Maßnahme der Bezirksregierung hat erhebliche Folgen für die MS Schwalbe II.
Der Bau der Fischtreppe ist ins Stocken geraten. Foto:Steimann
Die MS Schwalbe II hat dieses Jahr ihren Heimathafen am Freizeitzentrum Heveney gefunden – kann von dort aus aber nicht ihre üblichen Rundfahrten anbieten. Grund dafür sind die andauernden Bauarbeiten für eine Fischtreppe an der Schleuseninsel in Heven. Das Bauvorhaben, was drei Millionen Euro koster, läuft bereits ein Jahr lang.
200 Meter lang wird die Anlage mit Einstiegs- und Ausstiegspunkt direkt an der Insel sein. „Derzeit werden in der Achse der neu zu errichtenden Spundwand, die die Fischaufstiegsanlage zur Wasserseite hin abgrenzt, Austauschbohrungen durchgeführt. Diese sind nötig, um die Spundbohlen in den anstehenden Fels einzubringen“, sagt Vanessa Nolte, Sprecherin der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf. Es gab zwei Punkte, die die Arbeiten beeinträchtigten: Überschwemmungen der Insel mit Bodenschwund im Frühjahr und zuletzt der Verdacht auf einen Blindgänger auf dem Grund der Ruhr im Bereich der geplanten Spundwand. Zu letzterem teilt Nolte mit: „Alle Versuche, den Kampfmittelverdacht mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Messtechnik und deren Auswertung zu entkräften, sind leider fehlgeschlagen.“ Ob es sich tatsächlich um einen Blindgänger handelt, konnte noch nicht eindeutig bestätigt werden. Dafür müsse nun ein aufwendiger Verbau errichtet werden, um den Gegenstand zu bergen. All dies ist mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Ende des Gesamtprojektes schwer abschätzbar
Wann die zusätzlichen Arbeiten sowie das Gesamtprojekt beendet sein werden, sei aktuell schwer abschätzbar. „Da diese Arbeiten einen maßgebenden Einfluss auf den Fertigstellungstermin der Gesamtmaßnahme haben, ist derzeit keine zuverlässige und seriöse Prognose zum Bauende der Fischaufstiegsanlage möglich“, so Nolte. Die Bezirksregierung steht im Austausch mit Anbietern der Rundfahrten, so auch mit den Stadtwerken, die die Schwalbe betreiben. „Wir rechnen mit einem normalen Fahrbetrieb für die Saison 2027, die üblicherweise vor Ostern startet“, sagt Stadtwerke-Sprecher Matthias Kukla.
2026 wurde der Fokus auf Sonderfahrten gelegt, etwa Hochzeiten, Geburtstage, Schlagerpartys oder Firmenevents. „Gleichzeitig haben wir mehr Fahrten mit Musik – unsere ‚Beats & Cruise‘ – angeboten. Diesmal erstmals nicht nur mit elektronischer Musik, sondern auch mit Musik aus den 90ern und 2000ern“, erzählt Kukla. Des Weiteren wurden mehrmals Frühstücksfahrten angeboten. Die Fahrstrecke beschränkte sich allerdings nur auf den Kemnader See. Rundfahrten auf dem See selbst gab es aufgrund bestehender Angebote nicht. Ende Oktober endet die Saison. Zu finanziellen Auswirkungen können die Stadtwerke noch keine konkrete Zahl nennen. „In den Vorjahren haben wir einen Umsatz im sechsstelligen Bereich mit den Rundfahrten der MS Schwalbe II erwirtschaftet“, so Kukla.
Von Hendrik Steimann