Stadtentwicklung: Hasslinghausen auf dem Weg in die Zukunft

Auf dem alten Bauhof-Gelände soll eine Wohnanlage entstehen. Der Platz um das Rathaus wird aufgehübscht, die Mittelstraße umgebaut. Bei einem Bürgergespräch mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Bodo Middeldorf konnten Bürger mehr erfahren.

Eine große Veränderung soll der Platz vor dem Rathaus erfahren. Hier wünscht man sich mehr Aufenthaltsqualität und eine architektonische Belebung. Beigeordneter Volker Hoven (rechts) und ZGS-Leiter Ralph Holtze (3.v.r.) erläutern Bodo Middedlorf MdL und interessierten Bürgern die ersten Pläne.

Wie entwickelt sich der Ortsteil Hasslinghausen? Welche baulichen Veränderungen stehen in den nächsten Jahren auf der Agenda? Um diese Fragen ging es bei einem Bürgertermin vor Ort, zu dem Bodo Middeldorf, Landtagsabgeordneter der FDP Sprockhövel, geladen hatte.

Vor der Ortsbesichtigung wurden im Rathaus die Pläne erläutert. Beigeordneter Volker Hoven und ZGS-Leiter Ralph Holtze hatten Pläne und Zeichnungen im Gepäck. Die machen deutlich, es tut sich was, zeigen aber auch: etwas Geduld müssen die Bürger schon mitbringen.
Ein großes Projekt entsteht auf dem Platz des Bauhofes an der Mittelstraße. Das alte Gebäude soll abgerissen werden und der Bauhof selbst wird nach Niedersprockhövel verlagert. Sein neues Quartier bezieht er gleich neben der neuen Feuerwache für den Löschzug Niedersprockhövel, dort, wo vorher die Traglufthalle gestanden hat.
Den Bauhof am alten Standort zu sanieren, ist wirtschaftlich nicht machbar - stattdessen werden hier auf 3500 Quadratmeter Wohnfläche rund 40 barrierefreie und energetisch optimierte Wohneinheiten entstehen. Gebaut wird auch an der Silscheder Straße. In Aufstellung ist auch der Bebauungsplan „Am Susewind“.
Doch das ist längst nicht alles. Schon vor zwei Jahren hat der Rat der Stadt für Hasslinghausen ein Integriertes Handlungskonzept verabschiedet. Vor allem der Platz rund um das Rathaus und die Mittelstraße sollen dabei umgestaltet werden.
Der Platz um das Rathaus wird derzeit von einem Aachener Büro professionell umgeplant. Mehr Aufenthaltsqualität, Bänke, Brunnen soll es geben. Die alte Sporthalle wird in eine Multifunktionshalle umgewandelt - dies allerdings erst nach dem Umbau der benachbarten Gesamtschule. Genauso wie für die Mittelstraße gibt es für diese Projekte Fördermittel des Landes bis zu sechzig Prozent.
Die Mittelstraße soll sogenannte „Trittstein-Plätze“ bekommen. „Es ist so, dass diese Straße als Umleitung für die Autobahn bleiben wird - also müssen wir versuchen, sie trotzdem so attraktiv wie möglich zu machen. Das kann durch einzelne Plätze gelingen, entlang der Straße. Ein Beispiel: Wenn das Gebäude, in dem heute noch die Parfümerie Weiss untergebracht ist, abgerissen und neu gebaut wird, so kann dies versetzt nach hinten geschehen und eröffnet so die Möglichkeit eines neuen und zu gestaltenden Platzes vor dem Neubau“, erläutert ZGS-Leiter Ralph Holtze.
Michael Cramer, Vorsitzender des Werberinges in Haßlinghausen, hat vor allem ein Problem mit dem aktuellen Zustand der Bürgersteige. „Also vor meinem Geschäft kann ich den Kunden Gummistiefel schenken, wenn es mal länger geregnet hat. Die kommen trockenen Fußes gar nicht mehr zu uns.“
Das Problem wird man wohl kurzfristig lösen müssen - denn der Umbau der Mittelstraße wird nicht vor 2022 beginnen. „Das ist der Tatsache geschuldet, dass wir ja gerade erst den Kreisverkehr fertig gebaut haben und nun den Einzelhändlern nicht erneut eine lange Baustellenphase zumuten wollen. Deshalb beginnen wir 2021 mit der Umgestaltung am Rathausplatz. Im kommenden Jahr werden die Pläne vorgestellt und natürlich auch die Bürger daran beteiligt.“
Was allen Beteiligten wichtig ist: „Wir müssen den Menschen Perspektiven aufzeigen. Das bedeutet eben nicht die sofortige Umsetzung, aber es zeigt, dass sich Verwaltung und Politik Gedanken machen und die Stadt voranbringen wollen“, fasst Bodo Middedlorf MdL die Überlegungen zusammen. Das gesamte Integrierte Handlungskonzept - ein sehr umfangreiches Papier - gibt es übrigens für interessierte Bürger auch als Download.
Auch die Natur hat man bei neuen Planungen im Griff. Eine Idee der Verwaltung ist beispielsweise, das Gelände um den Lemper Bach neu zu gestalten. Die Vision ist ein Auengelände mit Aufenthaltsqualität.
„Im kommenden Jahr feiert die Stadt Sprockhövel ihr 50-jähriges Stadtjubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen. Ich erhoffe mir davon auch weitere Impulse, wie wir alle gemeinsam unsere Stadt in die Zukunft führen können. Ich freue mich schon jetzt auf viele spannende Gespräche“, so Bodo Middeldorf.


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