Die Katholische Laienspielschar Welper hat sich im Hattinger Ortsteil etabliert.
Die Laienspielschar erfreut sich vieler Mitglieder. Das Bild ist bei der Jubiläumsfeier entstanden.
Eine interne Feier fand bereits statt, nun können Gäste bei einem neuen Luststück die Katholische Laienspielschar Welper im Jahr ihres 80-jährigen Bestehens live auf der Bühne sehen. Am 12. und 13. September ist es wieder soweit. Die Gruppe zeigt (jeweils um 18 Uhr) „Kaviar trifft Currywurst“ in der Aula der Gesamtschule Welper.
Der Beginn der KLS war im Jahr 1946, gegründet von Hans Grönebaum, Bernhard Bröckelmann, Fritz Baumeister, Willi und Grete Klosterberg sowie Paula Lehberger. Das erste Stück war „Um der Mutter willen“. In der ersten Zeit des Bestehens wurde einmal jährlich ein Schauspiel auf die Bühne gebracht, die Zahl erhöhte sich bereits nach wenigen Jahren. Spielort war früher die Horstschule an der Langen Horst, später wurde es die Aula der Gesamtschule in Welper an der Marxstraße. In den ersten Jahren wurden überwiegend ernste Themen für das Publikum präsentiert – es war genau die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach ein paar Jahren traute sich die Gruppe, auflockernde Stücke zu präsentieren. So wie es in den Fernsehprogrammen lief: Die Fröhlichkeit sollte zurückkehren. Zu der Zeit hatte die KLS 60 Mitglieder.
„Wir haben uns langsam herangetastet. Dann wurde die Entscheidung getroffen, die Leute wieder mehr zum Lachen zu bringen. Und wo geht das besser als auf der Bühne? Dort sind die Leute nah dran“, sagt die aktuelle erste Vorsitzende, Katrin Pfannkuche. Sie hat in diesem Jahr bei den Vorstandswahlen Vorgänger Gerd Grönebaum abgelöst, der zur älteren Generation gehört. Auch er erinnert sich, dass es nach der Gründung der Laienspielschar gar nicht lange dauerte, bis sich das Repertoire wandelte und ausweitete. Im Jahr 1952 gab es mal den Versuch, eine Operette aufzuführen: „Im weißen Rössl“. Es blieb jedoch bei dem einen Versuch.
Viele Generationen spielen gemeinsam auf der Bühne
Stichwort Generation: Teil der KLS sind einige Familien, in denen bereits die Großeltern aktiv auf der Bühne gestanden haben. Nun folgen die Enkel. „Wir haben verschiedene Generationen, die zusammenspielen“, freut sich Pfannkuche, die durch ihre Mutter Veronika Fritz als Dreijährige die ersten Berührungspunkte mit der Gruppe hatte. Damals waren es nur kleine Singrollen – ehe es mit zunehmendem Alter größere Sprechrollen für sie gab. Ihre eigene Tochter, Greta Moser, ist momentan eine der jüngsten Darstellerinnen. Die jungen Aktiven stehen vor allem im Märchenstück (immer am dritten Adventswochenende) vor dem Publikum. Die Märchenbühne wurde vor 58 Jahren von Karl-Heinz Walta und Peter Grönebaum ins Leben gerufen.
Ende Juli wurde beschlossen, dass ab 2027 immer drei Stücke gespielt werden: Eine Komödie, das Weihnachtsmärchen und ein Jugendstück. Letzteres gab es erstmals 2022 als Test und kam gut an. „Das Jugendstück soll von den Jugendlichen selbst ausgesucht, geplant und umgesetzt werden“, erklärt Pfannkuche. Junge Personen haben auch mal neue Ideen. Die Schwestern Antonia und Carlotta Dindas führen beim anstehenden Stück sogar Regie. Dadurch, dass sich der Altersschnitt in den vergangenen Jahren verjüngt hat, macht sich die KLS keine Sorgen um die Zukunft. „Wir sind wie eine Familie. Wenn eine Gruppe gut zusammenpasst und sich ergänzt, hält man sich am Leben“, merkt die 49-Jährige an.
Mitgliederzahl ist zuletzt wieder gestiegen
Die Mitgliederzahl, die um die Jahrtausendwende mal etwas stagnierte, stieg zuletzt stetig. Knapp 50 sind es derzeit, die Hälfte davon spielen aktiv. Es fehlte mal Nachwuchs, weshalb die Frage im Raum stand, wie es weitergeht. Die stellt sich mittlerweile gar nicht mehr. „Die Gruppe wird größer, der Bedarf zum Spielen ist dadurch gegeben. Wenn man nur ein Stück spielen würde, kommt nicht jeder dran. Bei drei Stücken funktioniert es“, so die Vorsitzende. Wer keine Rolle übernimmt, kann anderweitig aktiv sein. Zum Beispiel als Souffleuse, bei der Technik, beim Bühnenbau oder Catering – all das muss organisiert werden, um die Gäste zu beköstigen.
Die älteren Mitglieder dienen als Vorbilder. Richard Nolte ist aktuell derjenige, der am längsten mit an Bord ist. „Er ist immer noch mit ganz viel Herzblut dabei. Wenn mal jemand bei der Probe fehlt, ist er immer mit dabei. Auch beim Organisieren der Requisiten ist er sehr engagiert“, erzählt Kollegin Pfannkuche. Ideen für ihre Stücke holt sich die KLS übrigens bei Theaterverlagen für Laienspielgruppen oder von anderen Gruppen. Manche Stücke wurden schon mal wiederholt, „Familie Schipanowski“ sogar viermal. Barbara Stephan schrieb früher selbst ein Stück: „Ein turbulentes Wochenende“.
Viel Einsatz also, den es vermutlich noch lange geben wird. Pfannkuche gibt sich optimistisch: „Es ist mein allerliebstes Hobby, ein Herzensding. Es begleitet mich mein gesamtes Leben, was sich nicht ändern wird.“ So geht es nicht nur ihr.
Von Hendrik Steimann