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Hattingen

1. Hospiz- und Palliativtag für Hattingen, Sprockhövel und Umgebung

Die Palliativmedizin will im Ster ben mehr Leben geben.

Gebäude

Die Theresia-Albers-Stiftung – Haus Theresia, Hackstückstraße 37 in Hattingen – ist Gastgeber des 1. Ambulanten Hospiz- und Palliativtages.

Am Samstag, 10. Oktober, 9.30 bis 16 Uhr, findet der 1. Hospiz- und Palliativtag für Hattingen, Sprockhövel und Umgebung statt. Ort der Veranstaltung ist das Haus Theresia, Hackstückstraße 37, in Bredenscheid. Die Initiatoren sind: Ambulanter Hospizdienst Witten-Hattingen e.V., Lebenshilfe Hattingen e.V., Palliativmedizinischer Dienst Ennepe-Ruhr-Kreis, Seniorenbüro Hattingen, Stadt Sprockhövel sowie die Theresia-Albers-Stiftung.
Unter Palliativmedizin versteht man die Versorgung eines Menschen, der schwer erkrankt ist und dessen Heilung nach medizinischem Wissen nicht mehr möglich ist. Die palliative Versorgung ist auf eine größtmögliche Schmerzlinderung ausgelegt und möchte dem Erkrankten eine Rest-Lebenszeit ermöglichen, die er möglichst frei von Beschwerden verleben soll. Dabei ist der Begriff nicht auf eine konkrete restliche Lebenszeit bezogen. Inhaltlich ist nur gemeint, dass der zu versorgende Mensch nicht mehr gesund wird. Für die palliative Versorgung muss der Betroffene über seinen Hausarzt in ein Palliativnetzwerk eingeschrieben sein. Palliativmediziner und palliativ geschultes Pflegepersonal (und bei Bedarf ehrenamtliche Hospizler) kümmern sich um den Erkrankten. Möglich ist diese Versorgung grundsätzlich sowohl zuhause als auch in einer stationären Pflegeeinrichtung. 
Obwohl die meisten Menschen zu Hause sterben möchten, ist das nur für ungefähr 30 Prozent der Betroffenen möglich, die Mehrzahl stirbt in Krankenhäusern oder in Heimen. Um es mehr Menschen zu ermöglichen, den letzten Lebensabschnitt zu Hause zu verbringen, unnötige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern, hat der Gesetzgeber mit der Gesundheitsreform im Jahr 2007 die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) sozialgesetzlich verankert (§ 37 b Sozialgesetzbuch V). 
Die Palliativmedizin will im Sterben mehr Leben geben, aber den Sterbeprozess nicht aufhalten. Über Todeswünsche des Betroffenen darf und soll gesprochen werden. Unter palliativer Sedierung ist der überwachte Einsatz von Medikamenten zu verstehen mit der Absicht, das Bewusstsein zu reduzieren oder auszuschalten, um so die Belastung durch sonst unerträgliches und durch keine anderen Mittel beherrschbares Leiden zu lindern. Die Intention liegt aber nicht in der Beschleunigung des Todeszeitpunkts.
Ob die Palliativmedizin assistierten Suizid und damit Einfluss auf den Todeszeitpunkt ermöglichen darf, ist eine schwierige Frage. Die Palliativmedizin bietet aus ihrem lebensbejahenden Ansatz heraus Hilfe beim Sterben an, jedoch nicht Hilfe zum Sterben. Daher gehört es aus Sicht des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) nicht zum Grundverständnis der Palliativmedizin, Beihilfe zum Suizid zu leisten oder über die gezielte Durchführung eines Suizids zu beraten. In Deutschland gibt es nur wenige Ärzte, die als Palliativmediziner auch den sogenannten medizinisch assistierten Suizid begleiten. Einer von ihnen ist der Wittener Arzt Dr. Matthias Thöns, der für seine allgemeinen und großen Verdienste in der Palliativ- und Notfallmedizin das Bundesverdienstkreuz erhielt.
Die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen wurde im Jahr 2010 von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und der Bundesärztekammer ins Leben gerufen. Rund 3000 Institutionen und mehr als 32.500 Einzelpersonen (Stand Juli 2025) haben sie in Deutschland unterzeichnet. Zu ihnen gehören Bürgermeisterin Sabine Noll, Stadt Sprockhövel und Ex-Bürgermeister Dirk Glaser, Stadt Hattingen. Ziel ist die flächendeckende Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung und Themen wie Tod, Sterben und Trauer im Bewusstsein der Gesellschaft besser zu verankern. Der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen steht bei allen Maßnahmen an erster Stelle.

Von Dr. Anja Pielorz

Das Programm

9 bis 9.30 Uhr: Ankunft in der Turnhalle Haus Theresia
9.45 Uhr: Begrüßung durch die Bürgermeisterinnen Sabine Noll, Sprockhövel, und Melanie Witte-Losning, Hattingen. Unterzeichnung der Charta durch Haus Theresia, Westfalen-Apotheke, Evangelisches Krankenhaus Hattingen und dem Ev. Verbund Augusta Ruhr
10.30 Uhr: Versorgung durch den ambulanten Hospizdienst 
(Ambulanter Hospizdienst Witten-Hattingen e.V.; ökumenisches Hospiz Emmaus e.V.)
11.00 Uhr: Versorgung im stationären Hospiz (Dominik Neuenhaus, Stationäres Hospiz St.Elisabeth Witten)
11.30 Uhr: Grundlagen der palliativmedizinischen Versorgung im Ennepe-Ruhr-Kreis (Palliativmediziner Dr. Franz Krizanits)
12.00 Uhr: Psychoonkolgische Versorgung in der Palliativsituation (Sylvia Hoffmann-Krizanits)
12.30 Uhr- 13.30 Uhr: Mittagspause (mit Mittagessen)
13.30 Uhr: Vorstellung der Notfallbox (Tasso Weinhold, Westfalen-Apotheke)
14.00 Uhr: Ehrenamtliche berichten 
Im Nachmittagsbereich: Seminare im Gewächshaus 
1.: Aromapflege – ätherische Öle in der Palliativpflege, 
von 13.30 bis 14.20 Uhr: Tamara Erdmann, Aromatherapeutin
2.: Logopädie in der Versorgung am Lebensende 
von 13.30 bis 14.20 Uhr: Kai Wiesweg, Logopäde EvK Hattingen

Und sonst: Kaffee und Kuchen und Besuch der Infostände