Weihnachten – who is who?

Seit Jahrhunderten schlagen die Kinderherzen höher, wenn das Glöckchen am Heiligen Abend zur Bescherung läutet und das Christkind die Geschenke bringt.

Seit Jahrhunderten schlagen die Kinderherzen höher, wenn das Glöckchen am Heiligen Abend zur Bescherung läutet und das Christkind die Geschenke bringt. Oder ist es doch etwa der Nikolaus oder der Weihnachtsmann, der die guten Gaben unter den Weihnachtsbaum legt?
Tatsächlich existierte das Christkind nicht zu allen Zeiten, mindestens noch nicht im Jahre 1483, als der kleine Martin Luther am 10. November in Eisleben das Licht der Welt erblickte. Jahre später krempelte er die ganze christliche Religion inklusive Weihnachtsbräuche um, bevor er - ebenfalls in Eisleben - am 18. Februar 1546 für immer die Augen schloss.
Hat Martin Luther das Christkind erfunden?
Da Martin Luther die Verehrung von Heiligen ablehnte, hatte der Heilige Nikolaus in der Weltanschauung des Reformators eher schlechte Karten. Als gesichert gilt, dass der historische Nikolaus zwischen 270 und 286 in Patara in der heutigen Türkei geboren wurde, später zum Priester geweiht, dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra und Bischof wurde. Sein nicht unerhebliches ererbtes Vermögen soll er an Arme verteilt haben. Aus seinem Wirken erwuchsen viele Legenden, die ihn zu einem der wichtigsten Heiligen der katholischen Kirche machten. Nach einem alten Brauch beschenkte er über Jahrhunderte am 6. Dezember die Kinder.
Mit fortschreitender Reformation verblasste jedoch die Verehrung des Nikolaus als heiliger Mann und Überbringer der Geschenke. Darüber, ob Luther selbst das Christkind als protestantischen Gegenentwurf zum Heiligen Nikolaus erfunden hat, weil er nicht auf den Brauch des Schenkens verzichten wollte, streiten die Experten.
Nach Ansicht vieler Völkerforscher entstand das Christkind aus der Darstellung von Engeln aus Weihnachtsumzügen und Krippenspielen, gespielt meist von Mädchen in weißen Gewändern als Hinweis auf Unschuld und Reinheit. Das Christkind übernahm letztendlich nach und nach die Aufgabe des heimlichen Geschenkeverteilens in der Nacht.
Überraschend, dass das ursprünglich evangelische Christkind dann aber vornehmlich in die katholischen Wohnzimmer einkehrte, während der katholische Nikolaus als Weihnachtsmann die evangelischen Regionen besuchte. Sein Aussehen als alter Mann mit Rauschebart in einem rot-weißen Kostüm verdankt der Weihnachtsmann nicht zuletzt dem Coca-Cola-Konzern, der diese Figur 1931 nach einer Zeichnung des US-Grafikers Thomas Nast aufbaute.


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