Stationäre und ambulante Pflege - gemeinsame Wege

Hattingen historisch: Diesmal geht es um den Neubau des Ev. Krankenhauses vor 50 Jahren.

So sah das Krankenhaus in den neunziger Jahren aus. Dieses Foto wurde auch für den Sparkassenkalender 1992 genutzt und befindet sich im Hattinger Stadtarchiv.

In unserer Serie „Hattingen historisch“ in Zusammenarbeit mit dem Hattinger Stadtarchiv und dem Archivar Thomas Weiß geht es heute um den Neubau des Evangelischen Krankenhauses an der Bredenscheider Straße vor fünfzig Jahren. Er wurde am 21. Juli 1967 eingeweiht.

Viele moderne Großkrankenhäuser haben ihren Ursprung in mittelalterlicher Zeit in Hospitälern.   Erste Vorläufer gab es schon im 16. Jahrhundert. Das uns bekannte Evangelische Krankenhaus wurde durch die Kirchengemeinde am 29. September 1901 eingeweiht. Es verfügte zu Beginn über 50 Betten. Der Pflegesatz betrug sechs Goldmark in der Ersten, 4,50 Goldmark in der Zweiten und zwei Goldmark in der Dritten Klasse.  Die Stadt Hattingen wuchs weiter und schon 1912 wurde das Krankenhaus erweitert. Erweitern und Renovieren waren laufende Begleiter der kommenden Jahre, doch es gab auch Krisen. Zum Beispiel 1955, als sogar über eine Schließung diskutiert wurde.
1960 war zunächst keine Rede von einem Neubau, sondern es ging erneut um Renovierungen. Aber dann gab es neue Richtlinien des Arbeits- und Sozialministeriums, nach denen Krankenhäusern ein Landesdarlehen von siebzig Prozent zur Verfügung gestellt wurde - allerdings nur für einen Neubau.
Damit waren die Würfel gefallen und ein Neubau mit 350 Betten wurde geplant.
Die Grundsteinlegung fand am 6. Januar 1965 statt. Der Entwurf des neuen Hauses und die Bauleitung hatte der Architekt Wolfgang Rauh. Das Krankenhaus wurde als dreigliedriger Baukörper geplant: Ein 14stöckiges Bettenhaus, ein sechsgeschossiger Behandlungstrakt und eine dreigeschossige Verwaltung. Zum einen sollte dadurch eine aufgelockerte Bauweise entstehen, zum anderen war aber auch an ein Krankenhaus der kurzen Wege gedacht, um die Pflegekräfte zu entlasten. Im Juli 1967 war es dann soweit - die Einweihung des neuen Hauses stand an. 350 Betten gab es; 23,4 Millionen D-Mark hatte der Bau gekostet. 1968 wurde das alte Haus abgerissen.
Nachzulesen sind diese und viele weitere Details in der Chronik des Evangelischen Krankenhauses anlässlich des 100-jährigen Bestehens, die im Stadtarchiv Hattingen vorhanden ist.
In den siebziger Jahren gab es 125 Schwestern und Pfleger, die sich um 7835 stationäre Patienten kümmerten. Die Verweildauer im Krankenhaus lag damals bei 14,6 Tagen.
1976 übernimmt Pfarrer Frederking von der Evangelischen Kirchengemeinde über viele Jahre  bis 1993 als Vorsitzender des Gesamtverbandes der Evangelischen Kirchengemeinden Hattingens verantwortlich die Geschicke des Krankenhauses.
Immer wieder passte sich der Bau dem Zeitgeist an. So wurde 1987 beispielsweise die Physiotherapie eröffnet. Im gleichen Jahr auch die Abteilung für Gefäßchirurgie. Zwei Jahre später wurden die Operationssäle und der Eingangsbereich saniert.
Im gleichen Jahr gab es auch einen Anbau der Patienten- und Besuchercafeteria sowie den Neubau Westflügel unter Planung der Architekten Rauh und Rauh. 1994 ging das Evangelische Krankenhaus in eine gemeinnützige GmbH über, 1997 wird die EvK Service GmbH gegründet. 1999 entsteht das Parkhaus, 2001 baut das Architektenbüro Rauh Damm Stiller Partner das Ambulante Zentrum - damit nimmt die engere Verzahlung von stationärer und ambulanter Pflege Fahrt auf. Aktuell sind nach dem Umbau der Notaufnahme Pläne für eine erneute Erweiterung im Gespräch.


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