Unsere Berichterstattung als positives Beispiel gewürdigt

Landesbeauftragter Heiko Hendriks besucht Heimatverein und bekommt IMAGE-Ausgaben.

Im Mai berichtete IMAGE im Rahmen seiner „Historischen Serie“ über das Ostdeutschenfries an der Realschule Grünstraße sowie über das Projekt „Legenschilder“ der Gesamtschule Welper. In beiden Fällen ging es um Heimatvertriebene und Aussiedler, die in Hattingen eine neue Heimat fanden. Im Museum im Bügeleisenhaus wird unter anderem die Sonderausstellung „Die Ostdeutschen Heimatstuben in Hattingen“ gezeigt. Vor diesem Hintergrund besuchte der Beauftragte für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern des Landes NRW, Heiko Hendriks, das Bügeleisenhaus und erhielt dabei auch die Berichterstattung von IMAGE. Das Foto zeigt v.l. den Hattinger Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzenden der CDU, Gerhard Nörenberg, Stadtarchivar Thomas Weiß (mit dem IMAGE die ,Historische Serie‘ bereits im zweiten Jahr konzipiert), Bürgermeister Dirk Glaser, den Beauftragten der Landesregierung Heiko Hendriks (gemeinsam mit einem Legendenschild in den Händen) sowie Lars Friedrich, Vorsitzender des Hattinger Heimatvereines.

Landesbesuch in Hattingen: der Beauftragte für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern des Landes Nordrhein-Westfalen, Heiko Hendriks, besuchte auf Einladung des Heimatvereins ­Hattingen/Ruhr die Stadt. Er sah sich die Ausstellung „Die Ostdeutschen Heimatstuben in Hattingen“ im Museum im
Bügeleisenhaus an, plauderte gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Glaser, Stadtarchivar
Thomas Weiß, Heimatforscher Harri Petras, CDU-Chef Gerhard Nörenberg und dem Vorsitzenden des Heimatvereins Hattingen/Ruhr, Lars Friedrich, zum Thema. Inhalt des Gespräches waren auch Artikel von IMAGE über Projekte zu Flucht und Vertreibung, die zusammen mit Hattinger Schulen realisiert wurden.

Anlässlich des Besuches aus Düsseldorf wird (wieder einmal) deutlich: Die Flüchtlingsfrage ist nicht neu. Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ist eine Geschichte der Flucht. Stadtarchivar Thomas Weiß macht deutlich: „Wir haben in Hattingen in dieser Zeit vier Flüchtlingswellen erlebt. Die erste um 1950. Damals lebten etwa 16.000 Menschen in Hattingen. Zehn Jahre später waren es 30.000 – es entstanden mit Welper, Nord- und Südstadt neue Stadtteile für Menschen, die aus Schlesien und Ostpreußen zu uns kamen. Ende der siebziger Jahre kam die zweite Flüchtlingswelle. Hier kamen vor allem Aussiedler aus polnischen und rumänischen Gebieten sowie Sowjetrussen. Damals wurde im WDR regelmäßig ein Telekolleg Deutsch für Aussiedler ausgestrahlt. Die dritte Welle erlebten wir im zeitlichen Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Ostblocks. 2000 Spätaussiedler kamen 1989 nach Hattingen – viel mehr Menschen als in der vierten Welle von Flüchtlingen und Vertriebenen 2014. Selbstversändlich gab es immer unterschiedliche kulturelle Besonderheiten, aber die Problematik, die Heimat und den Besitz zurücklassen zu müssen, um in der Fremde neu zu beginnen, ist doch immer identisch.“
Es ist auch kein Thema der „alten Generation“. Zwar haben sich viele lokale Einrichtungen des Bundes für Vertriebene mangels Mitglieder aufgelöst, die Zahl der nach Deutschland eingereisten Spätaussiedler hat sich allerdings im fünften Jahr in Folge erhöht. Bis Ende 2017 wurden 7134 Ankömmlinge im Aufnahmelager in Friedland aus den früheren Mitgliedstaaten der Sowjetunion registriert. Die Vorfahren der heutigen Spätaussiedler waren aus Deutschland zum Beispiel auf die Krim oder ans Schwarze Meer ausgewandert. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kehrten ihre Nachfahren zu Hunderttausenden zurück. Als Spätaussiedler erhalten sie und ihre Verwandten in der Bundesrepublik die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Wegfall  der Zuzugssperre für Familienangehörige sowie die mangelnde Perspektive bewegen die Menschen zum Schritt ins Ungewisse.
„Ein großes Problem ist die Anerkennung ihrer beruflichen Abschlüsse“, erklärt der Landesbeauftragte und berichtet von Ärzten, die in Deutschland als Pfleger arbeiten müssen. „Durch verkürzte Zusatzqualifikationen müssen wir erreichen, dass diese Menschen auch in Deutschland in dem Beruf arbeiten können, in dem sie vorher in ihrer alten Heimat gearbeitet haben.“
Die Bewahrung der kulturellen Traditionen sowie Fragen der Rentenversicherung und der Altersarmut sind weitere inhaltliche Bausteine der neu geschaffenen beratenden Stelle des Landesbeauftragten.

Geschichte erlebbar zu machen – dafür stehen die Projekte mit Schulen, über die IMAGE – ganz am Puls der Zeitgeschichte – ebenfalls berichtet hat. „Wer sich mit dem Fremden beschäftigt, verliert seine Ängste“, weiß Hendriks. Eine Parallele zu der neuen Flüchtlingsproblematik.
„Das Aufgreifen der Themen in den Medien ist wichtig. Wir müssen deutlich machen, dass wir es oft mit jungen Menschen und Familien zu tun haben“, so der Fachmann. Für diese Gruppen sei die Integration allerdings eine eher gelungene auffällig unauffällige Alltagsgeschichte. Das sei  der Unterschied zu den kulturellen Besonderheiten der aktuellen Flüchtlingsdiskussion.


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