Tarife bieten Wahlmöglichkeiten und günstigere Preise

Die Stadtwerke sind im Wettbewerb gut gerüstet – 7 Millionen Euro für Investitionen.

Beim Messen von Zählerständen wird digitale Datenübertragung Einzug halten. Beim Jahres-Pressetermin der Stadtwerke hat Geschäftsführer Andreas Schumski (v.l.) einen möglichen neuen Gerätetyp vorgestellt. Markus Borgiel, Prokurist und Hauptabteilungsleiter Vertrieb/Beschaffung, und Frank Bartsch, stellvertretender Hauptabteilungsleiter Technik, halten zum Vergleich eins der bekannten Messgeräte daneben.

Gute Botschaft für die Kunden: Die Stadtwerke gehen mit den Preisen runter. Und noch ein weiterer Blick in die Zukunft: Die Themen „digitale Schnittstellen“ und „Online-Formulare“ stehen im Zusammenhang mit den Verbrauchszählern oben auf der Stadtwerke-Liste.
Dahinter steckt das umstrittene „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“. Das soll uns Verbraucher mit sogenannten intelligenten Mess-Systemen ausstatten, und die heißen – im Fall der Verbrauchszähler „Smart Meter“.
Bis 2032 umsetzen müssen das die jeweiligen Stadtwerke. Die neuen Zählertypen können mit einer digitalen Schnittstelle ausgestattet werden, über die Daten übertragen werden. Aber noch gilt: Nichts Genaues weiß man nicht. Zunächst muss es mindestens drei Hersteller geben, die taugliche Geräte auf dem Markt anbieten.
Bis dahin wird noch viel Strom durchs Leitungsnetz fließen, und der Stromableser kommt immer noch ins Haus, es sei denn, man teilt – wie gewohnt – den Stadtwerken die Zählerstände mit. Das wird sich vereinfachen.
Schätzungsweise Mitte des Jahres steht ein Online-Formular bereit, in das man seinen Jahresverbrauch eintragen kann. Die Stadtwerke machen dann den sogenannten Plausibilitätstest und setzen danach die Höhe der Abschläge fest.
Wer kurzfristige Veränderungen im Verbrauch vorhersehen kann, informiert die Stadtwerke, die den Betrag dann nach unten oder oben korrigieren. In diesem Jahr haben die Stadtwerke drei neue Tarife für Strom und Gas im Angebot. Neben günstigeren Preisen bieten die Tarife auch Wahlmöglichkeiten bei den Laufzeiten.
Für Geschäftsführer Andreas Schumski sind die Stadtwerke im Wettbewerb gut gerüstet, so dass auch weiterhin mehrere Millionen Euro für die Versorgungssicherheit in Witten sowie komfortable Bäder und eine attraktive MS Schwalbe II aufgeboten werden können. Und „Mit den neuen Stromtarifen bekommen die Kunden zudem, wie im allgemeinen Tarif, natürlich 100 Prozent Ökostrom“, sagt er.
Eine Neuerung gibt es auch für das Fahrgastschiff MS Schwalbe II. Erstmals kooperieren die Stadtwerke dort mit der „Ruhrtopcard“. Im Jubiläums-Jahr der Schwalbe, die seit Jahren auf der Ruhr fährt, können Besitzer der Karte kostenlos eine Tour machen. Mit starkem Aufwand wollen die Stadtwerke auch in diesem Jahr die Versorgungssicherheit der Energie- und Trinkwassernetze stützen. „Für rund 7 Millionen Euro führen wir Investitions- und Unterhaltungsmaßnahmen durch“, erläuterte Diplom-Ingenieur Frank Bartsch, Leiter der Netzplanung.
Darunter fallen etwa der Austausch von neun Strom-Kompaktstationen und acht Transformatoren sowie Kabelverbindung zwischen den Übernahmestationen Mitte und West. Für die Gas- und Wasserversorgung werden für rund 2,3 Millionen Euro neue Leitungen gelegt.
Den größten Anteil nimmt die Sanierung des Trinkwasser-Hochbehälters Helenenberg ein. „Nach der abgeschlossenen Erneuerung der Außenhülle wenden wir uns nun der Innenauskleidung zu“, sagt Frank Bartsch. Dafür seien in diesem Jahr rund 3 Millionen Euro veranschlagt.

 

Die Tarife: „Stadtwerke Plus“, 25,56 Cent pro Kilowattstunde Strom und 5,43 Cent pro Kilowattstunde Erdgas, zweijährige Preisgarantie, Rewirpower-Karte; „Stadtwerke Smart“, 25,75 Cent und 5,53 Cent, einjährige Preisgarantie, Rewirpower-Karte; „Stadtwerke ­direkt“, variabel im Preis und in der Laufzeit, es gibt keine Papier-, sondern eine Online-Rechnung.


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