Weit über die Grenzen hinaus anerkanntes Waisenheim

125 Jahre „Dienst am Menschen“: Sankt-Josefshaus heute Altenzentrum mit Pflegetrakt.

Was vor ziemlich genau 125 Jahren mit den Ordensschwestern, den Franziskanerinnen aus Olpe, begann, wird heute vom Team des Josefshauses fortgeführt: der Dienst am Menschen.

125 Jahre „Dienst am Menschen“ im Sankt-Josefshaus in Herbede: Seit dem Jahr 1892, als es in Betrieb ging, galt für die Franziskanerinnen aus Olpe bis noch ins Jahr 1971 hinein der Dienst am Menschen als selbstverständlich.
Es war weit über die Grenzen Herbedes hinaus ein anerkanntes und geachtetes Waisenheim. Die Nonnen in ihrer braunen Ordenstracht mit tiefschwarzem Überwurf versorgten eigenständig die Kinder. Sie gehörten ganz selbstverständlich zu Herbede, denn sie wurden von allen Bürgern anerkannt und waren sehr beliebt. Diese Schwestern kümmerten sich auch um die anderen armen Kinder in Herbede, auch um die, die nicht in ihrem Waisenhaus lernten und lebten.
Viele Kriegswaisen und sozial schwache Kinder fanden nach dem Krieg im Josefshaus Herbede stets Hilfe oder eine sichere Bleibe. Und als die vielen Kriegsgefangenen als Zwangsarbeiter in den hiesigen Fabriken und Bergwerken eingesetzt wurden, da versorgten die Schwestern sie ganz selbstverständlich mit der notwendigen Nahrung. Das waren immerhin zwischen 400 und 500 komplette Essen täglich. Als die Ordensschwestern dann im Sommer 1969 so nach und nach aus Herbede verschwanden – es gab keinen Nachwuchs mehr – und wenig später auch das von den meisten Herbeder Bürgern geliebte ehemalige Schulgebäude mit dem großen Pfarrsaal abgebrochen wurde, da entstand im Jahr 1985 der komplette Neubau, das heutige Sankt-Josefshaus, ein Altenzentrum mit großem Pflegetrakt, das den mehr oder weniger behinderten älteren Bürger ein versorgtes und barrierefreies Wohnen ermöglicht. Viele Auszeichnungen belegen die vorbildliche Arbeit, die bisher geleistet wurde, und bestätigen das anerkannte und kompetente Team im Josefshaus.

(Friedrich Frahne)


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