„Viele Unternehmen stellen sich die Existenzfrage“

Sabine Noll, Bürgermeisterkandidatin von CDU und Grünen, nach Online-Fragestunde.

„Die Wirtschaftsförderung hat in den nächsten Monaten in Sprockhövel eine große Bedeutung. Sie muss die gemeinsamen Kräfte vor Ort bündeln und übergreifende Lösungen finden“, folgert Bürgermeisterkandidatin Sabine Noll nach ihrer dritten Online-Fragestunde.

„Die Coronakrise hat massive Auswirkungen auf Wirtschaft, Stadt und Gesellschaft. Die meisten Unternehmen leiden coronabedingt unter erheblichen Umsatz- und Nachfragerückgängen.“
Die Kosten blieben meist konstant oder erhöhten sich sogar aufgrund der gestiegenen Hygienevorschriften. Dieses Resümee zieht Sabine Noll, die gemeinsame Bürgermeisterkandidatin von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, nach ihrer dritten Online-Fragestunde. Weiter heißt es unter anderem in einem ­Presse-Info: Einigen Unternehmen gelinge es, ihre Strategie auf neue Produkte, Zielgruppen oder Absatzmärkte auszurichten, und sie setzten dabei verstärkt auf Digitalisierung. Andere versuchten, der Krise mit Kurzarbeit, Stundungen, Kreditaufnahmen, Rationalisierungsmaßnahmen und Personalabbau zu begegnen. Viele Unternehmen, vor allem in Handel oder Gastronomie, stellten sich die Existenzfrage, das Risiko einer möglichen Insolvenz ist hier besonders groß.

Rückgang des Eigenkapitals
Schulden von heute führen zur Investitionszurückhaltung von morgen, zu Liquiditätsengpässen, zu einem Rückgang des Eigenkapitals, was wiederum die Aufnahme von Krediten erschwert. Gerade in Krisenzeiten richtet sich der Blick auch auf die Finanzlage der Stadt. Erfolg oder Misserfolg einer jahrelangen geführten Wirtschaftspolitik spiegeln sich in den Stadtfinanzen wider, die wiederum das Grundgerüst und die Basis für die Wirtschaft und die Unternehmen bilden. Eine solide Finanzpolitik ist zudem immer auch die beste Sozialpolitik. Die Krise der Unternehmen wird schnell zu einer Krise der Stadtfinanzen, insbesondere, wenn in „guten“ Jahren keine Vorsorge betrieben wurde.

Städtische Handlungsansätze
Erwirtschaftete Fehlbeträge machen eigene städtische Handlungsansätze zur Unterstützung von Wirtschaft und Handel unmöglich. „Der Stadt Sprockhövel ist schon in den vergangenen Jahren kein ernsthafter Schuldenabbau und keine Ertragssteigerung bei der Gewerbesteuer gelungen. Wie soll das dann in Krisenzeiten funktionieren, in der Steuereinnahmen und Sozialprodukt sinken?“, fragt die Kandidatin. Wirtschaft, Handel und Gastronomie seien wichtig für den Wohlstand Sprockhövels. Es dürfe nicht zu Verlusten Sprockhöveler Unternehmen, Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie weiteren Leerständen kommen. Rettungsschirme von Bund und Land allein können die Not der Unternehmen nur lindern. Auch die Stadt muss ihre Hausaufgaben machen. Nur darauf zu hoffen, dass es der Wirtschaft bald wieder besser geht und gleichzeitig hohe Erwartungen an Bund und Land zu formulieren und damit Verantwortung nach oben weiterzugeben, reicht in Krisenzeiten nicht aus. Dabei haben Bund und Land schon ein wirksames Hilfspaket für die Kommunen geschnürt, von dem vor allem auch die Stadt Sprockhövel profitiert. Vielmehr ist ein eigener Fahrplan erforderlich, wie die finanzielle und wirtschaftliche Krise bewältigt werden kann. Für diesen Fahrplan muss erkennbar sein, wie es um die Finanzen vor und während Corona bestellt war und ist. Klar sei vor allem: „Ein ,Weiter so!‘ ist zu wenig.“


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