Wer sich frühzeitig über Angebote für die zweite Lebenshälfte informieren möchte oder bereits Unterstützung für sich oder Angehörige sucht, findet auf der Seniorenmesse der Stadt Witten zahlreiche Ansprechpartner an einem Ort. Die inzwischen 18. Auflage der Veranstaltung findet am Sonntag, 6. September, in der Zeit von 13 bis 16 Uhr auf dem Rathausvorplatz statt.
Hilfe für den Alltag – aus erster Hand
Mehr als zwei Dutzend Aussteller präsentieren ihre Angebote rund um das Leben im Alter. Dazu gehören unter anderem ambulante Pflegedienste, Senioreneinrichtungen, Beratungsstellen, Vereine, Verbände sowie weitere Dienstleister aus der Region. Besucher können sich unverbindlich informieren, Fragen stellen und direkt mit Fachleuten ins Gespräch kommen.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Unterstützung im eigenen Zuhause, Wohnraumanpassung, Pflege, Betreuung, Mobilität und Freizeitangebote. Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie ältere Menschen möglichst lange selbstständig und sicher in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Gleichzeitig erhalten Angehörige wertvolle Informationen und praktische Anregungen für die Organisation des Alltags oder für den Fall, dass ein Umzug in eine Senioreneinrichtung notwendig wird.
Angebote vergleichen und Kontakte knüpfen
Die Seniorenmesse bietet die Gelegenheit, verschiedene Anbieter miteinander zu vergleichen und persönliche Kontakte zu knüpfen. Statt mühsam einzelne Termine zu vereinbaren, können Besucher an einem Vormittag einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Hilfs- und Unterstützungsangebote in Witten und Umgebung gewinnen.
Da die Veranstaltung erneut im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags stattfindet, lässt sich der Messebesuch zudem ideal mit einem Bummel durch die Wittener Innenstadt verbinden. So wird die Seniorenmesse zu einem informativen Treffpunkt für Senioren, Angehörige und alle, die sich frühzeitig mit dem Thema Älterwerden beschäftigen möchten.
Die Seniorenmesse in Witten gehört seit vielen Jahren als fester Programmpunkt in den Veranstaltungskalender der Stadt und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Themen, die bei der 18. Auflage präsentiert werden, haben nach wie vor immense Bedeutung und es gibt darunter auch Bereiche, die im Zuge des demografischen Wandels sogar noch mehr an Bedeutung gewinnen, rund um die Belange von Senioren. Dabei rücken insbesondere ambulante Hilfen immer mehr in den Fokus wie auch das Thema „Wohnen im Alter“.
Es ist in der Regel so, dass ein Großteil der Menschen gewissen Themen gegenüber ein Schamgefühl entwickelt, vor allem wenn es um die eigene Gesundheit geht. Im Rahmen der Messe kann dieses abgelegt und in ein positives Denken umgewandelt werden. Die Veranstalter sagen dazu: „Durch die leicht zugängliche Kontaktaufnahme mit Fachleuten am Messestand kann schnell ein persönlicher Kontext hergestellt werden. Erfahrungsgemäß hilft der direkte Kontakt, Vertrauen aufzubauen und Barrieren zu überwinden.“ Auch die Atmosphäre auf dem Rathausplatz helfe, da durch die vertretene Zielgruppe schnell ein Verbundenheitsgefühl aufkommt. Zudem werden durch Angebote zum Ausprobieren, beispielsweise von Hilfsmitteln für den Alltag, Hemmnisse abgebaut.
Einsamkeit im Alter und Hitzeschutz stehen im Fokus
Es gibt zudem Themenbereiche, die mehr im Fokus stehen. Die Stadt nennt dazu das Thema Einsamkeit im Alter. „Nicht zuletzt durch die Covid-Pandemie ist deutlich geworden, wie wichtig soziale Kontakte für alle Altersgruppen sind. Das Einsamkeitsrisiko steigt jedoch vor allem für den Personenkreis ab 80 Jahren stark an, bedingt etwa durch Krankheit oder auch Verlust von Partnern“, bringt sie an. Angebote zur sozialen Teilhabe hätten deshalb insoweit einen hohen Stellenwert, um einer Ausgrenzung am aktiven Leben in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken.
Daneben wird dem Thema Hitzeschutz ganz aktuell im Seniorenbereich große Bedeutung geschenkt. Es ist aufgrund der zuletzt immer wieder aufgetretenen Hitzeperioden sehr aktuell – vor allem Senioren gehörten zu denjenigen, die in diesem Sommer durch die enorm hohen Temperaturen starben. „Damit einher öffnet sich ein neuer Handlungsrahmen für schutzbedürftige Risikogruppen wie ältere Menschen in Bezug auf Beratung und Vorkehrung, da diese besonders anfällig für gesundheitliche Auswirkungen von Hitzebelastungen sind“, sagen die Veranstalter dazu. Aus Sicht der Stadt gibt es Bedarf an einer entsprechenden gesetzlichen Regelung, um den Hitzeschutz besser vorantreiben zu können: „Jedenfalls ist die verstärkte Einbindung der Thematik in die Beratungslandschaft wünschenswert.“
Zahl der Aussteller ist stetig angestiegen
Die Zahl der Aussteller der Seniorenmesse hat sich in den vergangenen Jahren im Übrigen stetig erhöht. Dabei geht das Seniorenbüro aktiv auf potentielle Aussteller zu, wird aber bereits auch im Vorfeld von Interessenten angesprochen, die sich mit einer entsprechenden Thematik auf dem Rathausplatz präsentieren möchten. In den Anfängen der Messe waren die Aussteller überwiegend in Witten verankert. Mittlerweile bestehe das Interesse auch über die Stadtgrenzen hinaus. Die Seniorenmesse verfügt nach Angaben der Stadt über eine hohe Anzahl an „Stammausstellern“, was für die Messe und das Interesse daran spreche. Aufgrund des Rathausumbaus wurde die Messe vollständig auf den Rathausplatz angesiedelt, wodurch allerdings Fachvorträge in der Vergangenheit entfallen mussten. Künftig ist geplant, das Beratungsangebot wieder um Fachvorträge zu erweitern, um die Attraktivität sowie den Mehrwert der Messe zu erhöhen.
Vor allem wird darauf gesetzt, die Messe weiterhin vor Ort sichtbar zu machen und persönlich vor Ort vertreten zu sein. Im Zuge der Digitalisierung weichen manche Senioren – und vor allem deren Angehörige im Digitalzeitalter ja häufig auf „Dr. Google“ aus und greifen aus Informationen aus dem Internet zurück, die für einen ersten Überblick schnell recherchiert werden können. „Internetdienste sind im breiten Beratungsangebot für Senioren eine gute Ergänzung, ersetzen aber nicht ansatzweise den persönlichen Kontakt“, betonen die Veranstalter der Messe. Speziell die Zielgruppe der heutigen Senioren vertraue nach wie vor dem analogen Informationsaustausch, weshalb ein zentraler Anlauftag eine gute Basis für den Einstieg in die künftige Beratungs- und Unterstützungsarbeit sei.
Zudem erhalten die Besucher kompakte Informationen zu allen Themen der Pflege, Gesundheit, Wohnen und Freizeit an einem Ort, verknüpft mit Angeboten, Hilfsmittel direkt auszuprobieren oder kostenlose Gesundheitschecks durchführen zu lassen. Bei einem Stück Kuchen komme man vor Ort auch miteinander ins Gespräch, „was eine bloße Suchmaschine nicht ersetzen kann“.
Von Hendrik Steimann