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Witten

Das ist die Geschichte des früheren Rathausgebäudes

Das Gebäude am ehemaligen Standort an der Hauptstraße gibt es schon lange nicht mehr.

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Foto: Urheber unbekannt / nahraum.de, Wikimedia Commons, gemeinfrei (Public Domain)

Bildquelle: unbekannt

Nachdem Witten anlässlich der Konstituierung des westfälischen Provinziallandtags ab dem Jahr 1825 zunächst pro forma als Stadt bezeichnet worden ist, wurde sie drei Jahre lang weiterhin als Landgemeinde verwaltet. Erst im Jahr 1856, als die Industrialisierung in der mittlerweile knapp 100.000 Einwohner großen Stadt immer weiter und schneller voranschritt, übernahm Witten schließlich selbst die westfälische Städteordnung und gewann damit rechtlich den Status einer Stadt. An der Hauptstraße 18 gab es das erste Rathaus.
Die Stadt Witten nutzte in den ersten Jahren die bis dato bestehende Amtsbürgermeisterei, die sich in einem privat erbauten Haus aus dem Jahr 1850 befand, als ihren Verwaltungssitz. Das Haus erwarb die Stadt 1862 käuflich und richtete darin ihr Rathaus als politisches und administratives Zentrum ein. Das Rathaus wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgestaltet. Die größte Umbaumaßnahme erfolgte im Jahr 1893. Das Gebäude bekam ein zusätzliches Stockwerk – war damit zweistöckig – und wurde um einen Sprechbalkon an der Außenseite des ersten Stockwerks ergänzt. Zudem wurde im Inneren des Gebäudes der Rathaussaal umgebaut.
Als bedingt durch den wirtschaftlichen Aufschwung und dem damit verbundenen steigenden Verwaltungsaufwand nach und nach Raummangel bestand, fasste der Magistrat im Jahr 1907 den Beschluss, einen Neubau zu errichten. Zunächst sollten dabei die Sparkasse und das Rathaus gemeinsam in einem Gebäude untergebracht werden. Von diesen Planungen verabschiedete man sich allerdings schon früh. Der Standort für das neue Rathaus wurde lang und eifrig diskutiert. 1910 wurde seitens des Magistrats beschlossen, einen Bau am Brinkmannschen Platz zu errichten. Der Bau erfolgte an der Marktstraße am heutigen Rathausplatz.
1912 gab es eine Architekturausschreibung, auf die 73 Einsendungen folgten. Der neue Hauptverwaltungssitz wurde dann ab dem Jahr 1923 schrittweise bezogen, es gab in diesen Jahren noch Überschneidungen zum Sitz an der Hauptstraße. Erst nach vielen Jahren Verzögerung – durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und Nachwirkungen – wurde der Neubau des Rathauses im Jahr 1926 eröffnet. Er befindet sich demnach schräg gegenüber des ehemaligen Standortes, wo das Gebäude schließlich im Jahr 1945 abgerissen wurde. Heute stehen an der Stelle in der Hauptstraße Wohn- und Geschäftshäuser.
Von Hendrik Steimann