und hat fünf Mitarbeitende. Der Betrieb hat sich auf den Bereich Flachdachmontage spezialisiert und nimmt Sanierungsarbeiten vor. Ein kleiner Anteil macht zudem noch Gerüstverleih aus.

Sportausschuss:
Bereits vor seiner Wahl zum Bürgermeister war König 16 Jahre lang Mitglied des Sportausschusses, also seit 2004. Ab 2009 war er elf Jahre lang Vorsitzender und nun gehört er dem Ausschuss weiterhin als sachkundiger Bürger an. Es ist der einzige Ausschuss, in dem er noch vertreten ist. Als sachkundiger Bürger hat er das gleiche Stimmrecht wie Ratsmitglieder. Er schätzt: „Meine Stimme als Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV) wird wahrgenommen.“ Er betrachtet die Neutralität des SSV als sehr wichtig und stellt daher auch keine Anträge oder Anfragen über seine Partei. Denn: Im SSV geschehe bereits alles Operative: „90 Prozent läuft über den SSV.“
Den Ausschuss habe er ohnehin als am wenigsten kontrovers wahrgenommen. Themen sind etwa die Erneuerung der Kunstrasenplätze, der Neubau des Hallenbades oder die Sanierung des Wullenstadions.
Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV):
Im SSV-Vorstand sitzt König schon seit 2009. Im Jahr 2023 löste er Matthias Kiehm als Vorsitzenden ab, dessen Stellvertreter er vorher war und mit dem er eng zusammenarbeitete. Ende April wurde König für die kommenden drei Jahre erneut als Vorsitzender gewählt. Der SSV Witten weist im Gegensatz zu allen anderen Stadtsportverbänden im Ennepe-Ruhr-Kreis eine hauptamtliche Struktur auf. Es gibt über den städtischen Haushalt finanziert drei Stellen. Da sich eine Mitarbeiterin aktuell in Elternzeit befindet, unterstützt König momentan viel.
Ein großes Thema, das im Moment in allen Kommunen präsent ist, sind die Landesmittel aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2.0“. Witten hat ein Volumen von 1,015 Millionen Euro im Fördertopf. Es gibt ein Arbeitsgremium unter Königs Leitung, das die eingereichten Projekte (mindestens 50.000 Euro) der Sportvereine bewertet. „Das Antragsvolumen liegt bereits jetzt bei zwei Millionen Euro. Es gibt darunter nur zwei Projekte, die unter 100.000 Euro liegen. Die Förderquote beträgt 50 Prozent, bis 90 Prozent wären möglich. Der Fördertopf wäre in diesem Jahr also schon ausgeschöpft, obwohl das Programm für die kommenden zehn Jahre angelegt ist“, erklärt König.
Der Bedarf in Witten ist also deutlich sichtbar. Im Vorfeld überlegte das Gremium daher Kriterien, die für eine differenzierte Förderquote entscheidend sein könnten. Nachhaltigkeit, Altersstruktur, Leistungsfähigkeit, Mitgliederanzahl oder Inklusion. Aufgrund des hohen Antragsvolumens wird „eine Differenzierung in der Förderquote, wenn überhaupt, nur mit Blick auf den Anteil der Kinder und Jugendlichen möglich sein“, so König.

Past-Präsident des Lions-Clubs:
Seit Anfang Juli ist König sogenannter Past-Präsident des Lions-Clubs, der zum Dreigestirn an der Spitze gehört. Den Posten des Präsidenten hat er an Matthias Wagner übergeben, der zuletzt als Vizepräsident und Sekretär fungierte. Die Aufgabe des Past-Präsidenten ist die Begleitung und Unterstützung des Präsidenten, der sich insbesondere zu Beginn der Amtszeit in sein Amt finden muss. Im Juni wurde nach 57-jährigem Bestehen des Clubs mit Denise Sonnenschein die erste Frau aufgenommen. Weitere sollen folgen. „Das wird mein Augenmerk für die kommenden Jahre sein“, erzählt König.
Er möchte zudem das Wittener Ruhrfest, welches er 2023 als gemeinsame Veranstaltung aller Wittener Serviceclubs (Lions nebst Leos, Rotarier, Inner Wheel und die Soroptimistinnen) initiiert hat, auch in 2026 wieder durchführen, als festen Bestandteil im Veranstaltungskalender. Es ist ein Get-Together der Clubs geplant mit einem gemeinsamen Fundraising. „Gäste sind herzlich willkommen“, lädt König ein.

Überschneidungen mit Dirk Leistner:
Es gab den normalen Nachlauf. Im Zuge dessen hat König alle seine Vorsitze als Bürgermeister an Nachfolger Dirk Leistner übergeben. Dies geschah nicht alles punktgenau zum 1. November 2025, sondern war an die jeweiligen Termine oder Aufsichtsratssitzungen der Gesellschaften geknüpft. So leitete das ehemalige Stadtoberhaupt noch Anfang Januar seine letzte Aufsichtsratssitzung des Verbund-Wasserwerks.

Von Hendrik Steimann