Viel Monat und wenig Geld: Wo bleibt meine Kohle?

Ein Haushaltsbuch und die Schuldnerberatung können helfen, die Ausgaben zu prüfen.

Seine Einnahmen kann man mit dem Haushaltsbuch nicht vergrößern, aber einen Überblick darüber bekommen, wo das Geld eigentlich bleibt - das geht mit dem Buch sehr gut. Die Verbraucherzentrale NRW hat es neu aufgelegt. Monats-, Wochen- und Jahresübersicht zeigen, was alles bezahlt werden muss - oder wo man vielleicht doch noch sparen kann.
Das klingt schon etwas nach Omas alten Zeiten und im Zeitalter der Digitalisierung erst recht.  Es gibt aber sogar Haushaltsbücher im Internet.
Denn das Aufschreiben der Einnahmen und Ausgaben kann bares Geld sparen. Es sind nicht unbedingt die sündhaft teuren Schuhe, die das Loch in die Kasse fressen, sondern vielleicht eher die permanenten Ausgaben - jeden Tag der Kaffee zum Mitnehmen, hier ein Mittagssnack oder dort die Zeitung am Kiosk. Das aber läppert sich im Monat ordentlich zusammen!

Das Haushaltsbuch
Was ist wichtig beim Aufschreiben? Zunächst sollte man bei den Einnahmen nichts vergessen. Das heißt: Urlaubs- und Weihnachtsgeld gehören genauso dazu wie Geldpräsente zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Dann kommen die festen Ausgaben. Das sind Miete, Strom, Heizung, Auto, Versicherungen, GEZ-Gebühren, Vereine und Taschengeld für Kinder - eben alles, was regelmäßig jeden Monat erneut bezahlt werden will.
Aber es gibt auch veränderliche Ausgaben. Lebensmittel, Kleidung, Kosmetik, Geschenke gehören ebenso dazu wie der Restaurantbesuch. Oder haben Sie vielleicht ein Hobby, für dass Sie Geld aufwenden müssen? Wenn alle Ausgaben feststehen, kommt das Ergebnis. Was bleibt unterm Strich übrig? Alle Ausgaben zusammenziehen und von den Einnahmen abziehen. Das ist die Stunde der Wahrheit: Haben Sie ein Plus, ist alles gut. Bei einem Minus müssen Sie überlegen, wo Einsparungen möglich sind.
Das Statistische Bundesamt hat Daten von über 100.000 Menschen ausgewertet, die 2015 in einer Schuldnerberatungsstelle gewesen sind. Das Ergebnis: Durch zu hohe Konsumausgaben rutschten nur elf Prozent in die roten Zahlen. Unvorhergesehe Ereignisse sind die Schuldenfalle Nummer eins! Das sind der Jobverlust (19 Prozent), Krankheit (15 Prozent) oder Trennung und Partnerverlust (14 Prozent).
Die meisten Schuldner findet man bei alleinstehenden Männern (30 Prozent) und alleinerziehenden Frauen (14 Prozent). Überdurchschnittlich gut geht es Paaren ohne Kinder - nicht wirklich eine Überraschung!
Verschuldet und überschuldet
Ein Mensch gilt als verschuldet, wenn er ausstehende Rechnungen noch nicht bezahlt hat, es aber finanziell könnte. Überschuldet ist man dagegen, wenn man so überfordert ist, dass Verbindlichkeiten nicht mehr beglichen werden können.
Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist 2016 zum dritten Mal in Folge angestiegen. Das zeigt der Schuldneratlas, den die Auskunftei Creditreform gerade im Dezember 2016 vorgestellt hat. Im Bundesgebiet sind über 6,8 Millionen, also etwa zehn Prozent der Bürger überschuldet, rund 131 000 mehr als im letzten Jahr. Die Überschuldungsquote steigt also deutlich an, obwohl die Gesamtbevölkerung ebenfalls zunimmt.

Sparen wir denn noch?
Die anhaltend niedrigen Zinsen lassen die Sparmotivation der Deutschen deutlich sinken: Nur noch jeder Zweite legt noch regelmäßig Geld zur Seite, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der Bank of Scotland ergab. 2015 hatten noch 65 Prozent angegeben, regelmäßig zu sparen.
Hier noch ein paar Spartipps: Zahlen Sie Lebensmittel bar - sie geben weniger Geld aus; Leitungswasser statt Mineralwasser trinken, denn unser Wasser ist gut; prüfen Sie Telefonverträge; essen Sie mit dem Gutscheinbuch; nehmen Sie sich den Coffee to go selbstgemacht mit zur Arbeit; Bücher und Filme kann man leihen statt kaufen; nutzen Sie Frühbucherrabatte, Last Minute-Angebote, den Kinotag, Outletcenter oder Second-hand-Messen/Läden und Mitfahrgelegenheiten - es gibt viele Möglichkeiten zum Sparen! Oder fragen Sie Experten!


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