Von Hunden, Training, Gemeinschaft und einer tollen Jugendarbeit.
100 Jahre Hundebellen, 100 Jahre Sitz, Platz, Fuß – so stellt sich vielleicht der ein oder andere noch den Alltag in einem Schäferhundverein vor. Doch weit gefehlt: Im Schäferhundverein der Ortsgruppe Sprockhövel geht es schon lange um viel mehr. Anfang Juli feierte der Verein nun sein 100. Jubiläum.
Die Verbindung zwischen Hund und Mensch ist etwas ganz Besonderes. Dies wird vor allem auch im Hundesport sehr deutlich. Im Schäferhundverein Sprockhövel trainieren nun seit 100 Jahren Mensch-Hund-Teams im IGP (Internationaler Gebrauchshundesport) Sport, für Hundeschauen und seit 1996 im Agility. „Hier stehen der Spaß und die artgerechte Auslastung der Tiere im Vordergrund“, erklärt Kai Bäcker, erster Vorsitzender des Vereins. „Nur wer sich wirklich auf seinen vierbeinigen Partner einlässt, meistert die Aufgaben, die diese Sportarten verlangen.“
Vom klassischen Fußlaufen bis hin zum Hürdenspringen und Slalomlaufen ist hier alles dabei. Der Verein bietet Fährtenarbeit, Begleithundeprüfungsvorbereitungen, Agility, Schutzhundesport und vieles mehr. Und längst findet man auch nicht nur den deutschen Schäferhund auf dem Hundeplatz. Jede Hunderasse ist hier willkommen.
Erfolge
Im Laufe der Vereinsgeschichte hat der Verein eine Vielzahl an kleinen und großen Erfolgen im IGP Sport und Agility erzielen können. So gab es in den Jahren Erfolge in der Bundesliga, einige erste und zweite Plätze bei den Deutschen Jugendmeisterschaften sowie Westfalencup Siege.
Besonders hervorzugeben sind die Erfolge bei der Agility Weltmeisterschaft. 2017 erreichte Kai Bäcker dort den ersten Platz. 2022 belegte Laura Becker dort Platz zwei.
Die Chronik
1926 wurde der Verein gegründet. Das Übungsgelände befand sich damals hinter Voss am Westen. Sprockhövel war noch keine eigene Stadt und gehörte noch zum Kreis Hagen 1. Während der Kriegszeit ruhte der Verein. 1946 wurde der Verein wieder lebendig und hatte sein Übungsgelände hinter der ehem. Metzgerei Kern – heutige Querspange. 1966 musste der Verein nach einer kleinen Pause wegen interner Unstimmigkeiten neu aufgerollt werden. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Monatsbeitrag 1 DM, die Aufnahmegebühr lag bei 5 DM. Von da an wuchs der Verein und auch das Vereinsheim wurde von einer „Bretterbude“, im wahrsten Sinne des Wortes, immer weiter modernisiert, bis zuletzt auch Heizung, Küche und Toiletten verfügbar waren. Immer in Eigenleistung der Vereinsmitglieder.
1987 brannte das Vereinsheim leider ab und die ganze Arbeit begann von vorne. Das komplette Vereinsbudget floss so nach und nach in den Wiederaufbau des Vereinsheims, der auch dann wieder durch Eigenleistungen gestemmt wurde.
Seit 1996 bot der Verein zusätzlich zum IGP Sport nun auch Agility an. Die Übungsleiter und Trainer stecken bis heute viel Zeit in Weiterbildungen sowie in die Ausbildung der Erwachsenen und Jugendlichen. Ein Verein, der mit der Zeit gegangen ist, gewachsen ist und bei dem immer das Wohl des Hundes an erster Stelle steht.
Von Jessica Niemerg