Zum Auftakt gleich einen Französisch-Kurs angeboten

100 Jahre Vhs: Rita Süssmuth feierte mit – Buntes Programm auf Parkplatz an Annenstraße.

Besondere Ehre für die Vhs: Auch die frühere Bundestagspräsidentin Professorin Dr. Rita Süssmuth (im Bild mit Ex-Bürgermeister Klaus Lohmann) ließ es sich nicht nehmen, als Ehrenvorsitzende des Deutschen Volkshochschulverbandes persönlich an der Feier teilzunehmen und als Festrednerin zum Gelingen beizutragen.

Im letzten Jahrhundert gegründet und immer noch voll im Geschehen: Die Volkshochschule Witten/Wetter/Herdecke konnte jetzt stolz ihren 100. Geburtstag mit einem bunten Programm auf dem Parkplatz an der Annenstraße feiern.
Unter den vielen Gästen auch die Bürgermeisterin Sonja Leidemann und ihre Kollegen Frank Hasenberg aus Wetter und Dr. Katja Strauss-Köster aus Herdecke sowie weitere bekannte Leute aus Politik, Organisationen und Verbänden.
Besondere Ehre für die Vhs: Auch die frühere Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth ließ es sich nicht nehmen, als Ehrenvorsitzende des Deutschen Volkshochschulverbandes persönlich an der Feier teilzunehmen und als Festrednerin zum Gelingen beizutragen.
In der Aula der Gerichtsschule
Angetrieben von der Volkshochschulvereinigung, wurde die Vhs Witten am 12. September 1919 in der Aula der Gerichtsschule aus der Taufe gehoben. Wie die von Dieter Thier erstellte Festschrift verrät, wurde damals der Schlosser Eduard Kleinhans seitens der Stadtverwaltung für Leitung der Volkshochschule Witten angesprochen. Zum Auftakt bot die neue Vhs noch im gleichen Monat einen Französisch-Kurs und eine Einführung in die Musik an. Der erste Haushaltsplan der Vhs Witten umfasste für das Jahr 1919/20 einen Etat von 15 200 Mark für 480 Unterrichtskurse á 25 Mark, drei Schuldiener, allgemeine Unkosten wie Bücher und Drucksachen und einige Vortragsreihen. Zehn Jahre später zwang die Weltwirtschaftskrise die Vhs zu starken Einschränkungen, bis die Arbeit schließlich 1933 zum Erliegen kam und bis zum Ende des Nationalsozialismus ruhte. Ein Jahr nach dem 2. Weltkrieg wurde die Vhs jedoch wiedergegründet. 1977 erfolgte die große Fusion der Vhs Witten, Wetter (1974 gegründet) und Herdecke (1948) zum „Volkshochschulzweckverband Witten/Wetter/Herdecke“. Bevor die Vhs ihre Räume an der Annenstraße bezog, wechselte sie 1963 in die Villa Friedrich Lohmann. Seit Mitte der 1990er Jahre konnte die Vhs die ehemaligen Räume des Möbelhauses Ostermann als Seminarzentrum nutzen. 2011 zog auch die Geschäftsstelle aus dem Haus Witten um. Heute beschäftigt die Vhs 86 Mitarbeiter und rund 400 Dozenten.
„Es ist ganz wichtig, dass die Menschen großes Vertrauen in die Arbeit der Vhs stecken“, sagt Sonja Leidemann. In ihrer Rede betonte die Wittener Bürgermeisterin, wie wichtig „Bildung für alle“ und „lebenslanges Lernen“ seien. Sonja Leidemann hatte selbst die Vhs Witten/Wetter/Herdecke von 1998 bis 2004 geleitet und ihre Aufgabe dann an die heutige Vhs-Chefin Bettina Sommerbauer übergeben. Rita Süssmuth erinnerte in ihrer Rede eindringlich daran, dass vor 100 Jahren nur die Männer wählen durften und fragte: „Wo ist da die Demokratie, wenn die Hälfte der Menschen ausgesperrt ist?“ Gerade angesichts der politischen Entwicklung sei es wichtig, die Frauen gleichwertig einzubeziehen, Koalitionen einzugehen und Netzwerke zu bilden, so ihr Credo.
Nach dem Auftakt mit dem Sinfonischen Orchesters der Vhs rundeten die „Physikanten & Co.“ Sunga Weineck und Professor Dr. Otto Liebermann mit bunten Experimenten und der über die Grenzen von Witten hinaus bekannte Saxofonist Wolf Codera mit seiner Gruppe den Nachmittag ab.


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