Stadtwerke: Oberstes Gebot für uns ist die Gesundheit

Das Land hat grünes Licht gegeben – Freizeit- und Sportleben kann wieder erwachen.

Das Freizeit- und Sportleben kann wieder erwachen; das Land hat grünes Licht gegeben. Mit Auflagen kann’s wieder losgehen in Hallen, auf Plätzen und in Bädern.
„Ein Konzept ist erarbeitet, wir beobachten aber noch die Lage und warten ab“, sagt Markus Borgiel, Hauptabteilungsleiter Vertrieb und Beschaffung bei den Stadtwerken. Weiter sagt der Stadtwerke-Prokurist: „Oberstes Gebot für uns ist die Gesundheit von Badegästen und Personal. Im Augenblick sehen wir nicht, dass wir das unter den gegebenen Bedingungen gewährleisten können. Auch würde bei den strengen, sich teils widersprechenden Auflagen kein richtiger Badespaß entstehen.“ Die Stadtwerke befürchten, wegen der in Bädern schwer zu kontrollierenden Abstandsregeln und einzuhaltenden Desinfektionsgeboten zu einem weiteren, sogenannten Corona-Hotspot zu werden wie etwa in Leer ein Restaurant oder  die Baptistenkirche in Frankfurt.

Wirklich kompliziert
Ist eine Bad-Eröffnung in diesen Zeiten wirklich so kompliziert? Ja, sie ist. Michael Blumberg, Abteilungsleiter Bäder und Schifffahrt bei den Stadtwerken, erläutert die Details. Das fängt schon beim Eingang an. Der muss nämlich vom Ausgang getrennt werden, was bei den beengten Verhältnissen im Kassenbereich ein Thema wäre. Dann müssten die Umkleidekabinen neu geordnet werden, an einem Ort, der naturgemäß schwer einsehbar ist.

Kiosk geschlossen
Das Duschhaus mit Umkleidekabinen würde erst gar nicht geöffnet, was auch für den Kiosk mit Bewirtung gilt. „Zum Beispiel müssten alle, die auf die Rutsche wollten, sich vorher die Hände desinfizieren, und wir hätten laut Corona-Bestimmungen die Aufgabe, nach jeder Nutzung das Geländer ebenso mit Desinfektionsmitteln keimfrei zu machen“, sagt Michael Blumberg. Das würde nicht zu einem Schwimmerlebnis führen, wie es die Wittener und die vielen Gäste aus der Nachbarschaft kennen.
„Das alles abzuwägen und der Entschluss, noch abzuwarten, ist uns nicht leichtgefallen“, sagt Markus Borgiel. Und wie sieht’s mit Hallen und Plätzen aus? „Die sind freigegeben für den Vereins- und Schulbetrieb, allerdings mit den bekannten Einschränkungen, eine große Herausforderung für alle“, sagt Agnetha Peters, stellvertretende Chefin des Stadtsportverbandes Witten im Haus des Sports an der Westfalenstraße 75.

Geisterspiele
Die Liste der Auflagen ist stattlich: verkürzte Nutzungszeiten, noch keine Gruppensportarten in der Halle, häufigere Reinigung und Desinfektion, Teilnehmerlisten, mehr Kontrollen. Außerdem bleiben einige Schulsporthallen noch einige Zeiten den Schulen vorbehalten: Ruhr-Gymnasium, Holzkamp- und Hardenstein-Gesamtschule. Und was ist mit dem Publikum? Auch Geisterspiele wie im Ligasport? „Es ist bislang noch nicht klar, wie das geregelt werden soll“, sagt Agnetha Peters.


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