Touren, bevorzugt auf kleinen verwunschenen Pfaden

Gerade die Umgebung von Witten bietet hervorragende Bedingungen für Wanderungen.

Besonders im Ruhrtal gibt es viele, gut beschilderte Wanderwege, die manchmal wunderschöne Ausblicke bieten.

Die einen lieben es, sich aus der Alltagswelt auszuklinken und stundenlang in der freien Natur zu wandern, die anderen können sich nicht so recht dazu entschließen. Dabei bietet gerade die Umgebung von Witten hervorragende Bedingungen für kürzere oder ausgedehnte Wanderungen.
Im 19. Jahrhundert bildeten sich die ersten Wander- und Gebirgsvereine und leisteten wahre Pionierarbeit. Nicht überraschend, dass das wohl bekannteste Wanderlied: „Das Wandern ist des Müllers Lust“ ebenfalls aus dieser Zeit stammt.
Heute sind die Formen und Bezeichnungen des Wanderns vielfältig, angefangen bei Walking und Nordic-Walking, über Varianten wie das auch bei Kindern und Jugendlichen beliebte Geocaching oder der vorübergehend modernen Jagd nach den Pokemons mit Hilfe GPS-gestützter Geräte bis zu mehrtägigem Trekking im Himalaya oder in den Anden. Aber auch das Pilgern, zum Beispiel über den bekannten Jakobsweg, ist wieder in vieler Munde – Hape Kerkeling sei Dank.


„Ab in die Botanik“
Viele Wittener Vereine und Institutionen, wie der Sauerländische Gebirgsverein oder das Stadtmarketing mit seinem Wanderführer „Ab in die Botanik“, machen auf ihren Internetseiten eine ganze Reihe von Wandervorschlägen. Einer, der sich ebenfalls dem Wandern verschrieben hat, ist Dennis Wichelmann.
Der Wittener, bereits als Kind von seinem Großvater mit dem Wander-Virus infiziert, gibt auf seiner Seite www.spass-am-wandern.de Tipps und bietet ehrenamtlich geführte Touren an, bevorzugt auf kleinen verwunschenen Pfaden. „Die großen Wanderwege führen mir zu oft über gut ausgebaute Wege und teilweise sogar Straßen. Ich möchte dazu ermutigen, auch einmal die kleinen, auf vielen Karten eingezeichneten Pfade zu erkunden. Mit aller Rücksicht auf die Natur lassen sich seltene Tiere und Pflanzen entdecken, wie Eidechsen und Libellen.“ Aber auch er rät, die vorgeschlagenen Pfade nicht zu verlassen, um einerseits die Natur nicht zu stören, andererseits Gefahren in meist ausgeschilderten Bergschadengebieten aus dem Weg zu gehen.


Gesundheitliche Vorteile
Längst sind die gesundheitlichen Vorteile des Wanderns für Leib und Seele bekannt: Die Risiken einer Herz-Kreislauferkrankung sinken und im Gegenzug werden Knochen, Gelenke und Kreislauf gestärkt. Nicht zu vergessen die Verbesserungen des Immunsystems und der Psyche: Stress baut sich ab, dafür schüttet der Körper verstärkt Glückshormone aus.
Zudem steigt der Kalorienverbrauch. Gerade auch Menschen mit Übergewicht bauen durch Wandern Kalorien ab, ohne an ihre Grenzen zu stoßen.
Weitgehend losgelöst vom Alter kann Wandern ohne größere Einweisung fast überall und jederzeit durchgeführt werden. „Bei Extremwetterlagen, wie Gewitter, Orkanwarnungen und Glatteis, bleibt man natürlich besser zu Hause“, sagt der erfahrene Wanderführer.
Führen die Wanderwege über größere Distanzen oder bergiges Gelände, sollte auf gutes Schuhwerk, Wanderstöcke, wetterfeste Kleidung und einen guten Wanderrucksack Wert gelegt werden. „Absatzschuhe, Ballerina und Flip-Flops scheiden aus“ sagt Dennis Wichelmann. „In den Rucksack gehören Proviant, ausreichend Getränke, ein paar Blasenpflaster und zumindest ein Handy für Notfälle.
Wer auch in der Natur nicht auf Technik verzichten möchte, sollte sich mit einem Handy mit entsprechender App oder speziellen GPS-Gerät ausrüsten, dann aber auch an Reserveakkus denken und sicherheitshalber eine Wanderkarte einstecken“, so der Rat von Wichelmann. Mit diesen Ratschlägen wünscht Wichelmann allen „Spaß am Wandern“.


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