„Westfälischer Bindestrich zwischen Rheinland und Westfalen”

Neujahrsempfang in Sprockhövel mit musikalischer Unterstützung durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr und Sopranistin Anna Christin Sayn und über 300 Besuchern.

Mit über 300 Gästen war der Neujahrsempfang von Stadtsportverband, Stadtkulturring sowie Stadtmarketing und Verkehrsverein gut besucht. Auf dem Foto oben am Rednerpult Regierungspräsident Hans Josef Vogel.

Sprockhövel feiert ein Jahr Geburtstag und lädt den Pott zum Mitfeiern ein. Unter dem Jubiläumsmotto „50 Jahre Stadt Sprockhövel - das grüne Herz am schönsten Fleck“ startete die Sause mit dem Neujahrsempfang in den Räumen vom IG Metall Bildungszentrum. Während der Empfang nur für geladene Gäste war, wird die große Familienfeier am 8. August am gleichen Ort für alle Bürger geplant.
Wie immer treffen sich zu Jahresbeginn alle möglichen Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Ehrenamt und natürlich die Stadtspitzen. Diesmal gehörte Regierungspräsident Hans Josef Vogel zu den Spitzenvertretern. Er ließ es sich nicht nehmen, sein Grußwort spontan zu einer kleinen Rede auszubauen. „Aktive Bürger sind die Heimatmacher. In Sprockhövel stehen auf der städtischen Homepage mehr als 100 Vereine. Die Stadt hat zwar aufgrund ihrer bipolaren Struktur kein eigenes Zentrum. Aber ein fehlendes Zentrum bedeutet auch, dass sich an vielen Stellen gleichzeitig etwas bewegen kann.“ Sprockhövel sei ein westfälischer Bindestrich zwischen dem Rheinland und Westfalen, so Vogel. Deutlich macht er aber auch: „Die Kommunen müssen finanziell besser ausgestattet werden, um ihre Ziele zu erreichen.“
Das dürfte Wasser auf die Mühlen von Politik und Verwaltung gewesen sein. Landrat Olaf Schade zollte genauso Beifall wie die Bürgermeister Dirk Glaser aus Hattingen, Claus Jacobi aus Gevelsberg und Ulli Winkelmann aus Sprockhövel. Für ihn war es übrigens der letzte Neujahrsempfang als Bürgermeister der Stadt Sprockhövel, tritt er doch bei der Kommunalwahl am 13. September dieses Jahres nicht mehr an. In seiner Rede appelierte er an einen fairen Umgang im Wahlkampf. Für Sprockhövel gehen Kämmerer Volker Hoven für die SPD und Sabine Noll, Kämmerin in Monheim, für die CDU an den Start - beide waren auch Gäste beim Neujahrsempfang.
50 Jahre neue Stadt Sprockhövel war ein Thema bei den Vorträgen von Prof. Dr. Rainer Bovermann und Dr. Klaus Walterscheid. Die Kommunalreform 1970, maßgeblich durch den Innenminister Willi Weyer (FDP) begleitet, hatte das Ziel, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse von Land und Stadt zu verbessern. Neue Strukturen sollten die Überlebenschance der Kommunen verbessern und die Daseinsvorsorge am Ort umsetzen. Kritisch merkten allerdings die Redner an, manchmal sei die Reform aus heutiger Sicht an den Bedürfnissen der Bürger und seiner Identität mit der Stadt vorbei geplant worden. Auch der scheidende Bürgermeister Ulli Winkelmann formuliert: „Es ist dann auch mal eher ein neben- als ein miteinander.“
Die Goldene Hochzeit der Sprockhöveler Stadtteile zu einer Stadt Sprockhövel soll mit zahlreichen Veranstaltungen verbindende Elemente schaffen. Lutz Heuser, Vorsitzender von Stadtmarketing und WIS, verkündete auch die größte Neuerung in 2020: Es soll einen Weihnachtsmarkt geben - zehn Tage lang!


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