Volker Hoven: „Man will der gesellschaftlichen Idee schaden.”

IMAGE berichtete bereits über Diebstahl und Vandalismus auf dem neuen Bewegungsparcours „Glückauf-Trasse” in Niedersprockhövel. Wir sprachen mit dem Beigeordneten Volker Hoven und Anian Klemp vom Tiefbau darüber, wie es jetzt weitergehen wird.

Bewegungsparcours, im Vordergrund die Bänke mit den fehlenden Pedalen.

Am 25. Januar 2019 wurde der „Bewegungsparcours Glückauf-Trasse“ eröffnet. Nur wenige Stunden später gab es den ersten Diebstahl, dem einige Wochen später ein weiterer Diebstahl folgte. Auch Vandalismusschäden wurden festgestellt. Die angerichteten Schäden werden beseitigt, die gestohlenen Pedale neu bestellt und werden neu aufmontiert.

Dem Bewegungsparcours war eine zweijährige Geschichte vorausgegangen. Der bereits mehrfach vorgetragene Wunsch vom Seniorenbeirat Sprockhövel, im Stadtgebiet einen Mehrgenerationenspielplatz einzurichten (das war der Arbeitstitel des Projektes), startete auf Antrag der SPD-Fraktion am 1. März 2017. Bereits am 29. März 2017 erhielt er durch den Ausschuss für Soziales und Integration grünes Licht. Spannend wurde es nochmal in den Haushaltsplanberatungen 2018, hier hatte sich die Verwaltung eindringlich für die Finanzierung der Anlage eingesetzt. Nach dem positiven Haushaltsbeschluss, den leider nicht alle Fraktionen mitgetragen haben, sind der Bürgermeister und der Erste Beigeordnete losgezogen und haben es geschafft, die gesamten Bewegungsgeräte mit Sponsorengeldern zu finanzieren. Insgesamt hat die Anlage 50.000 Euro gekostet. „Ohne die Unterstützung der Sponsoren hätte der Bewegungsparcours mit Boulebahn nicht realisiert werden können. Die Anlage als weitere Attraktion direkt am Radweg ist ein neuer Treffpunkt im öffentlichen Raum“, so Beigeordneter Volker Hoven.
Bewegungsparcours aus  Sponsorengeldern finanziert
Eigentlich ist der Bewegungsparcours eine tolle Erfolgsgeschichte - und sie hätte sich fortgesetzt, wären nicht wenige Stunden nach der Eröffnung bereits der erste Diebstahl und die ersten Vandalismusschäden vorhanden gewesen. „Die Pedale des Beinbewegers wurden gestohlen. Ebenso die Aufhängungen und eine Bank wurde bis zu den Fundamenten freigelegt und leicht versetzt“, so Volker Hoven. Dabei müssen der oder die Täter durchaus mit Muskelkraft unterwegs gewesen sein, denn die Schrauben am Beinbeweger waren mit einem speziellen Schraubenkleber befestigt. „Das bekommt man nicht mal so eben im Vorbeigehen ab“, so Hoven. Auch Anian Klemp vom Tiebau der Stadt Sprockhövel bestätigt: „Da muss man schon ordentlich arbeiten, um die Pedale zu lösen. Und was will man damit machen? Ja gut, sie passen an ein Fahrrad, aber man kann sonst doch nix damit machen.“
Das sieht auch der Beigeordnete so und ergänzt: „Die Pedale wurden nicht zum Gebrauch abmontiert. Ich bin sicher, hier ging es einfach nur darum, etwas Positives kaputt zu machen und der gesellschaftlichen Idee zu schaden. Wir werden das aber reparieren.“ Anian Klemt: „Die fehlenden Pedale sind bestellt und werden durch den Bauhof montiert.“
Volker Hoven ergänzt: „Wir werden in Zukunft auf preiswertere Produkte zurückgreifen, aber wir werden die Funktionstüchtigkeit sicherstellen.“
Von einer ebenfalls diskutierten öffentlichen Überwachung hält der Beigeordnete nichts. „Das wäre auch eine Aufgabe, die der Polizei vorbehalten bleibt. Ich bin auch nicht dafür, Sprockhövel mit Beobachtungsgeräten zu überziehen. Es sind Pedale, hier geht es nicht um einen Umschlagplatz für irgendwelche Drogendelikte. Da muss man einfach die Kirche im Dorf lassen. Es ist ärgerlich, ja. Aber wir setzen auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung, verbunden mit einer Belohnung von 400 Euro. Wir lassen uns jedenfalls die Idee und deren gute Umsetzung nicht kaputt machen.“


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