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Hattingen

Amtshaus Welper bleibt Sorgenkind der Stadt Hattingen

Die Verwaltung möchte das seit Jahren ungenutzte Gebäude loswerden. Das ist der Stand.

Das Amtshaus

Das Amtshaus in Welpers Zentrum an der Thingstraße.

Die Türen des alten Amtshauses in Welper sind schon seit langer Zeit nicht mehr geöffnet worden – zumindest für die Öffentlichkeit. Denn das denkmalgeschützte Gebäude ist im Inneren in vielen Bereichen marode und sanierungsbedürftig. Die Stadt Hattingen ist Eigentümer. Das möchte sie entgegen der Planungen aus der Vergangenheit auch bleiben, das Grundstück aber einem Investor zur Verfügung stellen.
Im Frühjahr ist dafür die Vergabe des Erbbaurechts auf den Weg gebracht worden, nachdem der Haushalt genehmigt worden war. Heißt: Ein Investor kann auf dem Grundstück bauen, ohne es kaufen zu müssen. Das Recht gilt über 60 bis zu 99 Jahre, in der Zeit erhält der Eigentürmer einen jährlichen Erbbauzins. Nach Auskunft der Stadt ist nun ein Architekturbüro mit der Erstellung eines Exposés für die Ausschreibung beauftragt. Es gebe allerdings noch keinen Zeitpunkt, wann die Immobilie auf den Markt gebracht wird.

Passendes Konzept mit Mehrwert
Interessenten müssen ein passendes Konzept mit einem Mehrwert für den Stadtteil vorlegen, um das frühere Amtshaus nutzen zu können, was Anfang 1928 nach einem Entwurf des Architekten Georg Metzendorf fertig errichtet worden war und als Schmuckstück der einstigen Gemeinde Welper galt. Ein knappes Jahrhundert später ist es ein Sorgenkind geworden. 2009 trat Schimmel im damals noch in den Kellerräumen befindlichen Stadtarchiv auf, weil Jahre zuvor Wasser ins Haus gedrungen war. In den Folgejahren wurden die oberirdischen Räumlichkeiten als Bürgertreff oder von Vereinen genutzt, ehe sie nach und nach fernblieben. Auch die AWO, „Welper aktiv“, der Mittagstisch und Hospizdienst, die Bürgerbücherei und „Wir für Welper“ zogen aus.
2018 wollte die Verwaltung für das seit 2011 unter Denkmalschutz stehende Gebäude sogar einen „Rückbau mit einer Sondergenehmigung“ ermöglichen. Zuvor sollte es bereits verkauft werden. Es gab immer mal wieder Interessenten, etwa die AWO mit einer Tagespflege oder die Gartenstadt Hüttenau mit Wohneinheiten im Obergeschoss und medizinischen Dienstleistern im Erdgeschoss. Auch private Investoren, überwiegend Dienstleister, bekundeten ihr Interesse.

Stadt Hattingen hat keinen Bedarf mehr
Die Nutzungsvorstellungen passten der Verwaltung jedoch nicht – der Bürgertreff sollte vor einigen Jahren in Teilbereichen erhalten bleiben, den es nach Fördergeldern seit 2022 als Neubau nicht weit entfernt an der Hunsebeck gibt. Die Gründe für den Rückzug einiger Interessenten seien der Verwaltung darüber hinaus nicht bekannt. Für das Amtshaus fallen jährlich hohe Kosten an: Energie, Reparaturen, Grundbesitzabgaben. Maßnahmen zur Instandhaltung wurden jedoch nicht durchgeführt, heißt es seitens der Stadt. Bedarf der Verwaltung am Gebäude bestehe laut Baudezernent Jens Hendrix schon seit mehreren Jahren nicht mehr.
Bis ins Jahr 2024 war im Amtshaus noch das Stadtumbaubüro untergebracht. „Mit Abschluss des Stadtumbaus in Welper wurde diese Nutzung aufgegeben“, sagt die Stadtsprecherin. Aktuell nutzt nur noch die Polizei das Gebäude, das Büro des Bezirksbeamten ist darin untergebracht. Für eine künftige Nutzung achtet die Verwaltung „auf eine denkmalverträgliche Lösung, eine gute Architektursprache sowie natürlich auch die Umsetzungserfahrungen und –möglichkeiten“.
Von Hendrik Steimann