Was wird aus den Herbeder Brücken?

Info-Veranstaltung am 19. August am Zollhaus Herbede: Vor 100 Teilnehmern aus Bürgerschaft, Wirtschaft und Politik eröffnete Moderator Dr. Gerd Frahne die Veranstaltung mit einem Überblick der derzeitigen Planungen in Herbede.

Dieter Boele (mit Mikrofon) vor den Behördenplänen zum Abriss und Neubau der Herbeder Brücke. (Foto: Michael Schütte )

Gut besucht war die von Bürgerkreis, Heimatverein und Werbegemeinschaft organisierte Infoveranstaltung am 19. August am Zollhaus Witten, drehte sich das Thema doch um die Behördenpläne zum Abriss und Neubau der Herbeder Brücke. Damit einhergehen würde die Unterbrechung der Anbindung von Herbede über einige der nächsten Jahre im nächsten Jahrzehnt. Straßen.NRW war den bisherigen Einladungen des Bürgerkreises, so auch an diesem Abend, nicht gefolgt. Die Zusammenarbeit mit der Landesbehörde Straßen.NRW ist, wie Gabi Günzel vom SPD Ortsverein Herbede in einem Schreiben an Landtagsabgeordnete Dr. Nadja Büteführ formulierte, „in Sachen Ruhrbrücke schwierig“ und der Eindruck würde sich verfestigen, „dass die Bemühungen der Bürgerinnen und Bürger Herbedes, sich in den Planungsprozess einzubringen, bei StraßenNRW ‚auf taube Ohren‘ stoßen würden“.


Parallelbrücke wegen zu hoher Kosten abgelehnt
Die Behördenplanung geht nach wie vor von einem Bauablauf (erst Abriss, dann Neubau) aus, der eine mindestens dreijährige Sperrung ab 2023 zur Folge hat. Notverkehre wie Polizei und Rettungswagen sollen für die Bauzeit über die auf fünf Meter Breite erweiterte Lakebrücke geführt werden, der normale Autoverkehr muss sich seinen Weg in der Zeit über die Autobahn oder über die Hölzer suchen. Die voraussichtlich mehrjährige Unterbrechung der Lebensader löst nachvollziehbar Befürchtungen bis hin zu Existenzängsten bei den Gewerbetreibenden und den Ärzten im Rathaus der Medizin aus. Der Bürgerkreis hat zu den Planungen der Landesbehörde eigene Alternativen entwickelt und schlägt beispielsweise vor, zuerst eine neue Brücke parallel zur bisherigen zu bauen oder einen Tunnel unter der Ruhr hindurchzuführen. Seine Vorschläge wurden bereits vom Landesbetrieb mit dem Hinweis auf zu hohe Kosten abgelehnt.
Alle Pläne, auf großen Transparenten gedruckt, wurden anschaulich und verständlich präsentiert und unter der Moderation von Dr. Gerd Frahne differenziert erläutert. Deutlich wurde in der Diskussion, dass durch den Neubau der Brücke die dringende Verbesserung für alle Verkehrsteilnehmer inklusive Radfahrer und der Wirtschaft erreicht werden würde. Mit der damit verbundenen mehrjährigen Sperrung erklärten sich die Teilnehmer jedoch nicht einverstanden. Der Teilnehmerkreis äußerte daher die Forderung, die aufgestellten Alternativplanungen der Bürgerschaft fachspezifisch und qualitativ zu prüfen und ggf. weiterzuentwickeln. Angeregt wurde auch, einen unabhängigen Sachverständigen mit einem Gutachten zu beauftragen oder – um weitere Alternativen zu erzeugen – einen Wettbewerb auszuschreiben. Ein weiteres Ergebnis des Abends ist die Gründung oder eigentlich Weiterentwicklung des Arbeitskreises „Brücken“ und eine verstärkte Kooperation mit Planungsbehörde und Stadtverwaltung.

 


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