Warum versuchen wir eigentlich, alles selber zu machen?

Boom im Handarbeitsbereich wächst weiter an – Größte Fachmesse der Welt verschafft Überblick.

Warum eigentlich? Mittlerweile hat die maschinelle Massenproduktion einen Standard erreicht, der (fast) keine Wünsche mehr ­offenlässt. Warum versuchen wir zunehmend, alles selber zu machen? Um Geld zu sparen? Um sich nur zu beschäftigen, weil es einem sonst zu langweilig ist?
Mit zerbrechlichen Buntstiften mallen wir nach Zahlen vorgezeichnete Papierbögen aus. Die Stiftehersteller kommen kaum mit der Produktion nach. Oder wir verknoten mit gefährlichen Gerätschaften während ­eines ziemlich monotonen Vorgangs dicke Fäden zu Schals, Topflappen oder lustigen Tierfiguren.
Wie immer weiß das Magazin „Der Spiegel“ eine Antwort: „Handarbeit ist Reinemachen in der Seele. Handarbeit ist das wortwörtliche Begreifen der Welt“, kann man in der Online-Variante des Spiegels unter „Karriere“ nachlesen.
Das klingt sehr nach Küchen-Psychologie, ist es auch, und beschreibt nur einen Teil des Phänomens. Andere Experten glauben, dass im Zeitalter des verlustfreien Kopierens von Warenmustern am Fließband, die Sehnsucht nach dem Einzigen, dem Unverwechselbarem, dem „Unikat“ im gleichen Maße steige wie die Vervollkommnung des Verfahrens. Das digitale Zeitalter mit seiner Kopierwut habe diesen Trend nur noch verstärkt.
Nach dem Ausflug in die Welt der Theorie können sich die Handarbeitsfreunde an einem einzigen Ort einen guten Überblick verschaffen, was es heutzutage für Möglichkeiten gibt, und zwar auf der „h + h ­cologne“, der weltgrößte Fachmesse für Handarbeit und Hobby im März dieses Jahres. „Der Boom im Handarbeitsbereich wächst stetig weiter an. Kreativ zu sein und sich seinen individuellen Stil zu kreieren, ist heute Lifestyle“, schreiben die Veranstalter zum Thema.

 

„h + h cologne“: geöffnet von Freitag, 31. März, bis Sonntag, 2. April; Veranstalter ist „Koelnmesse GmbH“, Messeplatz 1 in Köln; Ort: Kölnmesse, Halle 2.1, 2.2, 3.1 und 3.2; Öffnungszeiten fürs Publikum: 9 bis 18 Uhr, am letzten Tag schließt die Messe schon um 17 Uhr.


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