Tag wird seit 1984 begangen und hebt die Bedeutung privater Grünanlagen und Gärten hervor.
Zum Tag des Gartens am 14. Juni rufen Umwelt- und Naturschutzverbände dazu auf, blühende Gärten anzulegen und auf Steingärten ebenso zu verzichten wie auf Herbizide und Biozide im Privatgebrauch. Schottergärten schaden der Biodiversität. Hingegen leisten blühende Vorgärten oder Kleingärten einen wichtigen Beitrag zur Naturvielfalt. Sie sind Horte für Pflanzen und Tiere und helfen, die Folgen des Klimawandels abzumildern, indem Hitze erträglicher wird und Regenfälle versickern können.
Blühende Vorgärten statt Steinwüsten
Artenreiche Gärten sichern etwa den Erhalt von Schmetterlingen und Wildbienen, die für die Bestäubung der Blüten unserer Obstbäume sorgen. Das Land unterstützt die Kommunen bei der Planung und Erstellung sowie dem Erhalt bestehender Kleingartenanlagen. Darüber hinaus werden Schulungs- und Beratungsmaßnahmen gefördert. Die regelmäßigen Fördermittel wurden in den vergangenen Jahren deutlich von 403.000 Euro in 2016 auf circa 550.000 Euro erhöht. Hinzu kommen Einzelprojekte wie etwa das Projekt „Kinder erstellen insektenfreundliche Kleingärten“. Mehrfach richtete das NRW-Umweltministerium in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner wieder den landesweiten Landeskleingartenwettbewerb aus. Hier können sich Kommunen in Zusammenarbeit mit ihren Kleingärtnerorganisationen mit beispielhaften Kleingartenanlagen präsentieren. Neben ökologischen und naturschutzrelevanten Aspekten sind auch soziales Engagement des Vereins oder die Einbindung in die städtische Grünplanung wichtige Bewertungskriterien.
Die vergangenen Wettbewerbe haben gezeigt, welches enorme Potential in der Vielfalt von Kleingärten steckt. In Nordrhein-Westfalen gibt es schätzungsweise 1.600 Kleingartenanlagen mit circa 120.000 Kleingärten, die in den Kleingartenvereinen und -verbänden organisiert sind. Die Gesamtfläche liegt bei 5.500 Hektar. Die Mitgliederzahlen in den Kleingartenverbänden nehmen seit Jahren leicht zu. Die Förderung des Kleingartenwesens ist in der Landesverfassung verankert.
Der Verlust unserer biologischen Vielfalt zehrt am Naturkapital unseres Planeten. Zusammen mit den Folgen des Klimawandels stellt der Artenschwund die größte ökologische Bedrohung dar.
Ungefähr 70 Prozent aller Tierarten in Deutschland sind Insekten. Allein in Nordrhein-Westfalen leben rund 25.000 Insektenarten. Und diese sind aus unterschiedlichen Gründen massiv gefährdet. Zu den bekannten Ursachen gehört der Verlust von Lebensräumen durch intensive Flächennutzung. Ein weiterer maßgeblicher Treiber ist der Klimawandel. Hinzu kommen weitere menschgemachte Gründe wie die Ausbreitung insektenfeindlicher Stein- und Schottergärten.
Zum Tag des Gartens
Der Tag des Gartens wird am zweiten Sonntag im Juni begangen. Mit diesem Tag rückt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG) die Bedeutung von Gärten in das öffentliche Bewusstsein. Gärten sollten möglichst viele nektarreiche Blütenpflanzen (z.B. Krokus, Salbei, Thymian, Mauerpfeffer, Astern etc.) und heimische, blühende Sträucher enthalten.
Außerdem gilt es, Gärten unter Berücksichtiung des Klimawandels anzulegen. Ein Komposthaufen ist eine sinnvolle Verwertung von Grünabfällen im Garten. Bei der Kompostierung entsteht Humus, der wieder in die Beete eingebracht werden kann. Er ist ein optimaler Dünger und verbessert die Bodenqualität. Zudem speichert Humus Wasser und gibt es langsam wieder an die Pflanzen ab.
Wenn Gartenböden unbefestigt sind, kann das Regenwasser im Boden leichter versickern. So kann es zurück ins Grundwasser gelangen und zur Erneuerung des Grundwassers beitragen. Gleichzeitig bietet ein Boden, der Wasser aufsaugt, einen wirksamen Schutz vor Hochwasser. Ist der Gartenboden gut mit Pflanzen bedeckt, kann weniger Wasser aus dem Boden verdunsten. Eine Schicht Mulch aus Rasenschnitt oder Ernteresten schützt den Boden ebenso vor Austrocknung. Eine gute Anpassung an trockene Bedingungen ist auch möglich, wenn der Boden nicht tief umgegraben, sondern nur oberflächlich gelockert wird.