Till Schaefer (PV) erfüllt sich Lebenstraum

Der legendäre Ironman von Hawaii – Traum für die ganz harten unter den Triathleten, ist für Till Schaefer wahr geworden. Nach 9:42:35 Stunden lief der Athlet vom PV-Triathlon Witten über die Ziellinie.

Till Schaefer als Ironman 2019

Um an diesem Wettkampf, der seit 1978 ausgetragen wird, teilnehmen zu können, musste sich Till Schaefer erst bei einem der weltweit ausgetragenen Qualifikationswettkämpfe über die Ironman-Distanzen von 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einem kompletten Marathon von 42,195 km qualifizieren. Sein Ticket löste der PV-Athlet beim diesjährigen Ironman in Zürich mit dem 5. Platz unter 200 Startern in seiner Altersklasse 30 – 34. Auf dieses Ziel hatte der Sprockhöveler seit drei Jahren intensiv hingearbeitet. „Auf dem Weg zur Qualifikation habe ich viel über Triathlon gelernt. Neben strukturiertem Training spielen Ernährung, mentale Strategien, Pacing im Rennen und ein wenig Glück eine große Rolle“, verrät der Gymnasiallehrer.


Kränklich bis kurz vor dem Start
Obwohl der 34-Jährige alle Vorsichtsmaßnahmen bei der Anreise über London und Los Angeles einhielt, erkrankte er kurz nach der Ankunft. Bis zum Rennstart am Samstag, 12.10., waren nur zwei kleine Testeinheiten auf dem Rad und in den Laufschuhen möglich. „Ich war die gesamte Saison über gesund und kann mir nichts vorwerfen. So habe ich die Zeit vor dem Rennen zur Regeneration genutzt und meine Erwartungen und die Rennstrategie angepasst“, zeigte sich Schaefer aber nur relativ wenig enttäuscht.
Beim Schwimmen über 3,8 km im großen Pazifik gelang dem PVler mit einer Zeit von 58:40 Minuten ein guter Start. „Die Wellen wurden gerade auf dem Rückweg höher und das Meer unruhig. Ein Freund musste sich sogar kurz bei einem Standup-Paddeler aufhalten und hätte sich fast übergeben“, macht der Mathe- und Sportlehrer die äußeren Bedingungen der ersten Disziplin deutlich.


Wo ist mein Kleiderbeutel?
Vor lauter Begeisterung über das Rennen und die Anfeuerung musste der eigentlich routinierte PV-Triathlet in der Wechselzone dann einen Moment den Kleiderbeutel suchen. „Auf Big Island war ich mal wieder Rookie und machte beim Wechsel Anfängerfehler. Auch das gehört wohl dazu“, schmunzelt Schaefer im Nachhinein.
Beim Radfahren machten die berüchtigten Mumuku–Winde ihrem Ruf alle Ehre und den Teilnehmern das Leben schwer. Mal von hinten, mal von vorne oder auch von links und rechts wehte der Wind und ließ die Athleten die schnellen Kilometer sofort wieder vergessen, wenn die Böen ins Gesicht bliesen. Schaefer konnte trotz des Windes, der insbesondere die letzten 40 km auf dem Rückweg erschwerte, schneller fahren als geplant und blieb mit 4:58 Stunden unter der 5-Stunden-Marke für die Radstrecke und fast 17 Minuten unter seiner Quali-Zeit von Zürich.
Beim Marathon merkte Schaefer dann doch, dass die Erkältung nicht überstanden war. „Das Laufen fühlte sich von Anfang an nicht so an, wie ich es gewohnt bin. Nach 12 km merkte ich, dass selbst jede Kühlung kaum Wirkung erzielte“, beschreibt der PV-Athlet den Beginn der Marathonstrecke, auf der Temperaturen von annähernd 40 Grad herrschten. Bei Kilometer 14 verlor Schaefer auch noch seine mitgeführten Salztabletten. Dies rächte sich mit Krämpfen ab Kilometer 25, das Tempo musste deutlich reduziert werden. „Die letzten 15 km waren dann ein Stück unter meinen Möglichkeiten und es fühlte sich so an, wie es sich für einen Rookie-Start auf Hawaii wohl anfühlen soll“, äußert sich der erfahrene Ironman nur leicht enttäuscht. Mit einer Zeit von 9:42:35 Stunden blieb Schaefer auch bei seiner achten Langdistanz deutlich unter der magischen 10 Stunden Marke. Die Statistik spiegelt seine Klasse wider: Schaefer wurde 82. von 167 Gleichaltrigen in seiner Altersklasse, 340. von 2.300 Startern und 313. von 1.716 Männern.
„Im Ziel habe ich erst ein paar Tränen verdrückt. Der Zieleinlauf war unglaublich schön und emotional. Damit hat eine lange Reise für mich ihren Höhepunkt gefunden und ich habe mir etwas erfüllt, was ich vor wenigen Jahren für unmöglich hielt“, schildert der glückliche Ironman die Momente im Ziel und fügt hinzu: „Ich sehe aber weiter Potential für noch schnellere Rennen in Kona. Dabei wird mir diese Erfahrung helfen und ich habe schon einige Ideen für die Vorbereitung. Ich komme sicher wieder.“


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