Zunehmender Cannabis-Konsum

Die Sucht- und Drogenhilfe Witten weist auf zunehmenden Cannabis-Konsum von Jugendlichen hin.

Heike Malz und Frank Bannasch von der Sucht- und Drogenhilfe Witten informieren über das Thema Cannabis-Konsum.

„Im zurückliegenden Jahr hatten wir 550 Klienten, davon 110 mit Cannabis-Kontakt als Hauptdiagnose“, berichtet Heike Malz, Leiterin der Sucht- und Drogenhilfe Witten. Die Sucht- und Drogenhilfe stellt in den zurückliegenden zwei Jahren einen erhöhten Cannabis-Konsum bei Jugendlichen fest. „Cannabis ist keine klassische Einstiegsdroge, aber es gibt eine breite Verfügbarkeit und auch eine gesellschaftliche Akzeptanz in der jeweiligen Peergroup“, erklärt Frank Bannasch. „Wir möchten für dieses Thema sensibilisieren und ein Bewusstsein schaffen. Hierbei darf es weder um die Dramatisierung, noch um eine Verharmlosung gehen.“ Wichtig ist eine sachliche Information aller Beteiligten und auch der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang weisen Heike Malz und Frank Bannasch auf das breite Unterstützungs- und Hilfeangebot ihrer Einrichtung hin, dass sich auch an Eltern und Angehörige richtet. „In der Tat haben sich in den zurückliegenden Monaten vermehrt Eltern an uns gewandt. Wir bieten neben persönlichen Beratungsgesprächen auch eine Angehörigengruppe an.“ Dass Jugendliche von sich aus den Weg in die Beratungsstelle an der Röhrchenstraße suchen, sei die Ausnahme. „Sie kommen beispielsweise entweder auf Druck der Eltern, der Schule oder dadurch, dass sie bei einer schulischen Präventionsveranstaltung auf die Angebote der Beratungsstelle aufmerksam wurden. Ein weiterer Zugang kann über das sogenannte Diversionsverfahren erfolgen. Hierbei liegt das Jugendstrafrecht zu Grunde, bei dem von einer Verhandlung abgesehen werden kann, wenn beispielsweise neben der Ableistung von Sozialstunden auch die Sucht- und Drogenhilfe besucht wird.“
In der Beratung von Betroffenen geht es grundsätzlich darum, individuelle Funktionalitäten des Suchtmittels für die einzelnen Konsumierenden herauszufinden. Auf dieser Grundlage können Betroffene und Beratende gemeinsam alternative Verhaltensweisen zum Konsum entwickeln. Frank Bannasch regt in diesem Zusammenhang einen verantwortungsvollen Umgang mit der Thematik an. Dieser darf nicht mit der Verharmlosung möglicher Gefahren einhergehen. Risikoreiche Konsummuster müssen erkannt werden, um hier passgenaue Unterstützungsangebote machen zu können. Alle Angebote der Beratungsstelle sind kostenlos und unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht.

 

Öffnungs- und Sprechzeiten: Montags bis freitags 8 bis 12.30 Uhr sowie montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Termine sind nach Vereinbarung, auch nach 16 Uhr möglich.
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Donnerstag: 9.00 – 11.00 Uhr    Montag 14.00 - 17.00 Uhr
Ansprechpartner:
Heike Malz (Leitung, Einzel- und Gruppenberatung, Prävention, Dipl. Sozialarbeiterin) 02302/91484-52 heike.malz@diakonie-mark-ruhr.de
Frank Bannasch (Einzel- und Gruppenberatung, Prävention, Dipl. Sozialarbeiter) 02302/91484-33 frank.bannasch@diakonie-mark-ruhr.de

 


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